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Weichmacher sind Krankmacher

AOK Hessen: Bei Kinderspielzeug auf Billigware verzichten

17.07.2008

Viele Plastikprodukte enthalten Weichmacher, so genannte Phthalate. Durch sie wird der Kunststoff biegsam und flexibel. Deshalb findet man sie in Kinderspielzeug und Regenjacken. Die chemischen Zusätze können jedoch die Gesundheit schädigen. „In Spielzeug haben Weichmacher deshalb nichts zu suchen“, sagt. Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Vor allem Billigware, nicht selten aus Fernost, enthält diese Weichmacher.

Besonders das umstrittene PVC weist größere Mengen davon auf. „Einige Varianten dieser chemischen Stoffe wirken wir Hormone, andere können die Leber und die Nieren schädigen“, so Smith weiter. Hautschweiß und Speichel lösen die Zusätze aus dem Kunststoff, sie können aber auch ausdünsten. In den menschlichen Körper gelangen die Weichmacher über die Haut, den Mund und die Atemorgane. Säuglinge und Kleinkinder nehmen besonders viel auf, wenn sie zum Beispiel an einem Puppenkopf kauen oder lutschen.

Auf die Gefahren von Weichmachern hat die Europäische Union reagiert. Seit Anfang 2007 ist eine Richtlinie in Kraft, die die Verbraucher schützen soll. Seitdem verwenden einige Hersteller unbedenklichere Ersatzstoffe. Doch der beste Schutz besteht darin, geprüftes Spielzeug zu kaufen. Die Hinweise „phthalat-frei“ oder „PVC-frei“ sind in dieser Hinsicht ein Qualitätssiegel. Wer unsicher ist, welche Sandförmchen, Autos oder Bälle er kaufen kann, sollte einen Verkäufer im Fachhandel fragen. Sinnvoll ist es auch, darum zu bitten, das Spielzeug auspacken zu dürfen. Riecht es unangenehm und chemisch, sollte man es im Regal liegen lassen. Einen Bogen sollten Eltern auch um Automaten machen, die für ein paar Cents Spielzeug ausspucken. Es ist meistens von schlechter Qualität und kann mit ungesunden Stoffen versetzt sein. Eine Hilfestellung ist das GS-Zeichen – hier werden die Grenzwerte eingehalten.

Besondere Gefahren lauern in der Sommerzeit. Denn bei Wärme und Sonnenschein wird wieder das Wasserspielzeug aus dem Keller gekramt. Doch Wasserbälle und Luftmatratzen können ebenfalls Weichmacher enthalten. „Am besten immer mit der Luftpumpe aufblasen, das gilt auch für Luftballons. In ihnen wurden vor Jahren krebserregende Nitrosamine gefunden“, erklärt Smith.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de