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MHH und AOK starten Studie zu palliativmedizinischer Versorgung in Niedersachsen

Schwerkranke und sterbende Menschen benötigen in der letzten Phase ihres Lebens bestmögliche Betreuung und menschliche Zuwendung. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die AOK Niedersachsen wollen daher in einer aktuellen Studie untersuchen, wie neue Versorgungsformen in der ambulanten Palliativversorgung in Niedersachsen umgesetzt werden.

Um die Versorgung schwerkranker Menschen zu verbessern, hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren unterschiedliche Formen der ambulanten und stationären Palliativversorgung eingeführt. Unter anderem die „Besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinischen Versorgung“ (BQKPMV) im Jahr 2017, die eine bessere Betreuung schwerkranker Menschen in der häuslichen Umgebung und in Pflegeheimen gewährleisten soll.

Die Studie „Polite“ von MHH und AOK wertet unter anderem auch aus, welche Erfahrungen Hausärzte und Pflegende gemacht haben. Unter Federführung des Instituts für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover soll „Polite“ wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung der Palliativversorgung und Empfehlungen zur Weiterentwicklung liefern.

Das Projekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses für 18 Monate gefördert.

„Am Lebensende geht es nicht mehr darum, mit allen Mitteln das Leben zu verlängern. Es geht vor allem darum, die Lebensqualität zu erhalten. Entscheidend ist es dabei, die Wünsche der schwerkranken Menschen zu berücksichtigen und eine enge Betreuung zu gewährleisten. Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt: Wir möchten nun wissen, welche Versorgungsformen erfolgreich sind und was sich weiter verbessern lässt. Mit dem Studienprojekt bauen wir die Forschungskooperation zur Palliativversorgung zwischen MHH und AOK Niedersachsen weiter aus“, erläutert AOK-Vorstandschef Dr. Jürgen Peter.

„In den letzten Jahren sind erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der Versorgung von Menschen am Lebensende unternommen worden. Bei der Einführung neuer Leistungen gilt es aber immer zu überprüfen, wie diese umgesetzt werden und ob auch der gewünschte Effekt erzielt wird. Nur so lässt sich die Qualität der Versorgung im Sinne der betroffenen Menschen steigern“, so Prof. Dr. Nils Schneider, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der MHH.

Hintergrund:

Im Zuge des soziodemografischen Wandels wird geschätzt, dass im Jahr 2030 mindestens 23,3% der Einwohner in Deutschland über 67 Jahre alt sind. Die absolute Anzahl an Einwohnern über 80 Jahren wird sich voraussichtlich von 4,4 Millionen Einwohnern im Jahr 2013 auf über 9 Millionen im Jahr 2060 erhöhen. Dies entspricht in etwa 10-13% der Gesamteinwohnerzahl. Im letzten Lebensabschnitt spielt eine adäquate Betreuung eine bedeutende Rolle. Um angemessen auf diese bevorstehenden Veränderungen reagieren zu können, hat sich die ambulante und stationäre Palliativversorgung sich in den letzten Jahren in Deutschland stark entwickelt.