Winterblues oder Depression: Stimmungstief richtig deuten

Der Lichtmangel im Winter macht vielen Menschen zu schaffen. Einigen so sehr, dass sie unter einer saisonal bedingten Depression leiden, auch Winterdepression genannt. Lesen Sie hier, was die Unterschiede zwischen Winterblues, Winterdepression und Depression sind und was Betroffenen hilft. Unterstützung zur Selbsthilfe bei depressiven Symptomen allgemein bietet das Onlineprogramm „moodgym“. Ein Angebot der AOK ist der „Familiencoach Depression“, der Angehörigen von depressiven Erkrankten helfen kann.

Ein Mann sitzt auf dem Bett. Sein Blick ist leer und auf den Boden gerichtet.© iStock / dikushin

Winterblues: Viele Deutsche betroffen

Trübes Wetter, wenig Sonnenlicht – der Winter kann aufs Gemüt schlagen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov geben das 59 Prozent der Deutschen für die Wintermonate an. Sorgen müssen sich dabei die wenigsten Menschen. Denn beim Winterblues macht der Lichtmangel zwar der Psyche zu schaffen, dies lässt sich aber mit viel Bewegung im Freien oft bessern: Wer täglich eine halbe Stunde im Hellen einen Spaziergang macht, sorgt dafür, dass der Körper weniger vom Schlafhormon Melatonin ausschüttet. Gleichzeitig regt die Bewegung die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin an. Mehrere Stunden Aufenthalt im Freien wären noch besser, sind aber für viele Menschen schwer realisierbar.

Unterschiede erkennen: Winterdepression oder Depression

Tritt hingegen über mindestens zwei Jahre hinweg wiederholt im Herbst und Winter ein anhaltendes Stimmungstief auf, das die Ausübung der normalen Alltagsanforderungen behindert, kann es sich um eine saisonal bedingte Depression handeln. Davon sind etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Winterdepression ist eine Form der Depression und hat ähnliche Symptome wie zum Beispiel Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Interessensverlust. Des Weiteren treten aber auch Symptome auf, die für eine klassische Depression untypisch sind. Dazu zählen:

  • Verstärkter Appetit und Heißhunger, vor allem auf Kohlenhydrate wie Süßigkeiten
  • Gewichtszunahme
  • Großes Schlafbedürfnis

Im Frühjahr, wenn die Tage länger werden, klingen die Symptome meist wieder ab. Die klassische Depression hält hingegen unabhängig von den Jahreszeiten weiter an, wenn sie nicht behandelt wird.

Was können Betroffene tun?

Die Ursachen für die Winterdepression sind noch nicht vollumfänglich bekannt. Lichtmangel scheint aber eine bedeutende Rolle zu spielen. Aus diesem Grund kann ein Lichttherapiegerät ebenfalls gute Unterstützung leisten. Wichtig zu wissen: Auch eine klassische Depression kann im Winter beginnen. Betroffene sollten sich deshalb in jedem Fall an ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin wenden, wenn sie lang anhaltend an einem Stimmungstief leiden, welches deutlich negative Auswirkungen auf ihre Alltagsbewältigung hat. Die Fachleute können am besten beurteilen, was hinter den Symptomen steckt und die richtige Therapie einleiten.

Familiencoach Depression – Hilfe für Angehörige von depressiv Erkrankten

Eine Depression ist nicht nur für Betroffene belastend. Auch die Familie oder Freunde wissen oft nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen und können die Erkrankung nur schwer nachzuvollziehen. Unterstützung erhalten Sie vom Familiencoach Depression. Das Online-Programm richtet sich an Angehörige von depressiven Erwachsenen und vermittelt ein umfangreiches Wissen über die Krankheit Depression. In fünf leicht verständlichen Modulen lernen Sie unter anderem, wie Sie Alltagsprobleme besser bewältigen, Betroffene unterstützen und sich selbst vor Überlastungen schützen. Das Programm ist kostenlos, anonym und kann flexibel genutzt werden.

Aktualisiert: 24.01.2023

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