RS-Virus: Atemwegserkrankung bei Kindern

Viele Kinder leiden derzeit unter Atemwegsinfektionen. Vor allem das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RS-Virus, führt zu teilweise schweren Krankheitsverläufen bei Frühgeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Vorerkrankungen. Darauf sollten Eltern achten.

Ein kleines Mädchen bekommt von ihrer Mutter die Nase geputzt.© iStock / VioletaStoimenova

Inhalte im Überblick

    Was ist das RS-Virus?

    Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein Krankheitserreger, der weltweit vorkommt und zu akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege führt. Zu den oberen Atemwegen gehören Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum, zu den unteren Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Lunge. Übertragen wird das Virus überwiegend als Tröpfcheninfektion über die Nasenschleimhaut oder die Bindehaut des Auges. Aber auch eine Schmierinfektion über Hände, Oberflächen und Gegenstände ist möglich. Ansteckend sind RS-Viren für Menschen in jedem Lebensalter. Für Säuglinge und Kleinkinder kann die Infektion allerdings gefährlich sein.

    RS-Virus bei Kindern

    Das RS-Virus ist ein häufig auftretender Erreger von Erkrankungen der unteren Atemwege in den ersten beiden Lebensjahren. Fast alle Kinder haben bis zum Ende des 2. Lebensjahr eine Infektion damit durchgemacht. Immunität wird durch die Infektion nicht erreicht. Eine erneute Ansteckung ist wieder möglich. Problematisch ist, dass Frühgeborene, Kinder bis 2 Jahren sowie Kinder mit Vorerkrankungen besonders schwer an RSV erkranken können. Bei ihnen kann die Infektion auf die unteren Atemwege übergreifen und zu einer Lungenentzündung oder einer Bronchiolitis führen. Etwa 2 Prozent der Kinder mit einer RSV-Infektion werden deshalb im Krankenhaus behandelt. 

    Symptome: Wie erkennen Eltern die Erkrankung?

    RSV-Infektionen treten vor allem zwischen November bis April auf. Typische Symptome sind:

    • Schnupfen
    • Husten oder Halsschmerzen
    • Fieber

    Bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Vorerkrankungen kann die Infektion schwerer verlaufen. Eltern sollten deshalb zusätzlich auch auf folgende Krankheitsanzeichen achten:

    • Schnelles, angestrengtes Atmen
    • Kraftlosigkeit
    • Blasse Haut
    • Trinkweigerung
    • Eventuelle Atemaussetzer
    • Eventuell kühle Finger und Hände

    Was tun, wenn Eltern bei ihrem Kind einen schweren Verlauf vermuten?

    Vermuten Eltern einen schweren Krankheitsverlauf bei ihrem Kind, sollten sie möglichst schnell eine Praxis für Kinderheilkunde aufsuchen oder gegebenenfalls auch eine Notfallambulanz. Bei Frühgeborenen oder Kindern mit Vorerkrankungen in den ersten beiden Lebensjahren sollten bereits erste Krankheitsanzeichen wie Husten und Fieber ärztlich abgeklärt werden.

    Wie wird das RS-Virus behandelt

    In den meisten Fällen erholen sich Kinder, die sich mit dem RS-Virus angesteckt haben, nach wenigen Tagen von allein wieder. Wobei Husten mehr als 4 Wochen weiterhin auftreten kann. Eine gezielte Therapie gegen RSV gibt es nicht. Behandelt werden in erster Linie die Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber. Die wichtigsten Maßnahmen sind dabei viel trinken und Ruhe. Kinder mit schweren Verläufen werden gegebenenfalls im Krankenhaus überwacht. Dabei kann auch eine Atemunterstützung mit CPAP-Maske, Highflow oder Intubation und Beatmung notwendig werden.

    So beugen Sie Ansteckungen vor

    Um Ansteckungen mit RSV zu vermeiden, sollten Sie auf allgemeine Hygienemaßnahmen achten. Dazu zählen regelmäßiges Händewaschen sowie Husten und Niesen in die Armbeuge. Zudem empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI), Eltern und Geschwistern von Kindern bis zu 2 Jahren während der RSV-Welle Kontakte zu erkrankten Personen außerhalb der Familie zu vermeiden.

    Aktualisiert: 20.12.2022

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