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Familien im Fokus der Selbsthilfe-Förderung

23.04.2014

Die Selbsthilfe-Bewegung braucht eigentlich jeden Cent, der ihr von Rechts wegen zusteht – doch finanzielle Unterstützung können Selbsthilfegruppen und -projekte nur dann erhalten, wenn sie sie von den Krankenkassen abfordern. So sind auch 2013 bei der AOK Niedersachsen noch fünf Prozent der zur Verfügung stehenden Gelder von rund 1,53 Millionen Euro im Fördertopf geblieben. Landesweit gingen knapp 1000 Förderanträge ein, von denen auch nur einige wenige die allgemeingültigen Richtlinien nicht erfüllten.

Bei der AOK, mit 2,4 Millionen Versicherten größte Krankenkasse zwischen Harz und Nordsee, sind allein 15 Fachkräfte hauptamtlich für die Selbsthilfe-Förderung zuständig. Sie begleiten Interessierte aktiv und konstruktiv durch den Prozess der Antragstellung. Nicht abgerufene Gelder werden zwar ins nächste Jahr übertragen, aber Sinn und Zweck ist ja, damit Gutes zu tun und einen Bedarf zu decken. Daher sollten Förderanträge für 2014 möglichst zügig gestellt werden.

Erfreulich ist aus Sicht der AOK, dass inzwischen fast jeder dritte Förderantrag für die familienorientierte Selbsthilfe gestellt wird. 2012 hat sie landesweit 107 Projekte aus diesem Bereich bezuschusst, im vergangenen Jahr waren es mit 299 schon fast dreimal so viel. Diesem Schwerpunkt liegt der Gedanke zugrunde, dass häufig vor allem die Kinder, Ehepartner sowie Angehörige von Betroffenen oder die Geschwister von kranken Kindern mehr Unterstützung brauchen – letzten Endes ist niemand alleine krank. So will die AOK die Selbsthilfebewegung dafür sensibilisieren, dass bei einer chronischen Erkrankung oder Behinderung eines Familienmitglieds die ganze Familie belastet ist. Dieser Vorstoß geht ebenso in Richtung der Ärzte und Therapeuten, die ihre Patienten und Klienten verstärkt auf Angebote der Selbsthilfe hinweisen sollen.