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Wachstumskurs wird fortgesetzt: AOK Hessen auch 2014 ohne Zusatzbeitrag

17.12.2013

Mit 1,5 Mio. Versicherten ist die AOK Hessen die größte Krankenversicherung im Land. Bei einem Geschäftsvolumen von 4,7 Mrd. Euro wird mit einem Überschuss der Ausgaben in Höhe von knapp 58 Millionen Euro gerechnet. Dabei werden die Leistungsausgaben der Gesundheitskasse um 4,2 Prozent je Versicherten steigen. Einer der Hauptfaktoren für die Ausgabensteigerungen ist der Arzneimittelbereich mit +10,9 Prozent.

 Insgesamt verschlechtert sich die Finanzsituation in der gesamten GKV. Auf Grund der soliden Geschäftspolitik der zurückliegenden Jahre ist die AOK Hessen jedoch in der Lage, dies zu kompensieren. Für die Zukunft ist allerdings auch der Gesetzgeber gefordert, erklärten übereinstimmend die beiden alternierenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Brigitte Baki und Dr. Werner Scherer: „Neben einer Verbesserung der Qualität der Versorgung und der wettbewerblichen Handlungsspielräume in GKV muss wieder die Wirtschaftlichkeit in den Fokus der Politik gerückt werden.“ Ebenso gelte es, mögliche Wettbewerbsverzerrungen im Rahmen der angekündigten Finanzierungsreform zu verhindern. „Über den Preis einer Kasse sollte ihre Managementleistung entscheiden und nicht die Einkommens- oder die Krankheitsstruktur ihrer Mitglieder“, erklärte Fritz Müller, Vorstandsvorsitzender der AOK Hessen. Ein morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich sowie ein vollständiger Einkommensausgleich – auch für einen künftigen Zusatzbeitrag in der GKV – seien Grundvoraussetzung für einen funktionsfähigen Wettbewerb.

Zum Hintergrund: Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen haben CDU/CSU und SPD vereinbart, dass der derzeitige Sonderbeitrag der Versicherten von 0,9 Prozent in den optionalen Zusatzbeitrag überführt wird, der nicht mehr pauschal, sondern einkommensabhängig erhoben werden soll. Ohne vollständigen Einkommensausgleich hätte dies zur Folge, dass bei gleichem Finanzbedarf Kassen mit Mitgliedern, die im Schnitt ein niedrigeres Einkommen haben, einen höheren Zusatzbeitrag erheben müssten als Kassen mit Mitgliedern mit hohen Einkommen. Damit würde ein starker Anreiz gesetzt, vor allem gutverdienende Menschen zu versichern. Der Wettbewerb in der GKV sollte sich jedoch nicht um das Einkommen der Versicherten drehen, sondern um Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung. Um die genannten Fehlanreize zu verhindern, sind ein morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich sowie ein vollständiger Einkommensausgleich unverzichtbar. Dies sieht der Koalitionsvertrag im Grundsatz auch vor – nun kommt es auf die gesetzliche Ausgestaltung ohne Abstriche an.