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Neuer Vertrag zur Behandlung von Krampfadern

29.04.2015

Krampfadern (Varizen) sind eine Volkskrankheit. In Niedersachsen werden jährlich zwischen 35.000 und 40.000 Eingriffe an den oberflächlichen Venen bei einem Krampfadernleiden durchgeführt.

Die AOK Niedersachsen hat jetzt einen speziellen Vertrag zur Behandlung von Krampfadern mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) abgeschlossen. Damit stehen den AOK-Versicherten neben dem herkömmlichen Venen-Stripping, bei dafür qualifizierten Ärzten, noch die Lasertherapie oder die Radiofrequenztherapie zur Verfügung. Damit reagieren die beiden niedersächsischen Vertragspartner auf einen wachsenden Versorgungsbedarf und den medizinischen Fortschritt. Diese beiden Verfahren zeichnen sich insbesondere durch ein geringeres Ausmaß des operativen Eingriffes, ein kleineres Risiko von postoperativen Blutungen und Wundinfektionen sowie in der Regel geringfügigere Beschwerden nach dem Eingriff aus.

Bislang waren diese Behandlungsmethoden reine Privatleistungen und für die Patienten mit beträchtlichen Kosten verbunden. Als erste Krankenkasse in Niedersachsen hat sich die AOK jetzt entschlossen, sie zum Bestandteil ihres Leistungskataloges zu machen. „Unser Ziel ist, die medizinische Versorgung der Versicherten zu verbessern und ihnen dafür den Zugang zu innovativen, nebenwirkungsärmeren Behandlungsmethoden zu ermöglichen“, äußerte sich Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, zu dem Vertrag. Zugleich möchte die Kasse damit auch nicht mehr notwendige stationäre Leistungen vermeiden.

Die KVN hebt noch einen anderen Aspekt hervor. „Die Lasertherapie und die Radiofrequenz-Behandlung haben ihre Wirksamkeit als schonende Behandlungsmethoden längst unter Beweis gestellt“, so Mark Barjenbruch, KVN-Vorstandsvorsitzender. „Der Strukturvertrag legitimiert damit einen medizinischen Fortschritt, der der Mehrheit der gesetzlich Versicherten nach wie vor nur als Privatleistung zugänglich ist.“

Das Krampfadernleiden ist eine chronische Erkrankung mit einem sehr langsamen Fortschreiten. Die Ursache der Erkrankung ist auch heute noch unbekannt, es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die die Entstehung begünstigen. Dazu gehören Übergewicht, Bewegungsmangel, Mehrfachgeburten oder eine genetische Disposition. Ursache kann auch ein Blutgerinnsel (Thrombus) sein, das Blut beim Abfließen behindert und Krampfadern verursacht.

Bei einer Nichtbehandlung können chronische Folgeschäden auftreten. Es kommt dann zu einer anhaltenden Schwellung (Ödem) der Beine und damit zunehmend zu unterschiedlichen Hautveränderungen, wie Entzündungen, Verhärtungen, Braunverfärbungen, bis hin zu einem offenen Bein.

Beide Behandlungsmethoden werden ambulant in der Regel unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Die Krampfadern werden nicht entfernt, sondern je nach Verfahren mit einem Laserlicht oder Radiofrequenzwellen von innen verschlossen. Durch die Vorgabe von Prozess- und Qualifikationsanforderungen soll eine hohe Qualität dieser neuen Behandlungsmethoden sichergestellt werden. Verschiedene ambulante Behandlungsmöglichkeiten werden je nach Schweregrad der Erkrankung angeboten, die nach Beratung und Entscheidung durch den behandelnden Facharzt nach modernsten Verfahren durchgeführt werden.

Hoch qualifizierte Ärzte führen die Behandlungen durch. Dazu gehören Fachärzte für Gefäßchirurgie, Fachärzte für Chirurgie, Fachärzte für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Angiologie, und Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie.