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Zahl der Mandeloperationen während Pandemie stark rückläufig

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass es während der Corona-Pandemie einen starken Rückgang bei Mandel-OPs gegeben hat. Grund dafür könnten unter anderem die AHA-Regeln sein.

Ärztin tastet den Hals einer Patientin ab.© iStock / LaylaBird

Deutlich weniger Mandeloperationen in Deutschland

Die Corona-Pandemie hat hierzulande die Zahl der planbaren Mandeloperationen (Tonsillektomie) stark zurückgehen lassen. Laut einer aktuellen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) gab es während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 bis zu 82 Prozent weniger entsprechende Eingriffe. Im weiteren Verlauf der Pandemie blieben die Fallzahlen von 18 bis 39 Prozent unter dem vorpandemischen Niveau.

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren gingen die Mandel-OP-Zahlen zurück. Vor der Pandemie gab es in dieser Altersgruppe 70,5 Operationen in der Woche, nach dem ersten Lockdown mit 34,8 je Woche nur noch knapp halb so viele.

Hygieneregeln begünstigen Tonsillektomie-Rückgang

Nicht nur die Fallzahlen bei den planbaren operativen Mandelentfernungen verzeichneten während der Pandemie einen deutlichen Rückgang. Auch die Behandlungen akuter Mandelentzündungen mit Antibiotika und Notfalleingriffe haben sich signifikant verringert.

Einer der Gründe dafür, dass sich das Auftreten von Mandelentzündungen reduziert hat, dürften laut WIdO die AHA-Regeln sein (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen). Das WIdO stuft die Hygieneregeln als wirksames Instrument gegen die Verbreitung von Erkältungskrankheiten ein, auch unabhängig von der Pandemie. Erkältungsviren sind häufig die Ursache für Mandelentzündungen, die in der Regel Anlass für die Tonsillektomie sind.

Ein weiterer Grund für die rückläufigen Behandlungszahlen könne sein, dass Patienten ihren Behandlungsbedarf niedriger priorisiert haben. Insbesondere Kinderärzte wurden seltener aufgesucht.

Trotz weniger planbarer Mandel-OPs nicht mehr Notfalleingriffe

Generell nimmt die Zahl der planbaren Mandeloperationen in Deutschland seit Jahren ab. Dieser Trend hat sich während der Pandemie deutlich verstärkt. Die Zahl der Notfalleingriffe ist dagegen nicht gestiegen. Eine frühere WIdO-Studie verwies bereits Ende 2020 darauf, dass vor einer Mandelentfernung die konservative Therapie mit Antibiotika vermutlich oft nicht ausgeschöpft wird. Daher könnten während der Pandemie laut WIdO teilweise auch unnötige Operationen entfallen sein.

Aktualisiert: 11.05.2022

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