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Wenn Männer in die Jahre kommen...

AOK Hessen informiert über Veränderungen im männlichen Hormonhaushalt

Bad Homburg. Auch Männer kommen in die Wechseljahre. So jedenfalls ist immer wieder zu hören und tatsächlich stellen sich auch beim vermeintlich starken Geschlecht mit fortschreitendem Alter Veränderungen des Hormonhaushaltes ein. Mögliche Folgen: Schlafstörungen, reduziertes sexuelles Verlangen, Stimmungsschwankungen. Doch mit den Wechseljahren bei der Frau ist die sogenannte Andropause nicht vergleichbar.

Denn während der Sexualhormonspiegel beim weiblichen Geschlecht mit der letzten Monatsblutung sehr abrupt abfällt, sinkt die Testosteronproduktion bei den meisten Männern ab dem 40. Lebensjahr langsam, aber stetig ab. "Das ist erst mal kein Grund zur Sorge, sondern Folge eines normalen Alterungsprozesses", sagt Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Allerdings: Auch ein ungesunder Lebensstil kann zu einem Absinken des Testosteronspiegels führen. Mehr Bauchfett bedeutet in der Regel auch weniger Testosteron. Smiths Tipp lautet deshalb: "Das beste Anti-Aging-Mittel ist eine ausgewogene, Ernährung in Verbindung mit viel Bewegung."

Was macht Testosteron?
Das männliche Sexualhormon Testosteron regt den Knochenaufbau an und stimuliert das Wachstum der Muskeln. In dem Maße, in dem der Testosterongehalt abnimmt, werden auch die Knochen und Muskeln schwächer. Zeitgleich legt das Fettgewebe insbesondere im Bauchbereich zu. Durch den sinkenden Hormonspiegel ist die Stimmung bei manchen Männern gedrückt, der Antrieb geht zurück, Leistung und Konzentration lassen zu wünschen übrig. Andere kämpfen mit Schlafstörungen, Müdigkeit, Schweißausbrüchen oder Herzrasen. Die sexuelle Aktivität lässt häufig nach.

Bei Beschwerden zum Arzt gehen
"Solche Beschwerden müssen aber nicht unbedingt mit dem Sinken des Testosteronspiegels zusammenhängen, sondern können auch viele andere Ursachen haben. Sie können beispielsweise auf Herz-Kreislauf- oder Schilddrüsen-Erkrankungen hinweisen", sagt Smith. Wer Beschwerden hat, die über das normale altersbedingte Nachlassen der Leistungsfähigkeit hinausgehen, sollte deshalb zum Arzt gehen. Betroffene können sich an ihren Hausarzt, einen Urologen oder einen Internisten wenden, um durch eine gezielte Diagnostik die Ursache der Beschwerden und die geeigneten Therapiemöglichkeiten zu finden. "Greifen Sie auf keinen Fall ohne Rezept und medizinische Kontrolle zu Hormonpräparaten, Medikamenten aus dem Internet oder zu Potenzpillen", warnt Smith. Denn die Gefahr, Fälschern auf den Leim zu gehen, ist zu groß. Zudem sind die Nebenwirkungen und Risiken von Medikamenten gegen Testosteronmangel bislang kaum erforscht - erst recht nicht ihre Langzeitwirkung. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie das Auftreten von Übergewicht und Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und sogar Prostatatumore fördern können. Smiths Fazit: "Da die Risiken in keinem Verhältnis zu den möglichen positiven Effekten stehen, ist die Gabe von Testosteron nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen sinnvoll".

Stattdessen: Gesunde Lebensweise
Das beste natürliche Mittel, um den Alterungsprozess zu verzögern, ist eine gesunde Lebensweise. "Ernähren Sie sich möglichst ausgewogen. Nehmen Sie ausreichend Proteine und Ballaststoffe auf und begrenzen Sie die Aufnahme tierischer Fette, trinken Sie Alkohol nur in Maßen und bewegen Sie sich regelmäßig", empfiehlt Smith. Besser als Hamburger, Steaks und Bratwürste, die viel Fett enthalten, sind Gemüse, Fisch, Geflügel, Obst, und Vollkornbrot. Fleisch sollte nicht öfter als 2-3 mal pro Woche auf den Tisch kommen, Fisch dagegen mindestens 2 mal pro Woche. Als Durstlöscher sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees und Saftschorlen empfehlenswert. Die Schorlen sollten aus mindestens zwei Dritteln Wasser und höchstens einem Drittel Fruchtsaft bestehen. In Softdrinks wie Cola und Eistee ist dagegen viel Zucker versteckt - wer abnehmen oder sein Gewicht halten möchte, solle diese Getränke deshalb meiden. Wichtig ist es auch, sich regelmäßig zu bewegen: „Wer Rad fährt, läuft oder schwimmen geht, baut Fettgewebe ab und Muskelmasse auf. Gleichzeitig hilft Sport, Stress abzubauen, Verspannungen zu lindern und hellt die Stimmung auf“, sagt Angela Smith. Warum also den „Wechseljahrsbeschwerden“ nicht einfach davonlaufen?

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Stephan Gill - 06172/272-144 oder Stephan.Gill@he.aok.de