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Mikroplastik in Kosmetik vermeiden

Eine Frau hat selbstgemachte Creme in eine Schüssel gefüllt

© iStock / zest_marina

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 10.06.2021

Mikroplastik in Kosmetikprodukten kann schädlich für die Gesundheit sein – doch warum verwendet die Industrie Mikroplastik in diesen Produkten und welche Funktion erfüllt es? Wer sich und die Umwelt schonen möchte, greift am besten auf mikroplastikfreie Shampoos, Seife und Make-up zurück. Selbst gemacht ist hier sinnvoll: Mit unseren drei DIY-Gesichtsmasken wissen Sie ganz genau, welche Zutaten enthalten sind.

Inhalte im Überblick

    Warum steckt Mikroplastik in Kosmetikprodukten?

    Die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie setzt Kunststoffe, sogenannte synthetische Polymere, in einer Vielzahl von Produkten ein. Zu finden sind sie vor allem als Schleifpartikel in Zahnpasta oder in Peeling-Produkten. Die kleinen Kügelchen sollen abgestorbene Hautschüppchen entfernen und die Haut besonders intensiv reinigen. In Cremes und Lippenstiften wird Mikroplastik als Bindemittel verwendet, um die Konsistenz zu verbessern.

    Das Problem: Die synthetischen Polymere der Kosmetikprodukte gelangen über das Abwasser in die Kläranlagen. Und diese können Kunststoffe nur bedingt herausfiltern. Ein Teil davon gelangt dadurch in den Klärschlamm, ein anderer Teil in Meere und Flüsse. Einmal im Wasser angekommen, können diese Kunststoffe nicht mehr entfernt werden.

    Die gute Nachricht: Viele Hersteller verzichten mittlerweile auf Schleifmittel aus Mikroplastik, zum Beispiel in Zahnpasta. In zertifizierter Naturkosmetik sind solche synthetischen Kunststoffe gar nicht vorhanden. Ein Problem ist allerdings, dass sich in vielen Kosmetikprodukten auch Wachse, Gele oder flüssige Polymere befinden. Diese Kunststoffe werden meist nicht als Mikroplastik bezeichnet. Und an der Bezeichnung auf der Verpackung lässt sich oft nicht erkennen, ob es sich um Kunststoff in fester oder flüssiger Form handelt. Ein Beispiel: Lösliche Stoffe wie zum Beispiel Acrylsäure-Copolymere (INCI: Styrenes/Acrylates Copolymer) werden bei der Mikroplastikdiskussion häufig gar nicht berücksichtigt.

    Woran erkenne ich mikroplastikfreie Shampoos, Seifen und Make-up?

    Grundsätzlich können Verbraucher bei zertifizierter Naturkosmetik davon ausgehen, dass diese frei von Mikroplastik auf Erdölbasis ist. Allerdings sind Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, dazu gehört zum Beispiel die Polymilchsäure (INCI: Polylactic Acid), nicht verboten, obwohl auch diese als schwer abbaubar gelten.

    Bei konventioneller Kosmetik ist es schon etwas schwieriger, Kunststoffe zu erkennen und zu vermeiden. Am sichersten ist der Blick auf die Inhaltsstoffe. Unter „Ingredients" muss jedes Kosmetikprodukt die enthaltenen Inhaltsstoffe nach der „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients", kurz INCI genannt, auflisten. Finden Sie dort den Begriff „Polymer" können Sie davon ausgehen, dass sich Kunststoff darin befindet. Weitere Bezeichnungen für Kunststoffe finden Sie in dieser Liste der Verbraucherzentrale, die alle üblichen INCI-Bezeichnungen aufführt:

    • Acrylates Copolymer, Acrylates Crosspolymer
    • Allyl Stearate/VA Copolymer
    • Butylene/ethylene/styrene Copolymer
    • Ethylene/propylene/styrene Copolymer
    • Ethylene/acrylate Copolymer
    • Ethylene/methacrylate Copolymer
    • Polyamide, Nylon
    • Polyacrylate
    • Polymethyl Methacrylate
    • Polyquaternium
    • Polyethylene (PE)
    • Polyethylene Glycol (PEG-) (schwer abbaubar ab PEG-50)
    • Polyethylene Terephthalate (PET)
    • Polypropylene Terephthalete
    • Polybutylene Terephthalate
    • Polypropylene (PP)
    • Polypropylene Glycol (PPG) (schwer abbaubar ab PPG-50)
    • Polystyrene (PS)
    • Polytetrafluoroethylene
    • Polyurethane (PUR)
    • Styrene acrylates Coplymer
    • Silikone, zum Beispiel Cyclotetrasiloxane, Cyclopentasiloxane, Cyclohexasiloxane, Cyclomethicone / Silsesquioxane / Trimethylsiloxysilicate (Siliconharz)

    Ein praktischer Einkaufsratgeber vom BUND verschafft Verbrauchern einen Überblick über Hersteller und Kosmetikprodukte, die auf Mikroplastik setzen. In dieser Datenbank werden unlösliche, in Wasser quellbare und lösliche synthetische Polymere in Kosmetika aufgeführt. Auch manche Apps können schon beim Einkauf ermitteln, ob Produkte Mikroplastik enthalten. Einfach den Barcode von Lebensmitteln oder Kosmetikartikeln einscannen – schon zeigt die App, welche Inhaltsstoffe darin enthalten sind.

    Fazit: Was Sie laut Verbraucherzentrale über Mikroplastik in Kosmetikprodukten wissen sollten

    • Unter Mikroplastik versteht man feste Teilchen, die kleiner als 5 mm sind.
    • Zertifizierte Naturkosmetik mit Siegel darf keine Kunststoffe aus Mineralöl enthalten.
    • An die biologische Abbaubarkeit von Inhaltsstoffen stellt die EU-Kosmetikverordnung keine Anforderungen.
    • Schwer abbaubare Kunststoffe in flüssiger und fester Form werden vor allem in Kosmetika eingesetzt und können in Gewässer und Meere gelangen.
    • Es gilt als bisher unerforscht, wie gefährlich Mikroplastik für Mensch, Tier und Umwelt ist.

    Gesichtsmasken zum Selbermachen: drei DIY-Rezepte

    Wer in Sachen Gesichtspflege auf Nummer sicher gehen möchte, kann seine Masken mit diesem DIY-Rezept ganz einfach selbst machen. Die Rezepte und Zubereitungen für Gesichtsmasken für normale, fettige und trockene Haut, finden Sie hier:

    Apfel-Erdbeer-Essig-Maske bei unreiner Haut

    Zutaten:

    • 5 Erdbeeren
    • 3 EL Apfelessig

    Anwendung:

    Verquirlen Sie die Erdbeeren mit einem Mixer, geben Sie die 3 EL Apfelessig hinzu, das Ganze sollte dann ca. 3 Stunden ziehen. Verwenden Sie nur die dickflüssige Masse und lassen Sie die Erdbeer-Apfelessig-Maske über Nacht einziehen. Die Gesichtsmaske wirkt desinfizierend und erfrischend.

    Lehm-Maske bei fettiger Haut

    Zutaten:

    • Lehmpulver
    • Wasser
    • Weißwein

    Anwendung:

    Bei fettiger Haut hat sich die Lehmmaske bewährt. Sie brauchen ein wenig Lehmpulver, ein bisschen Wasser und einen Schuss Weißwein. Rühren Sie das Lehmpulver mit ein wenig Wasser an, geben Sie einen Schuss Weißwein hinzu. Die Lehmmaske sollte etwa eine halbe Stunde einwirken. Sie reduziert überschüssiges Hautfett.

    Eine Frau verwendet eine nachhaltige Gesichtsmaske

    © iStock / Bogdan Kurylo

    Sauerrahm-Honig-Maske bei trockener, rauer Haut:

    Zutaten:

    • 2 EL Sauerrahm
    • 1 EL Honig
    • Weizen- oder Haferflocken

    Anwendung: 

    Vermengen Sie die 2 EL Sauerrahm mit dem 1 EL Honig. Geben Sie anschließend die Getreideflocken hinzu und rühren Sie alles gut durch. Die Sauerrahm-Honig-Maske sollte etwa 15 Minuten einwirken, sie wirkt feuchtigkeitsspendend und entzündungshemmend.

    Weizenkleie-Essig-Maske für die einfache Pflege zwischendurch:

    Zutaten:

    • 4 EL erwärmten Apfelessig
    • 3 TL Honig
    • Weizenkleie

    Anwendung:

    Geben Sie die 4 EL Apfelessig in ein Glas und fügen Sie dann die 3 TL Honig hinzu. Rühren Sie die Weizenkleie unter, die Pflegemaske hat eine Einwirkzeit von 30 Minuten.

    Für alle Beauty-Masken gilt:

    Reinigen Sie zunächst gründlich Ihr Gesicht. Augen und Lippen sollten Sie beim Auftragen aussparen. Ein Spannungsgefühl auf dem Gesicht ist normal und lässt nach dem Abwischen sofort wieder nach. Benutzen Sie dafür am besten ein weiches Baumwolltuch oder waschbare Reinigungspads. Die Reste dann einfach mit Wasser abspülen. Anschließend trockentupfen und immer eine gute Gesichtscreme benutzen. Fertig!

    Wer Gefallen daran gefunden hat und bereits geübt in der Herstellung von Kosmetika ist, wird auch von der milden Reinigungsmilch (ca. 100 g) von AOK-Naturkosmetik-Expertin Heike Käser begeistert sein:

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