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Mittelohrentzündung beim Kind richtig behandeln

Mutter tastet Jungen mit schmerzendem Ohr am Kopf ab
Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 08.07.2020

Eine akute Mittelohrentzündung, auch otitis media genannt, verursacht beim Kind starke Schmerzen. Wann welche Behandlung am sinnvollsten ist und wie Sie überhaupt eine Mittelohrentzündung bei ihrem Nachwuchs erkennen, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Mittelohrentzündungen zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. Eine akute Mittelohrentzündung äußert sich unter anderem durch starke Ohrenschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Allerdings: Vor allem bei Babys und Kleinkindern sind die Symptome oft schwer zuzuordnen. Und auch bei der Behandlung gibt es Unterschiede.

    Mittelohrentzündung bei Babys: Symptome meist nicht eindeutig

    Das Baby schreit, ist unruhig oder hat massive Einschlafprobleme? Es könnte sich vielleicht um eine Mittelohrentzündung handeln. 

    Eine akute Mittelohrentzündung bei Babys zu erkennen, ist nämlich leider gar nicht so einfach. Denn den Kleinen fehlen schlichtweg die Mitteilungswege, um ihre Beschwerden Ausdruck zu verleihen. In der Regel äußert sich eine Entzündung des Mittelohrs bei Babys daher durch allgemeines Unwohlsein. Eltern sollten darauf achten, ob das Baby …

    • sich häufig ans Ohr fasst
    • es unruhig und gereizt wirkt
    • es ungewöhnlich oft schreit und nicht schlafen kann

    Wie äußert sich eine Mittelohrentzündung beim Kind?

    Bei Kleinkindern und Kindern zeigen sich meist folgende Symptome:

    • Ohrenschmerzen
    • Fieber
    • Hörminderung
    • Krankheitsgefühl

    Mittelohrentzündung richtig behandeln: Was tun, wenn die Ohren schmerzen?

    Bei Kindern ab einem Alter von zwei Jahren mit leichten Beschwerden wählt der Arzt in der Regel zunächst eine sogenannte abwartende Behandlung. Das bedeutet: Er verordnet ein Medikament gegen Schmerzen und Fieber und wartet mit einer etwaigen Antibiotika-Behandlung zunächst ab. Oft reichen schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol (bei Kleinkindern als Zäpfchen oder Saft) aus, um die Beschwerden rasch zu lindern. Häufig wird zudem die Anwendung von abschwellenden Nasentropfen empfohlen.

    Ab wann ist Antibiotika bei einer Mittelohrentzündung sinnvoll?

    Es gibt eine eindeutige Empfehlung für den Einsatz von Antibiotika bei Säuglingen unter sechs Monaten sowie bei eitrigem Ausfluss aus dem Ohr oder einer Entzündung beider Ohren und allgemein schwerem Krankheitsverlauf bei Kindern unter zwei Jahren. Ebenso bei Fieber über 39 Grad und anhaltendem eitrigem Ausfluss. 

    Bestehen Risikofaktoren wie beispielsweise schwere Grunderkrankungen oder ein Cochlea-Implantat, oder ist eine Verlaufskontrolle innerhalb der ersten drei Tage nicht möglich, so sollten Antibiotika gegeben werden.  Eine Neubewertung bei abwartendem Verhalten bei älteren Kindern sollte 36-48 Stunden nach Symptombeginn erfolgen. Sollte weiterhin auf eine Antibiotikatherapie verzichtet werden, so sollte das Kind erneut nach 24 Stunden beim Kinderarzt vorgestellt werden.

    Warum Kinder häufiger an einer Mittelohrentzündung erkranken

    Mittelohrentzündungen sind vor allem bei Kindern besonders häufig. Warum? Eine Entzündung im Ohrbereich entsteht in den meisten Fällen dadurch, dass Viren über den Mund-Rachen-Raum über die sogenannte Ohrtrompete bis zum Mittelohr aufsteigen. Die Ohrtrompete ist bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen erheblich verkürzt, sodass Viren und Bakterien schneller in den Gehörgang gelangen. Eine Mittelohrentzündung tritt bei Kindern meist im Zusammenhang mit einer Erkältungskrankheit auf.

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