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Entspannt durch die Wechseljahre

Eine lachende Frau mit rotem Top, wahrscheinlich in den Wechseljahren, macht Sport

© iStock / Fly View Productions

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 26.03.2021

In den Wechseljahren verändert sich das Zusammenspiel der Hormone. Das führt zu Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Was genau im Körper passiert und wann ein Gespräch mit dem Gynäkologen sinnvoll ist.

Inhalte im Überblick

    Wann beginnen die Wechseljahre?

    Das Erleben und der Beginn der Wechseljahre ist bei jeder Frau anders – bei den meisten Frauen beginnen sie im Alter zwischen 45 und 55 Jahren. In Deutschland haben Frauen im Durchschnitt  mit 51 Jahren ihre letzte Monatsblutung.

    Wann die Menopause eintritt, ist häufig erblich bedingt. Bei Müttern und Töchtern hören die Regelblutungen meistens im gleichen Alter auf. Bei starken Raucherinnen oder Müttern mit vielen Kindern setzen die Wechseljahre zum Teil früher ein. Auch Zykluslänge oder Über- und Untergewicht können den Beginn der Wechseljahre möglicherweise beeinflussen. Eindeutige Belege dafür gibt es allerdings nicht.

    Werden einer Frau beide Eierstöcke chirurgisch entfernt, setzen die Wechseljahre aprupt ein. 

    Was genau passiert im Körper einer Frau während der Wechseljahre?

    Während der Wechseljahre verändert sich die Hormonproduktion. Die körpereigenen Hormone Östrogen und Progesteron, die in den Eierstöcken gebildet werden, verringern sich. Das hat zur Folge, dass es seltener zu einem Eisprung kommt. Die Menopause setzt ein, denn ab diesem Zeitpunkt bleibt die Periode aus und die Frau kann nicht mehr schwanger werden.

    Die verringerte Hormonproduktion sorgt aber auch für eine veränderte Knochendichte. Das hat zur Folge, dass Frauen anfälliger für Frakturen (Knochenbrüche) werden, etwa 30 Prozent aller Frauen leiden in den Wechseljahren unter Osteoporose.

    Außerdem beginnt der Körper, Energie anders zu nutzen. Durch die geringere Östrogenproduktion und dadurch im Verhältnis höhere Testosteronkonzentration verändert sich das Fettverteilungsmuster. Viele Frauen klagen über vermehrtes Fettgewebe im Bauchbereich, ohne die Ernährung verändert zu haben. Viele nehmen in dieser Zeit auch insgesamt stärker und schneller an Gewicht zu. 

    Trotz der ausbleibenden Blutung sollten Frauen in den Wechseljahren übrigens, wenn sie nicht schwanger werden wollen, noch mindestens 12 Monate nach ihrer letzten Periode auf die Empfängnisverhütung achten. Erst danach gilt die Menopause als sicher erreicht.

    Frau mit langen grauen Haaren, vermutlich in den Wechseljahren, sitzt versonnen am Fenster und guckt raus

    © iStock / Ridofranz

    Welche Symptome sind typisch für die Wechseljahre?

    Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Übergangsphase, die ein normaler Teil des Alterns ist. Trotzdem gibt es viele Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden leiden, dazu gehören:

    • Hitzewallungen
    • Schlafstörungen
    • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
    • Schmerzen beim Sex
    • Scheidentrockenheit
    • Blasenschwäche (Inkontinenzprobleme)
    • Depressive Verstimmung
    • Reizbarkeit
    • Nervosität

    Wie lang die Symptome bleiben, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Schweißausbrüche und Hitzewallungen, die zu den häufigsten Symptomen bei den Wechseljahren gehören, lassen in den häufigsten Fällen nach vier bis fünf Jahren wieder nach. 

    Am auffälligsten verändert sich die Periode. Möglicherweise erfolgt sie in dieser Zeit nicht mehr regelmäßig, dauert kürzer oder länger oder die Blutung ist mal mehr und mal weniger stark. Diese Veränderungen gelten als normal. Bei folgenden Beschwerden sollten Sie allerdings einen Gynäkologen aufsuchen:

    • Ihre Periode kommt sehr schnell hintereinander.
    • Ihre Periode dauert länger als eine Woche.
    • Sie leiden unter sehr starken Blutungen.

    Lassen sich Wechseljahre „behandeln“?

    Wer unter starken Beschwerden leidet, sollte sich an seinen Gynäkologen wenden. Anhand der Hormonwerte kann er genau feststellen, ob Sie sich in den Wechseljahren befinden und andere Ursachen ausschließen.

    Ob dann auch eine spezielle Hormontherapie nötig ist, entscheiden Sie gemeinsam mit dem Gynäkologen. Am häufigsten kommt eine Hormonbehandlung mit einer Mischung aus Östrogen und Gestagen oder nur mit Östrogen zum Einsatz, wenn einer Frau die Gebärmutter entfernt wurde. Wegen ihrer hohen Risiken wird eine langfristige Hormontherapie (auch Hormonersatztherapie genannt) heute allerdings kaum noch empfohlen.

    Einige Frauen benötigen gar keine Behandlung, weil sie nur leichte Beschwerden haben. Viele Frauen probieren in dieser Lebensphase Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga aus. Häufig mildert dies auch Schlafbeschwerden. Ähnlich wirksam ist Sport und Bewegung, denn körperliche Aktivität stärkt die Knochen, verbessert die Fitness und Muskelkraft und schützt das Herz-Kreislauf-System.

    Der kleine Unterschied: Kommen Männer auch in die Wechseljahre?

    Auch bei Männern verändert sich der Hormonspiegel. Ab dem 30. Lebensjahr nimmt das Testosteron, das männliche Sexualhormon, ab, jedoch ganz allmählich und ,über einen viel längeren Zeitraum. 
    Von "männlichen Wechseljahren" oder einer "Andropause" kann man daher nicht sprechen. Die meisten Männer haben durch das leicht verminderte Testosteron auch keine Beschwerden. .

    Dennoch gibt es einige Symptome, die einem niedrigen Testosteronspiegel zugeschrieben werden. Dazu gehören:

    • Antriebsschwäche
    • sinkende Muskelkraft
    • Abnahme der sexuellen Lust (Erektionsstörungen)
    • Hitzewallungen
    • Abnahme der Knochendichte (Osteoporose)

    All diese Beschwerden können allerdings auch eine Folge von Stress sein oder auf andere Erkrankungen hinweisen. Bei starken Beschwerden und Unwohlsein, sollten Männer Ihren Hausarzt aufsuchen.

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