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Wartezeiten in der Psychotherapie werden reduziert

01.04.2014

Im Hamsterrad der globalisierten Arbeitswelt erkranken immer mehr Beschäftigte. Permanente Verfügbarkeit, hoher Zeitdruck und fehlende Erholungsmöglichkeiten lassen die Betroffenen oft regelrecht ausbrennen. Sie fühlen sich ausgelaugt, überfordert, verzweifelt, kraftlos. Psychische Erkrankungen sind die Folge.

Wer jedoch wegen völliger Erschöpfung die Reißleine ziehen und sich in die Obhut eines Nervenarztes oder Psychotherapeuten begeben will, muss häufig sehr lange auf einen Termin oder Therapieplatz warten: Die durchschnittliche Wartezeit auf ein psychotherapeutisches Erstgespräch beträgt in Niedersachsen 13 Wochen. Bis zum Beginn einer Behandlung gehen durchschnittlich 27 Wochen ins Land. In strukturschwachen Regionen ist die Wartezeit zum Teil deutlich höher.

 

Mit dem Behandlungsprogramm „Depression und Burn-out“ wollen die AOK Niedersachsen und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) bestehende Versorgungslücken Schritt für Schritt schließen. Ziel ist ein frühzeitiger Therapiebeginn für die Betroffenen in der hausärztlichen Praxis und bei Bedarf die Weiterbehandlung beim Facharzt oder Psychotherapeuten innerhalb von 14 Tagen. Dazu stellen die teilnehmenden Ärzte und Therapeuten zusätzliche Behandlungskapazitäten bereit. Unterstützt wird das Programm von den Hausärzteverbänden Niedersachsen und Braunschweig sowie dem Berufsverband der Nervenärzte und der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung.

 

Das Behandlungsprogramm hat sich in den Stadtgebieten Osnabrück, Oldenburg und Braunschweig seit November 2013 etabliert und wurde jetzt, zum 1. April, auf die umliegenden Landkreise Osnabrück, Grafschaft Bentheim, südliches Emsland, Oldenburg, Delmenhorst, Vechta, Cloppenburg, Ammerland, Braunschweig, Gifhorn, Wolfsburg, Helmstedt, Peine, Wolfenbüttel, Salzgitter, östliches Goslar und Hildesheim ausgedehnt. In diesen vier Bezirken nehmen 256 Hausärzte teil. Außerdem bieten 37 Fachärzte und 69 Psychotherapeuten bereits 521 zusätzliche Behandlungsplätze an – zum Teil auch in den Abendstunden oder sogar am Wochenende. Die AOK zahlt den Ärzten und Psychotherapeuten für die Ausweitung ihrer Behandlungskapazitäten ein gesondertes Honorar.

 

„Viele Patienten geben während der langen Suche nach einem Psychotherapeuten mutlos auf und verzichteten auf eine Behandlung. Mit dem neuen Programm sorgen wir dafür, dass den betroffenen Menschen der Druck genommen und schneller geholfen wird, damit die Erkrankung nicht den familiären oder beruflichen Alltag beherrscht“, erläutert AOK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Peter. In Niedersachsen waren im vergangenen Jahr 42.486 AOK-Versicherte mit der Diagnose Depression und Burn-out krankgeschrieben.

 

„Wichtiges Ziel des Behandlungsprogramms ist die Verhinderung der Chronifizierung von psychischen Erkrankungen. Durch die vereinbarte strukturierte und zeitnahe Zusammenarbeit der Psychotherapeuten mit Haus- und Fachärzten haben wir eine gute Chance, dieses Ziel auch zu erreichen“, sagt Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN.

 

Patienten, die bei der AOK Niedersachsen versichert und aufgrund einer Depression oder eines Burn-out-Syndroms arbeitsunfähig krankgeschrieben sind, können sich bei ihrem Hausarzt über das Behandlungsprogramm informieren.

Die teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten sind unter www.arztauskunft-niedersachsen.de über die erweiterte Suchfunktion "Besonderheiten" zu finden.