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Saubere Luft: Wie Sie sich vor Luftverschmutzung schützen können

Mann steht in einer gelben Regenjacke mit ausgebreiteten Armen in der Natur und genießt die frische Luft
Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 17.02.2021

In Deutschland wirken sich vor allem drei Stoffe in der Luft schädlich auf unsere Gesundheit aus: Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon. Wir können uns die Luft, die wir atmen, nicht aussuchen, aber die Belastung durch die gefährlichen Staubpartikel und Gase möglichst geringhalten. Welche Maßnahmen helfen, lesen Sie hier.

Silvesterfeuerwerke lassen die Feinstaubwerte explodieren – vor allem in Großstädten. Alljährlich entflammt deswegen eine Diskussion. Im Grunde ist das Thema aber ganzjährig aktuell, denn wir sind permanent Luftschadstoffen ausgesetzt. Gerade in Pandemie-Zeiten können sie unsere Gesundheit erheblich beeinträchtigen: In einer aktuellen Studie schätzen die Autoren der europäischen Fachgesellschaft der Kardiologen (ESC), dass die Langzeitbelastung durch hohe Feinstaubwerte, die zu Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, ein signifikanter Kofaktor sei, der die Schwere der COVID-19-Erkrankungen in Deutschland um etwa 26 Prozent beeinflusst.

Wie sauber ist die Luft, die wir atmen?

In Deutschland sind besonders diese drei Luftschadstoffe problematisch:

  • Feinstaub
  • Stickstoffdioxid
  • bodennahes Ozon

Bei den drei Substanzen werden regelmäßig die EU-Grenzwerte und die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtwerte überschritten. Verschmutzte Luft ist nicht nur für Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen ein Problem, sie erhöht generell das Risiko, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Die Schadstoffe dringen in die Lunge ein, sie schädigen aber auch die Gefäße und begünstigen so etwa Herzinfarkte und Schlaganfälle. Laut einer aktuellen Berechnung des Max-Planck-Instituts verkürzt die Luftverschmutzung weltweit die Lebenserwartung stärker als die meisten anderen Risikofaktoren. Luftverschmutzung erhöht unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen. Die Berechnungen sagen, dass fast 800.000 Europäer pro Jahr vorzeitig an Krankheiten sterben, die durch Luftverschmutzung verursacht wurden.

Luftqualität: Die gefährlichsten Luftschadstoffe im Überblick

Positive Effekte von sauberer Luft bereits nach kurzer Zeit

Luftverschmutzung ist in aller Regel menschengemacht, daher wäre es durchaus möglich, die gesundheitlichen Risiken durch Luftschadstoffe zu vermeiden. Eine aktuelle Studie der American Thoraic Society (ATS) belegt, wie schnell Maßnahmen gegen Luftverschmutzung positive Effekte zeigen. So führte eine 13-monatige Schließung eines Stahlwerks in den USA etwa dazu, dass Krankenhausaufenthalte wegen Lungenerkrankungen in den umliegenden Gemeinden um die Hälfte abnahmen. Eine Verkehrsberuhigung in Atlanta, die 1996 wegen der Austragung der Olympischen Spiele vorgenommen wurde, zeigte schnelle, radikale Verbesserungen: Vier Wochen lang mussten in der Stadt 40 Prozent weniger Kinder wegen Asthma behandelt werden.

So schützen Sie sich vor Feinstaub und Stickstoffdioxid

Über die Luft an unserem Wohnort können wir leider nicht bestimmen. Die wirksamste Schutzmaßnahme ist deshalb, Orte mit starker Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung (beispielsweise Verkehrsknotenpunkte) zu meiden. Das gilt insbesondere beim Sport: Bei Anstrengung atmen wir wesentlich mehr Luft ein und nehmen so auch mehr Schadstoffe auf. Wer von chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD betroffen ist, sollte besonders achtsam sein.

Zudem lässt sich die Luftqualität in unseren eigenen vier Wänden erheblich verbessern. Gegen Feinstaub und Stickstoffdioxid in Innenräumen helfen folgende Maßnahmen: 

  • Wenn Sie an einem verkehrsreichen Ort wohnen, sollten Sie zu Stoßzeiten nicht lüften.
  • Bürsten Sie Kleidung auf dem Balkon oder im Garten ab, wenn Sie damit an Orten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen unterwegs waren. Feinstaub wird so gar nicht erst in die Wohnräume getragen.
  • Rauchen Sie nicht in Innenräumen und im Auto, da beim Abbrennen einer Zigarette eine erhebliche Konzentration an Luftschadstoffen entsteht.
  • Nutzen Sie keinen offenen Kamin. Die Schadstoffkonzentration erhöht sich durch diese Emissionsquelle erheblich.
  • Benutzen Sie keine alten Laserdrucker ohne Filter. Diese setzen Feinstaub frei.

So schützen Sie sich im Sommer vor Ozon

Das Umweltbundesamt hat einen 8-Stunden-Mittelwert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter (µg/m³) festgelegt, um die Belastung einzustufen. Hohe Ozonkonzentrationen treten vor allem bei hohen Temperaturen auf. Folgende Verhaltensregeln helfen, sich dem Reizgas bei hoher Belastung nicht auszusetzen: 

  • Nutzen Sie Wetterdienste, die aktuelle Ozonwerte bekanntgeben.
  • Sport im Freien sollten Sie möglichst in den Morgenstunden betreiben. Vor allem mittags bis nachmittags gilt es, anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden.
  • Lüften Sie am besten morgens, da später am Tag vermehrt Ozon in die Innenräume gelangt.

Was Sie langfristig für saubere Luft tun können

Für verstärkte Maßnahmen gegen Luftverschmutzung sind politische Entscheidungen nötig – dennoch sind wir nicht machtlos gegen Luftverschmutzung. Folgendes können wir selbst tun, um die Belastung unserer Atemluft durch Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon zu reduzieren: 

  • Fahren Sie möglichst wenig Auto. Gehen Sie dafür öfter zu Fuß, nutzen Sie das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel.
  • Wählen Sie Urlaubsziele in der Nähe, um lange Flugreisen zu vermeiden.
  • Verzichten sie an Silvester auf das private Feuerwerk.
  • Essen Sie weniger Fleisch, um die Emissionen durch Masttierhaltung zu reduzieren.
  • Bevorzugen Sie regionale Produkte ohne lange Transportwege.
  • Versuchen Sie, möglichst wenig Abfall zu produzieren, trennen Sie Müll und entsorgen Sie Sondermüll wie Batterien fachgerecht.
  • Verzichten Sie beim Heizen auf den Kamin und senken Sie die Raumtemperatur generell. Das Umweltbundesamt empfiehlt 20 Grad in Wohnräumen.

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