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Volkskrankheit Diabetes: Niedersachsen bei Krankheitszahlen unter dem Bundesdurchschnitt

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat den ersten Gesundheitsatlas für Niedersachsen herausgegeben. Darin werden Ursachen, Verbreitung und Folgen von Diabetes mellitus Typ 2 erklärt und Handlungsbedarfe auf Grundlage von AOK-Leistungsdaten aus dem Jahr 2017 aufgezeigt.

In Niedersachsen erhielten 2017 629.000 Versicherte die Diagnose Diabetes mellitus Typ 2. Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, erklärt: „Mit einer Diabeteshäufigkeit von 7,9 Prozent liegt Niedersachsen damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent. Auf diesen Zahlen möchten wir uns allerdings nicht ausruhen. Vielmehr sind die Zahlen für uns ein Ansporn, um Ansätze im Kampf gegen Diabetes weiterzuentwickeln“.

Mit dem Alter steigt das Risiko zu erkranken: Landesweit sind mehr als die Hälfte der Erkrankten über 70 Jahre alt. Zwischen Männern und Frauen gibt es dagegen nur geringe Unterschiede. Mithilfe neuer Berechnungsverfahren kann zudem erstmals die Häufigkeit des Diabetes mellitus Typ 2 für die gesamte Bevölkerung in einzelnen Städten und Kreisen dargestellt werden: Dabei zeigen sich große Unterschiede zwischen den Regionen, so reicht das Spektrum von 5,8 Prozent in Oldenburg bis zu 10,2 Prozent im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Modellrechnung zum „fairen“ Vergleich der Regionen

Durch eine Modellrechnung ist es im neuen Gesundheitsatlas für Niedersachsen möglich, neben dem Vergleich der tatsächlichen Krankheitshäufigkeit auch einen „fairen“ Vergleich zwischen den Regionen abzubilden: Hierbei werden die Unterschiede herausgerechnet, die durch die unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung in den einzelnen Kommunen des Landes entstehen. In diesem „fairen“ Vergleich schneidet die Stadt Oldenburg am besten ab. Schlusslichter bilden in dieser Modellrechnung das Emsland und Wolfsburg.

Häufiger Diabetes in benachteiligten Regionen

Nach zahlreichen Studien bestätigt der Gesundheitsatlas es abermals: Materiell und sozial benachteilige Menschen erkranken häufiger an Typ-2-Diabetes. In Regionen, die nach dem Deprivationsindex des Robert Koch-Instituts einen Mangel an materiellen und sozialen Ressourcen aufweisen, gibt es auch überdurchschnittlich viele Typ-2-Diabetiker. Darunter fallen Faktoren wie Einkommen, Beschäftigung oder Bildung. Im „fairen“ Vergleich reicht der prozentuale Anteil der Diabeteskranken an der bundesweiten Bevölkerung in wenig deprivierten Regionen von 7,6 Prozent bis zu den stark deprivierten Regionen mit 10,1 Prozent.

Lebensstilfaktoren entscheidend für Erkrankungsrisiko

Neben Alter und genetischer Disposition ist der Lebensstil entscheidend. Ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung können eine Erkrankung hinauszögern oder sogar verhindern. Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen erläutert: „Mit vielfältigen Präventionsangeboten setzt die AOK Niedersachsen bereits in jungen Jahren an, um die Entstehung von Diabetes zu verhindern. Doch auch die Gesundheitspolitik muss handeln. Die Zahlen unterstreichen die Wichtigkeit allgemeiner sozialpolitischer Maßnahmen, aber auch ganz praktischer Vorgaben: So sollte etwa die Verordnung über eine Ernährungsampel umgesetzt werden, um Verbraucher besser vor ungesunden Lebensmitteln zu schützen“.

Im Bereich der primären Prävention fördert die AOK Niedersachsen zahlreiche Projekte in Schulen und Kindergärten, wie beispielsweise „Gesund Leben lernen“ und „Jolinchen Kids“. Aber auch Erwachsene werden durch vielfältige Angebote der AOK zur Bewegungsförderung und Ernährung bei einer gesunden Lebensführung unterstützt.

Seit Mitte der 90er Jahre setzt sich die AOK Niedersachsen speziell für die bessere Versorgung von Diabetespatienten ein und hat seitdem beispielsweise den Aufbau und die Struktur der Diabetologischen Schwerpunktpraxen gefördert. Seit 2003 wird das Disease Management Programm (DMP) Diabetes Typ 2 umgesetzt: Ende 2018 waren 135.525 Typ-2-Diabtetiker in das DMP eingeschrieben (21,5 % der bei der AOK Niedersachsen versicherten Typ-2-Diabetiker).

Gesundheitsatlas für Niedersachsen (PDF, 1,61 MB)