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Schlafapnoe – Warum die Atemaussetzer so gefährlich sind

Eine Frau trägt eine CPAP-Maske beim Schlafen.

© iStock / Hope Connolly

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 04.05.2021

Schnarchen an sich muss nicht gefährlich sein. Riskant wird es erst, wenn dabei nachts mehrfach der Atem aussetzt. Dahinter kann eine sogenannte Schlafapnoe stecken. Welche Therapien bei einer Schlafapnoe helfen können, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Wie kommt es zum Schnarchen?

    Schnarchen ist ein Zeichen dafür, dass die Atmung durch das Erschlaffen der oberen Atemwege behindert wird. Das typische sägende Geräusch entsteht, wenn die Muskulatur erschlafft und Zäpfchen und Gauemsegel im Schlaf den Rachenraum einengen. Das kann den Luftfluss behindern. Für das Erschlaffen gibt es mehrere Gründe, beispielsweise den Genuss von Alkohol oder die Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Ebenso können auch Gaumenpolypen ursächlich für das Schnarchen sein. Zudem kann Übergewicht beim Liegen die Atemwege verengen.

    Ab wann leide ich unter einer Schlafapnoe?

    Schnarchen an sich ist harmlos. Erst wenn eine flache Atmung und Atemaussetzer hinzukommen, spricht man von einer Schlafapnoe. Die Ursachen sind die gleichen wie für das Schnarchen, aber die Atemaussetzer von mindestens zehn Sekunden führen zu Sauerstoffmangel und weiteren medizinischen Problemen.

    Häufigkeit einer Schlafapnoe

    Nach Schätzungen haben etwa drei Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer in Deutschland eine solche Apnoe. Ab dem 45. Lebensjahr steigt nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Wahrscheinlichkeit, ein Schlafapnoesyndrom zu entwickeln.

    Wann zum Arzt: Warum ist Schlafapnoe gefährlich?

    Die Blockade der Atemwege führt dazu, dass der Körper zu wenig Sauerstoff bekommt. In der Folge sinkt der Blutdruck und der Puls verlangsamt sich. Wenn der Atem sekundenlang aussetzt, wird das Atemzentrum im Gehirn alarmiert und löst einen Weckreiz aus. Der Schläfer erwacht und reagiert mit Blutdruckanstieg und Herzrasen. Dieses sogenannte „Arousal“, an das sich Betroffene in der Regel kaum erinnern, bleibt meist nicht ohne gesundheitliche Folgen: Wenn man immer wieder und mehrmals in der Nacht auf diese Weise wach wird, ist der Tiefschlaf empfindlich gestört. Bei Menschen mit einer schweren Schlafapnoe geschieht das mehrere Hundert Mal pro Nacht. 

    Dies führt zu langfristigen Folgen, wie erhöhter Blutdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Menschen mit einer Schlafapnoe haben ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen. Besonders riskant ist eine Schlafapnoe bei Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), da diese durch ihre Begleiterkrankungen meist besonders schlecht mit Sauerstoff versorgt werden.

    Ein Mann liegt auf der Seite im Bett.

    Symptome und Folgen: Ab wann muss eine Schlafapnoe behandelt werden?

    Wer alleine im Bett liegt und nicht von einem Partner auf die Atemaussetzer aufmerksam gemacht wird, bei dem bleibt eine Schlafapnoe oft lange Zeit unentdeckt. Deshalb sollte man auf bestimmte Symptome achten und mit dem Arzt darüber sprechen. Mögliche Anzeichen sind: 

    • starke Tagesmüdigkeit
    • vielfach Konzentrationsstörungen
    • trockener Mund am Morgen
    • vermehrte Kopfschmerzen am Morgen
    • Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen in der Nacht
    • Herzrasen und Luftnot beim Erwachen
    • Potenzprobleme bei Männern

    Die nächtlichen Atemaussetzer führen dazu, dass Betroffene tagsüber öfter einnicken. Der sogenannte Sekundenschlaf stellt ein großes Risiko für alle dar, die im Auto oder im Lastwagen auf der Straße unterwegs sind. Dieser kann tödlich enden, auch deshalb ist die rechtzeitige Behandlung einer Schlafapnoe so wichtig.

    Diagnose: Was unternimmt der Arzt bei Verdacht auf Schlafapnoe?

    Wenn Anzeichen für eine Schlafapnoe auffallen, ist ein Gang zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt ratsam. Durch eine Anamnese werden zunächst Lebensgewohnheiten und Intensität der Beschwerden abgeklärt. Der Arzt untersucht dann auf anatomische Auffälligkeiten – wie Kieferfehlstellungen, Polypen in Nasen- und Rachenbereich oder Verkrümmungen der Nasenscheidewand. Auch kann eine Nacht in einem Schlaflabor nötig sein, die Einblicke in das Schlafverhalten des Betroffenen bringt. Erfasst werden dabei Blutdruck, Puls, der Sauerstoffgehalt im Blut und der Rhythmus der Atmung sowie die Hirnströme. Bewegungen der Augen und Beine im Schlaf werden ebenso registriert.

    Therapie bei Schlafapnoe: Was hilft wirklich?

    Besteht zusätzlich zu der Schlafapnoe ein Übergewicht, sollte der Betroffene möglichst abnehmen. Lungenärzte raten zudem zu einer guten Schlafhygiene. Die Empfehlung gilt für jeden und nicht nur für Menschen mit Schlafapnoe. Damit die Muskulatur der Atemwege nicht schlaffer wird als unter normalen Umständen, sollte man mindestens zwei Stunden vor dem Einschlafen keinen Alkohol mehr trinken. Schlaf- und Beruhigungsmittel gilt es nach Möglichkeit zu meiden, da sie die Atemmuskulatur erschlaffen lassen.

    Schlafen in Rückenlage führt häufiger zu Atemaussetzern. Die Betroffenen können sich die Seitenlage angewöhnen, in dem sie einen Tennisball ins Nachthemd einnähen oder ein Kissen in den Rücken legen. Das kann das nächtliche Umdrehen verhindern.

    Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Schlafapnoe?

    Sollten Gewichtsreduktion und Änderung der Lebensweise nicht zur Besserung der Beschwerden führen, sind weitere Behandlungsmöglichkeiten möglich – wie das Tragen einer CPAP-Maske oder einer Unterkieferprotrusionsschiene.

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