Gesunde Ernährung

Kein Alkohol: Was bringt ein längerer Alkoholverzicht?

Veröffentlicht am:16.02.2021

aktualisiert am 09.10.2026

7 Minuten Lesedauer

Ob zur Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag oder im Rahmen eines alkoholfreien Monats wie dem Dry January: Ein bewusster, längerer Alkoholverzicht hat viele positive Effekte auf Körper und Psyche. Was eine Zeit ohne Alkohol bewirkt.

Eine Gruppe Freunde prostet sich mit gesunden Smoothies zu.

© iStock / franckreporter

Warum ist ein Alkoholverzicht sinnvoll?

Der Konsum von Alkohol ist grundsätzlich ungesund. Alkohol ist ein Zellgift, kann süchtig machen und jedes Organ im Körper schädigen. Unbedenkliche Mengen gibt es nicht, selbst ein moderater Alkoholkonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden.

Laut einer Studie aus Japan können schon geringe Mengen Alkohol den Blutdruck erhöhen – der Effekt ist bei Männern und Frauen ähnlich ausgeprägt, tendenziell sogar leicht stärker bei Männern. Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Herzinsuffizienz oder sogar zu einem Schlaganfall führen.

Jede Form von Alkoholverzicht tut gut und ist gesund – am besten über einen längeren Zeitraum und in regelmäßigen Abständen. Durch Alkoholfasten können körperliche und psychische Beschwerden gelindert werden. Kreisen Ihre Gedanken jedoch ständig um das Thema Alkohol, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Die positiven Effekte eines Alkoholverzichts: Erholsamerer Schlaf, Gewichtsverlust, sinkender Blutdruck, besseres Hautbild, entlastete Leber, steigende Stimmung und Energie.
Alkoholverzicht lohnt sich: Die positiven Effekte sind schon nach kurzer Zeit spürbar.

Was passiert beim Alkoholverzicht im Körper?

Der gesundheitliche Nutzen eines Alkoholverzichts ist individuell und hängt von der Abstinenzdauer sowie dem früheren Konsum ab. Fest steht: Ein Leben ohne Alkohol hat nur Vorteile.

Eine längere Pause entlastet die Leber und minimiert das Risiko einer Leberzirrhose. Auch das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt, wenn kein Alkohol getrunken wird. Bei Alkoholikern und Alkoholikerinnen, die über einen längeren Zeitraum abstinent waren, lässt sich auch eine Verbesserung der Gedächtnisleistung nachweisen.

So verändert sich Ihr Körper, wenn Sie auf Alkohol verzichten:

  • Nach einer Woche ohne Alkohol: Anfangs kann es zu Reizbarkeit und Schlafproblemen kommen, doch im Laufe der Woche verbessern sich Energie, Konzentration und Schlafqualität.
  • Nach zwei Wochen Alkoholverzicht: Gewichtsverlust wird sichtbar, der Schlaf ist tiefer, die Leistung steigt. Sie sind weniger gestresst, Ihr Immunsystem ist stärker.
  • Nach vier Wochen ohne Alkohol: Die ersten 30 Tage ohne Alkohol zeigen vielfältige positive Effekte, Ihre Haut wird besser, Sie fühlen sich fitter und Ihr Blutdruck ist niedriger als vorher. Zudem sinken der Cholesterinspiegel und das Diabetesrisiko deutlich.
  • Nach sechs Wochen Alkoholverzicht: die Blutwerte können sich enorm bessern. Ihre gesamte körperliche und auch psychische Gesundheit ist besser.
  • Nach drei Monaten ohne Alkohol: Deutlich verbesserte Gesundheit, besseres Körpergefühl und geistige Klarheit. Der Zustand des Immunsystems, der Haut, des Blutes und der Psyche haben sich verbessert. Auch Libido, Potenz und Selbstbewusstsein steigen – ein Erfolgserlebnis, das neue Hobbys und Kontakte fördern kann.
  • Ein Jahr ohne Alkohol: Je länger Sie auf Alkohol verzichten, desto mehr werden Sie die Unterschiede von vorher und nachher spüren. Neben einem geringeren Krebsrisiko profitieren Sie von einer besseren Leber- und psychischen Gesundheit. Hinzu kommen praktische Vorteile wie Geldersparnis, gestärkte soziale Beziehungen und höhere Produktivität.

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Studie zum Dry January: Wie wirkt sich ein Monat Alkoholverzicht aus?

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der University of Sussex untersuchten 2019 in einer Studie  die Effekte eines Dry January, also dem Alkoholverzicht über den gesamten Januar.

Nach vier Wochen ohne Alkohol verringerten sich die Trinktage langfristig durchschnittlich um einen Tag pro Woche und auch die pro Tag konsumierten Mengen Alkohol gingen zurück.

Ergebnisse der Studie zum Dry January in Zahlen

  • 93 Prozent aller Teilnehmenden, die den Dry January durchhielten, empfanden es als Erfolgserlebnis, einen Monat auf Alkohol verzichtet zu haben
  • 88 Prozent sparten Geld, weil sie vier Wochen keinen Alkohol getrunken haben
  • 82 Prozent dachten durch das Alkoholfasten über ihren Alkoholkonsum nach
  • 80 Prozent fühlten sich nach dem Dry January besser in der Kontrolle über ihr Trinken
  • 76 Prozent erfuhren durch das Leben ohne Alkohol mehr darüber, wann und warum sie trinken
  • 71 Prozent erkannten durch den Alkoholverzicht, dass sie keinen Alkohol brauchen, um sich zu amüsieren
  • 70 Prozent berichteten, ihre Gesundheit habe sich durch den Dry January generell verbessert
  • 71 Prozent schliefen durch das Alkoholfasten besser
  • 67 Prozent hatten ohne Alkohol mehr Energie
  • 58 Prozent verloren Gewicht, weil sie keinen Alkohol tranken
  • 57 Prozent konnten sich besser konzentrieren
  • 54 Prozent bekamen durch den Alkoholverzicht eine bessere Haut

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Wer profitiert am meisten vom Alkoholfasten?

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen leiteten aus den Studienergebnissen ab: Bereits im Zeitraum von einem Monat, in dem kein Alkohol getrunken wird, zeigen sich positive Effekte. Durch einen Dry January verändern viele Menschen außerdem ihr Trinkverhalten. Den größten Nutzen durch Alkoholfasten haben laut der Studie diejenigen, die ihren Alkoholkonsum langfristig stark einschränken.

Ein guter Start ist der Dry January aber allemal. Der Alkoholverzicht über vier Wochen muss natürlich nicht zwingend im Januar stattfinden – wer ein Leben ohne Alkohol ausprobieren möchte, kann ihn auch zu jedem anderen Zeitpunkt im Jahr durchführen.

Wer sollte besser nicht Alkoholfasten?

Ob es während des strikten Alkoholverzichts zu Entzugssymptomen wie Schwitzen, Zittern, depressiver Verstimmtheit, Gereiztheit oder Schlafstörungen kommt, hängt davon ab, wie viel Alkohol man vor dem Alkoholfasten getrunken hat. Wer nur in unregelmäßigen Abständen das ein oder andere Glas Alkohol trinkt, wird vermutlich keine dieser Begleiterscheinungen bemerken.

Wer jedoch regelmäßig größere Mengen Alkohol konsumiert, sollte sich professionelle Hilfe holen und sich mit dem Hausarzt oder der Hausärztin abstimmen, wie sich der Alkoholkonsum langfristig vermeiden lässt.

Eine Frau wacht ausgeruht und gut gelaunt in ihrem Bett auf.

© iStock / Boris Jovanovic

Alkoholverzicht hat viele positive Effekte: Schon nach zwei Wochen verbessert sich die Schlafqualität.

Wie gelingt der Alkoholverzicht?

Mit einer guten Vorbereitung fällt ein längerer Alkoholverzicht oder ein Leben ganz ohne Alkohol in der Regel leichter:

  • Machen Sie sich immer wieder die Vorteile des Verzichts klar. Ein Leben ohne Alkohol lohnt sich! Sie werden sich fitter und wohler fühlen und unterstützen mit jedem Tag, den Sie keinen Alkohol trinken, Ihre Gesundheit.
  • Setzen Sie sich ein konkretes Ziel, wie lange der Alkoholverzicht mindestens dauern soll – etwa vier Wochen kein Alkohol wie beim Dry January oder während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag.
  • Meiden Sie während des Alkoholverzichts Situationen, die Sie dazu verleiten könnten, Alkohol zu trinken – wie Bar-Besuche oder Partys. Verabreden Sie sich stattdessen zum Kaffee oder zu einem Spaziergang.
  • Es muss nicht immer Mineralwasser sein: Testen Sie sich durch die Vielfalt an alkoholfreien Cocktails – sogenannte Mocktails.
  • Suchen Sie sich Verbündete und machen Sie das Alkoholfasten gemeinsam mit anderen. Der Austausch mit Gleichgesinnten motiviert und kann das Durchhalten erleichtern.

Die AOK unterstützt Sie beim Alkoholverzicht

Die AOK bietet zahlreiche Angebote für Menschen, die auf Suchtmittel wie Alkohol oder Nikotin verzichten wollen. Informieren Sie sich bei Ihrer AOK über passende Leistungen.

Nach der alkoholfreien Zeit: Dranbleiben lohnt sich!

Nach dem Alkoholverzicht ist es entscheidend, nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Weiter wenig oder besser gar keinen Alkohol zu trinken – das ist am gesündesten. Eine unbedenkliche Menge Alkohol gibt es nicht.

Als risikoarm werden laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein bis zwei kleine Gläser Wein pro Woche eingestuft. Riskant wird es, wenn die konsumierte Menge Alkohol fünf kleine Gläser Wein pro Woche überschreitet. Gar keinen Alkohol trinken sollten Schwangere und Stillende.

Diese Richtwerte sind keinesfalls eine Empfehlung für den Konsum. Die DGE betont: Je weniger Alkohol, desto besser für die Gesundheit. Auch der Mythos, dass ein Glas Rotwein pro Tag das Leben verlängern würde, ist inzwischen wissenschaftlich widerlegt.

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