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Schöne Haarfarbe ganz ohne Chemie

Eine natürliche Haarfarbe ist auch ohne Chemikalien möglich.

© Bezugsquelle: iStockphoto.com Urheber*In: Drazen Zigic Bild-ID: 1208516997

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 23.10.2020

Einfach mal ein neuer Look. Welche Frau kennt es nicht? Damit ist meistens eine neue Haarfarbe gemeint. Doch das führt zu strapaziertem Haar. Welche schonenden Alternativen es gibt und ob diese genauso gut funktionieren wie die Chemie, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Die grauen Haare sollen kaschiert, der Naturhaarfarbe mehr Intensität verliehen oder der Typ radikal verändert werden: Doch egal, aus welchem Grund das Haar gefärbt oder getönt wird – wer in der Drogerie oder beim Friseur die herkömmlichen Produkte wählt, der ahnt schon allein aufgrund des stechenden Geruchs beim Anmischen, dass es sich um einen Chemie-Cocktail handelt. Aber für ein langanhaltendes, waschechtes Farbergebnis braucht es schließlich chemisch wirksame Stoffe – oder nicht?

    Durchbruch ins Haarinnere

    Schaut man sich ein Haar unter dem Mikroskop an, fällt zunächst ein dunkler Strich ins Auge. Der sogenannte Markkanal (Medulla) zieht sich der Länge nach durch das gesamte Haar. Doch was dem Haar seine Farbe verleiht, ist die Faserschicht (Cortex), die um diesen luftgefüllten Kanal liegt, denn in ihren Zellen befinden sich Farbpigmente. Jedes einzelne Haar wird wiederum von einer Schuppenschicht (Cuticula) ummantelt, die es vor äußeren Einflüssen wie Wasser oder chemischen Substanzen schützt.

    Um die Haarfarbe dauerhaft zu ändern, muss diese Schutzschicht aufgebrochen werden. Nur so können die Farbstoffe tief ins Haar eindringen. Deshalb kommen in der Regel alkalische Mittel wie Ammoniak zum Einsatz, die die Schuppenschicht aufquellen lassen und durchlässig machen. Wie in einem Schwamm bilden sich dabei viele kleine Zwischenräume im Haar – und es entsteht Platz für die zunächst noch farblosen Pigmentvorstufen.

    In der inneren Faserschicht bilden diese mithilfe eines „Entwicklers“ (meist Wasserstoffperoxid) größere Farbmoleküle und verbinden sich mit dem Protein Keratin, dem Hauptbaustein der Haare. Auf diese Weise fest verankert, können sie nicht mehr ausgespült werden. Voraussetzung für die permanente Coloration ist, dass die Schuppenschicht anschließend wieder geschlossen wird. Daher wird nach dem Ausspülen der Farbe üblicherweise noch eine versiegelnde Kur aufgetragen. 

    Was sich als eine geniale Erfindung erwiesen hat und hoher Beliebtheit erfreut, hat aber auch eine Kehrseite. In konventionellen Haarfärbeprodukten findet sich eine Reihe Chemikalien, die ein – zum Teil hohes – Potenzial haben, Allergien auszulösen oder die Haut zu reizen. Darunter Ammoniak, Peroxide, sogenannte PEG-Derivate oder das Färbemittel p-Phenylendiamin. 

    Häufiges Färben mit Chemie greift das Haar an

    In seltenen Fällen kann es sogar zu heftigen allergischen Reaktionen oder Verätzungen der Kopfhaut durch die Produkte kommen. Vor allem Menschen mit sensibler Haut oder einer Neigung zu Allergien haben ein erhöhtes Risiko für solche Reaktionen. In jedem Fall wird das Haar selbst geschädigt – und das umso mehr, je öfter es chemisch gefärbt wird.

    Insbesondere Blondierungen setzen ihm schwer zu. Denn beim Bleichen werden die Farbpigmente zunächst aus den Haaren gelöst und schließlich durch synthetische ersetzt. Dabei verändert sich mit der Zeit die Struktur der Haare: Sie werden spröde, porös und verlieren an Dicke. Jede Anwendung greift das Haar weiter an – mit den glanzvollen sowie voluminösen Zeiten kann es dann bald vorbei sein.

    Und auch die vermeintlich sanfteren Tönungen sind keine gesundheitlich unbedenkliche Alternative. Zwar dringen ihre auswaschbaren Farbpigmente nicht durch die Schuppenschicht hindurch tief ins Haar ein, aber meist kommen auch sie nicht ohne Substanzen aus, die für die Gesundheit problematisch sein können.

    Mit Pflanzenfarbe wird das Haar nicht geschädigt.

    © iStock/supersizer

    Eine sanftere Lösung hält die Natur parat

    Wer den Chemie-Cocktail vermeiden möchte, dem steht mittlerweile eine große Auswahl an pflanzlichen Haarfärbemitteln zur Verfügung. Insbesondere zertifizierte Bio-Produkte weisen eine hohe Qualität hinsichtlich der Inhaltsstoffe auf. Eingesetzt werden hochwertige Öle und Pflanzenextrakte, die nahezu jeden Farbwunsch erfüllen: Von Blond (Kamille, Rhabarber) über Hell- und Dunkelbraun (Indigo, Walnuss) bis hin zu rötlichen Reflexen (Henna, Rote Bete).

    Sogar der eigene Naturton lässt sich mit Cassia, einer Art neutralem Henna, ganz leicht intensivieren. Nur extreme Typ-Veränderungen sowie starke Aufhellungen bzw. Blondierungen sind nicht möglich. Und auch bei der Grauhaarabdeckung stoßen die natürlichen Farben – insbesondere beim Selbstfärben – häufig an ihre Grenzen. Naturhaarfarben wirken nämlich nur an der äußeren Schuppenschicht und dringen nicht „gewaltsam“ tief ins Haar ein. So werden aber auch seine Struktur und die in ihm vorhandenen Pigmente nicht angegriffen. 

    Die Naturfarbe ist häufig in Pulverform erhältlich und muss mit heißem Wasser zu einem Brei angerührt werden. Durch die Wärme lösen sich nicht nur die Pigmente im Pulver, gleichzeitig wird auch die äußere Schuppenschicht des Haars schonend geöffnet, sodass die Pigmente langsam in sie eindringen können. Die Einwirkzeit ist mit bis zu zwei Stunden länger als bei chemischen Farben, und das Ergebnis hängt auch von der Haarbeschaffenheit ab. Für eine permanente Farbe ist in der Regel alle fünf bis sechs Wochen ein Nachfärben nötig.

    3 Fragen zur Naturfarbe

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