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Weltkindertag am 19. September: Die Werbepause wird zum Stummfilm

AOK Hessen zum sinnvollen Medienkonsum von Kindern

16.09.2008

Das Problem kennen viele Eltern: Die Kinder wollen am liebsten stundenlang fernsehen oder videogamen. "Elektronische Medien gehören zu unserem Leben dazu. Den Umgang damit müssen Kinder allerdings erst lernen. Eltern sollten sie dabei unterstützen", sagt Ursula Kohlmann, Diplom-Psychologin bei der AOK Hessen. Wie bei anderen Erziehungsfragen sind Eltern auch beim Medienkonsum Vorbild. Kinder ahmen ihr Verhalten nach. "Die Erwachsenen sollten also beispielsweise im Fernsehen gezielt Sendungen aussuchen und ein- und ausschalten. Den Fernseher am besten nicht nebenher laufen lassen und sich nicht durch alle Kanäle zappen", so Kohlmann.

Sinnvoll ist es, wenn Eltern mit ihren Kindern klare Regeln vereinbaren, was diese sehen dürfen und wie lange sie vor dem Bildschirm sitzen dürfen. Dabei sollten Inhalt und die Dauer dem Alter der Kinder angepasst werden. Kinder bis zu drei Jahren sollten zum Beispiel gar nicht fernsehen. Kinder ab drei Jahren bis zum Vorschulalter sollten höchstens eine halbe Stunde am Tag vor der Flimmerkiste sitzen, im Grundschulalter maximal eine Stunde. Zehn- bis 13-Jährige sollten maximal zwei Stunden am Tag damit verbringen, egal ob Fernseher oder Computer-Monitor. Neben der Dauer ist es auch wichtig darauf zu achten, was Kinder anschauen. Spiele und Videos enthalten Alters-empfehlungen, an denen sich Eltern orientieren können. Bei Fernsehsendungen geben manche Programmzeitschriften Auskunft, welche Sendungen sich für welches Alter eignen. „Kleinere Kinder sollten Sendungen mit langsamen Bilderfolgen sehen. Geeignet sind auch Filme oder Serien, die ein Modell für soziales Verhalten liefern und auf Gewalt verzichten", meint Kohlmann. Dabei muss nicht jede Sendung pädagogisch wertvoll sein. Auch Erwachsene schauen fern, um sich zu entspannen und unterhalten zu lassen. Vor allem jüngere Vorschul- und Grundschulkinder sollten möglichst nicht alleine Filme oder Musikvideos ansehen und im Internet surfen.

Wissen, was Kinder fasziniert
Die Eltern sollten kontrollieren, was ihre Kinder tun und sich die Spiele und Internetseiten zeigen lassen, mit denen ihre Kinder sich beschäftigen. Wenn Fernseher und Computer im Wohnzimmer statt im Kinderzimmer stehen, behalten Eltern leichter den Überblick über die Mediennutzung ihrer Kinder. Diese können oft noch nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Kohlmann: "Hier müssen Eltern Hilfestellungen geben, indem sie mit ihren Kindern über das Gesehene sprechen.“ Auch bei der TV-Werbung sind Eltern gefordert. Hier müssen sie eine klare Abgrenzung schaffen. Das gelingt zum Beispiel, indem bei einer Werbepause der Ton ausgestellt wird. So lernen Kinder, dass die Werbung nicht zur eigentlichen Sendung gehört.

Immer wieder abschalten
Zu den Regeln, die Eltern mit ihren Kindern vereinbaren sollten, gehört es auch, die Geräte zu einem bestimmten Zeitpunkt abzuschalten. Der Tipp der AOK- Expertin: "Vereinbaren Sie außerdem einen fernsehfreien Tag und bieten Sie Ihrem Kind dann – und auch sonst möglichst oft – eine attraktive Alternative an, etwa einen Spielabend oder auch einen Schwimmbadbesuch." Kinder benötigen Zeit für Spiele, Freunde, Bücher und Sport. Das ist für ihre Entwicklung wichtig. Hat ein Kind verschiedene Interessen, werden Fernseher und Computer zur Nebensache. Außerdem ist es nicht schlimm, wenn ein Kind sich gelegentlich langweilt. Etwas Leerlauf gehört zum kindlichen Alltag dazu und fördert die Kreativität. Denn dann lernen Kinder auch, mit sich selbst zurecht zu kommen. Als Druckmittel, etwa zur Belohnung oder als Bestrafung, eignen sich Fernsehen und Computer überhaupt nicht. AOK-Expertin Kohlmann: "Dadurch gewinnen diese Dinge eher an Wichtigkeit. Verbote als Strafe vergrößern nur die Attraktivität."

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de