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Rauchentwöhnung: Ein persönlicher Beitrag zum Umweltschutz

Mann versucht sich vergeblich an der Rauchentwöhnung und raucht eine Zigarette

© AOK

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 17.02.2021

Wie ungesund Rauchen ist, haben in den letzten Jahrzehnten viele Studien nachgewiesen. Es ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in der Bundesrepublik. Aber wussten Sie, dass Zigaretten nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt stark belasten? Die Erde leidet massiv unter den weggeworfenen Stummeln, dem Tabakanbau und der Produktion. Erfahren Sie, warum sich die Rauchentwöhnung in doppelter Hinsicht lohnt.

Tabakkonsum in Deutschland und der Welt

Weltweit gibt es Schätzungen zufolge derzeit eine Milliarde Raucher, die im Jahr etwa 5,8 Billionen (5.800.000.000.000) Zigaretten rauchen. Der globale Konsum von Zigaretten wird sogar noch ansteigen, so die Prognose der WHO.

Das Bundesgesundheitsministerium ist jedoch zuversichtlich und veröffentlicht auf seiner Webseite: 

"Bei den Jugendlichen ist ein deutlicher Rückgang in der Raucherquote zu beobachten. Hier hat sich seit fünfzehn Jahren der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen erheblich reduziert. Er ist von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf 6,6 Prozent im Jahr 2018 gesunken. Auch bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren geht das Rauchen zurück. 2001 rauchten 44,5 Prozent. Im Jahr 2018 taten dies noch 24,8 Prozent." Derzeit rauchen nach Angaben des Ministeriums 23,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland.

Warum gibt es keinen Fairtrade-Tabak mit Bio-Siegel?

In Deutschland leben viele Menschen umweltbewusst. Eine Versichertenumfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ergab, dass Umweltschutz definitiv kein Randproblem ist. Laut der Analyse der Umfrage finden Frauen den Umweltschutz wichtiger als Männer. Besonders die Verschmutzung von Wasser und Luft bereiten laut der Umfrage Kopfzerbrechen.

Umweltbewusste Menschen kaufen unter anderem Bio-Gemüse aus der Region und Fairtrade-Kaffee, fahren möglichst oft Fahrrad anstatt Auto und versuchen Plastikmüll zu vermeiden – doch einige von ihnen sind Raucher. Aber vertragen sich Zigaretten überhaupt mit Umweltbewusstsein?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2017 zum ersten Mal einen umfassenden Bericht zu diesem Thema veröffentlicht. Das Ergebnis: Tabak bedroht die Ressourcen der Erde und verursacht Treibhausgasemissionen, die zum Klimawandel beitragen. Er wird unter alarmierenden Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern zum Nachteil für die Umwelt angebaut. Die Umwelt wird massiv verschmutzt. Ein Mitautor der WHO-Studie, Nicholas Hopkinson, beschreibt es wie folgt: „Raucherinnern und Raucher in den entwickelten Nationen verbrennen buchstäblich und metaphorisch die Ressourcen ärmerer Länder“. 2010 fällte der Bundesgerichtshof ein Urteil: Tabakkonzernen dürfen ihre Produkte nicht mehr mit "ökologisch" oder "bio" klassifizieren. Diese Unterlassung müssen alle Staaten registrieren und umsetzen, da sie auch in der Tabakrichtlinie der EU festgelegt wurde.

Wie schädlich ist Rauchen für die Umwelt?

An dem „Leben“ einer Zigarette lässt sich gut nachvollziehen, welchen Einfluss Rauchen konkret auf die Umwelt hat: Zunächst entstehen Schäden durch den Anbau und die Produktion von Zigaretten (1), es folgen die Auswirkungen durch das Rauchen selbst (2). Schließlich vergiften die weggeworfenen Zigarettenstummel die Erde über Jahrzehnte (3).

Was Raucher und Nichtraucher gegen die Umweltbelastung tun können

Als Raucher ist die Rauchentwöhnung die beste Strategie, um etwas Gutes für die eigene Gesundheit und die Umwelt zu tun. Doch auch wer nicht plant, aufzuhören, kann etwas zum Umweltschutz beitragen:

  • Entsorgen Sie vollständig gelöschte Zigarettenstummel im Müll, damit sie verbrannt werden können und nicht die Umwelt verschmutzen.
  • Tragen Sie immer einen Taschenaschenbecher bei sich, für den Fall, dass sich kein Müll in Ihrer Nähe befindet.
  • Falls Sie Zigaretten selbst drehen, können Sie ungebleichte Filter aus Zellulose verwenden, die biologisch abbaubar sind.

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