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Wenn die Welt auf dem Kopf steht ...

Schwindel nicht auf die leichte Schulter nehmen/Tipps zum richtigen Umgang

Bad Homburg. Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden, die hessische Patienten zum Arzt führen. Nach aktuellen Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist er nach Kopfschmerzen das zweithäufigste Krankheitssymptom. "Die Ursachen sind sehr vielfältig", erklärt Dr. Angela Smith, Medizinerin bei der AOK Hessen.

Schwindel entsteht meist aus widersprüchlichen Informationen von Sinnesorganen, die dem Körper helfen, das Gleichgewicht zu halten. Zu diesem Balancesystem gehören die Augen, das Gleichgewichtsorgan des Innenohrs sowie Muskel- und Gelenkrezeptoren. Die Fülle der Informationen wird an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet.

Gestörtes Gleichgewichtssystem

"Wird die Kommunikation in diesem System gestört, gerät die Welt aus dem Gleichgewicht", erklärt AOK-Ärztin Smith. Beim Lesen im Auto etwa sind die Augen auf die bewegungslose Schrift fixiert, während das Gleichgewichtsorgan und die Tiefenwahrnehmung die Beschleunigungen registrieren. Zu ähnlichen Unstimmigkeiten kommt es bei Schiffsreisen oder im Aufzug. Normalerweise verschwinden die Beschwerden bald wieder. Doch bei vielen Menschen gerät die Welt auch ohne ersichtliche Ursache immer wieder ins Wanken: Ist beispielsweise das Gleichgewichtsorgan im Ohr erkrankt, spricht man von einem sogenannten vestibulären Schwindel. Die häufigste Form ist der Lagerungsschwindel, von dem meist ältere Menschen betroffen sind. Vor allem nachts beim Herumdrehen im Bett oder beim Aufrichten leiden die Patienten unter kurz (maximal 30 Sekunden) andauernden Schwindelanfällen, die von Übelkeit, Erbrechen und Angstgefühl begleitet sein können. Ursache sind kleinste „Steinchen“, sogenannte Otholithen, die sich lösen und durch ihre Bewegung in den Bogengängen des Innenohrs irritierende Informationen liefern. Durch spezielle Lagerungsmanöver können Ärzte und geschulte Therapeuten dieser Pein meist ein Ende bereiten.

Weitere Ursache des vestibulären Schwindels kann eine Virusinfektionen des Innenohrs sein. Seltener sind Durchblutungsstörungen, Tumore, Epilepsie oder Multiple Sklerose. Auslöser für Benommenheit können zudem in einem niedrigen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Erkrankungen der Halswirbelsäule oder Sehstörungen zu suchen sein. Manchmal ist Schwindel auch seelisch bedingt, etwa durch Ängste oder Depressionen.

Ärztliche Diagnose einholen

"Wem häufig schwindelig ist, der sollte unbedingt zum Arzt gehen", rät Smith. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Er kann weitere Spezialisten einbeziehen, zum Beispiel einen HNO-Arzt, einen Neurologen oder einen Orthopäden. Unter Umständen sind auch kardiologische oder psychiatrische Untersuchungen notwendig.

Am wichtigsten bei der Suche nach den Ursachen des Schwindels ist die exakte Schilderung des Patienten, wie der Schwindel sich äußert, bei welcher Gelegenheit er auftritt und wie lange er anhält. Die weitere Diagnostik besteht in einer vollständigen körperlichen Untersuchung und speziellen Tests, mit denen das Gleichgewichtssystem untersucht wird. "Sind die Ursachen erst einmal gefunden, lässt sich der Schwindel meist gezielt behandeln", sagt Smith. Je nach Diagnose muss die zugrunde liegende Grunderkrankung behandelt werden, etwa ein zu niedriger Blutdruck. Neben der Gabe von Medikamenten ist je nach Ursache auch Physiotherapie, z.B. bei einer orthopädischen Erkrankung im Bereich der Halswirbelsäule, erforderlich. Und manchmal hilft es auch bereits, sich einfach ein bisschen intensiver und regelmäßiger zu bewegen und Stress zu reduzieren.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Stephan Gill - 06172/272-144 oder Stephan.Gill@he.aok.de