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Kürzere Wartezeiten in der Psychotherapie: ab sofort auch im Raum Hannover, Lüneburg, Aurich und Wilhelmshaven

04.07.2014

Psychische Erkrankungen nehmen stetig zu, doch die Wartelisten bei Nervenärzten und Psychotherapeuten sind extrem lang. Erkrankte warten in Niedersachsen viele Wochen auf ein psychotherapeutisches Erstgespräch, bis zum Beginn einer Behandlung vergehen Monate. In strukturschwachen Regionen ist die Wartezeit am längsten.

Für einen schnellen Therapiebeginn innerhalb von 14 Tagen in der hausärztlichen Praxis und eine zeitnahe Weiterbehandlung beim Facharzt oder Psychotherapeuten machen sich nun AOK Niedersachsen, Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) sowie die beteiligten Berufsverbände stark. Im Rahmen des Behandlungsprogramms „Depression und Burn-out“ stellen teilnehmende Ärzte und Therapeuten neue, zusätzliche Behandlungskapazitäten für AOK-Versicherte bereit. Die AOK Niedersachsen zahlt für die Ausweitung der Behandlungskapazitäten ein gesondertes Honorar.

Seit dem 1. Juli können Betroffene in den Regionen Hannover, Lüneburg, Aurich und Wilhelmshaven von der schnelleren Hilfe profitieren. In den Regionen Braunschweig, Hildesheim, Osnabrück und Oldenburg gibt es das Angebot bereits seit einigen Monaten. Damit nehmen inzwischen 488 niedersächsische Hausärzte teil. 54 Fachärzte und 118 Psychotherapeuten bieten zusammen 761 zusätzliche Behandlungsplätze an – zum Teil in den Abendstunden oder sogar am Wochenende.

„Viele Patienten geben während der langen Suche nach einem Psychotherapeuten mutlos auf und verzichteten letztlich auf eine Behandlung. Doch psychische Erkrankungen können sehr schnell den familiären oder beruflichen Alltag beherrschen. So etwas darf nicht passieren. Wir möchten den betroffenen Menschen diesen Druck nehmen, indem ihnen schneller geholfen wird.“, erläutert der AOK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Peter. „Wichtiges Ziel des Behandlungsprogramms ist die Verhinderung der Chronifizierung von psychischen Erkrankungen. Durch die vereinbarte strukturierte und zeitnahe Zusammenarbeit der Psychotherapeuten mit Haus- und Fachärzten haben wir eine gute Chance, dieses Ziel auch zu erreichen“, ergänzt Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN.

Akuten Handlungsbedarf sehen die Vorsitzenden der Hausärzteverbände Niedersachsen und Braunschweig, Dr. Heinz Jarmatz und Dr. Carsten Gieseking: „Es ist richtig und notwendig, dass die Problematik der viel zu langen Wartezeiten bei psychischen Erkrankungen angegangen wird. Die AOK hat hier die Vorreiterrolle übernommen, der Vertrag hilft vielen Patienten in einer sehr belastenden Situation.“ Als richtiger und konsequenter Schritt wird das Behandlungsprogramm auch bei dem Berufsverband der Nervenärzte sowie den ärztlichen und psychotherapeutischen Berufsverbänden in Niedersachsen bewertet.

Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover befürwortet die Initiative, Geschäftsführer Prof. Dr. Ralf Kreikebohm betont: „Der Vertrag ist ein Meilenstein bei der Versorgung von Menschen mit Depression und Burn-out. Ein zusätzlicher Vorteil: Sollte eine Rehabilitationsmaßnahme erforderlich werden, können unsere leistungsfähigen Rehakliniken den Patienten nach einem schnellen Therapiebeginn noch effektiver helfen. Um auch hier keine Zeit zu verlieren, richten wir ein unkompliziertes Reha-Antragsverfahren ein.“

In Niedersachsen waren im vergangenen Jahr 42.486 AOK-Versicherte mit der Diagnose Depression und Burn-out krankgeschrieben. Patienten, die bei der AOK Niedersachsen versichert und aufgrund einer Depression oder eines Burn-out-Syndroms arbeitsunfähig krankgeschrieben sind, können sich bei ihrem Hausarzt über das Behandlungsprogramm informieren. Die teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten sind unter www.arztauskunft-niedersachsen.de über die erweiterte Suchfunktion „Besonderheiten“ zu finden.