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Vorwände, um auf der Couch zu bleiben

Bewegungsexperte der AOK Hessen entlarvt Ausreden von Sportmuffeln

17.04.2008

´Aktiven Feierabend- oder Wochenend-Sport kann man niemandem aufzwingen. Wer nicht den geringsten Spaß dabei verspürt, wird sein kleines persönliches Fitness-Programm gar nicht erst beginnen. Doch so manche Ausrede ist eine Notlüge. Will man seinen Partner oder Freund überreden, in die Trainingshose zu steigen, braucht man Argumente. Harald Sedlmayr, Diplomsportlehrer und Bewegungsexperte bei der AOK Hessen hat sie.

Badmintontermin sausen lassen? Doch nicht joggen, weil einiges dagegen spricht? Sedlmayr meint: „Die Kreativität bei der Formulierung guter Gründe, um auf der Couch zu bleiben, ist mitunter erstaunlich. Nur sind die Erklärungen selten haltbar, wenn man sie sich genauer anschaut.“ Am häufigsten kennt er den Satz „Ich bin zu müde“. Wer sich trotzdem zum Laufen, Radfahren oder Schwimmen aufrafft, wird schnell merken, dass das eigentlich nie stimmt. Denn Sport verringert sogar die Mattigkeit. Der Tipp von Sedlmayr: Am besten morgens vor der Arbeit oder am frühen Abend beginnen, bevor es zu Hause zu gemütlich wird. Dabei sollte man die Belastung variieren und im Idealfall zu zweit losziehen, weil man sich gegenseitig motivieren kann. Ein weiterer „Klassiker“ ist der Einwand, dass Wetter sei zu schlecht. Das kann im Einzelfall sogar stimmen. Bedenken sollte man aber auch, dass die Sportartikelhersteller funktionelle Kleidung entwickelt haben, die Outdoor-Sport bei Dauerregen und Sturmböen möglich machen. Sedlmayr kann verstehen, dass das nicht jedermanns Sache ist: „Aber dann bleibt immer noch der Workout auf dem Teppich für Bauch, Beine, Po.“

Falsche Wahl und hohe Ansprüche
Wenn der Sport generell keinen Spaß macht, kann es sein, dass man die falsche Sportart gewählt hat. Und wer mangelnde Zeit vorschiebt, sollte sich klar darüber werden, dass Bewegung kein Luxus ist. „Sie ist wesentlich für die Balance von Körper und Geist. Der Rest ist einfach Zeitmanagement“, so Sedl-mayr. Man sollte deshalb feste Zeiten im Terminkalender blocken und das Sportprogramm auf kurze 30- bis 60-Minuten-Einheiten verteilen. Es ist auch immer besser, eine flexibel zu planende Disziplin zu wählen, um lange An-fahrtswege zu vermeiden. Je spontaner sich der Sport realisieren lässt, desto eher kann man sich dazu entschließen. Manchmal wird der AOK-Bewegungsexperte mit der Aussage konfrontiert, dass kein Erfolg im Training gesehen wird. Diese Menschen fragt er dann in der Regel nach ihrem Leitbild – und das ist häufig sehr unrealistisch. Wer nach vier Wochen einen Wasch-brettbauch haben will, muss seiner Auffassung nach scheitern: „Erste Resultate werden kaum vor sechs bis acht Wochen sichtbar sein, bei den meisten Menschen erst nach drei Monaten regelmäßigen Trainings.“ Vielmehr solle man sich umsetzbare Etappenziele setzen und sich seiner kleinen Fortschritte bewusst werden. Auch sollte das einzige Motiv für Bewegung nicht nur das Abnehmen sein.

Nicht übertreiben und dran bleiben
Einer seiner Grundsätze beim Sport ist: Weniger ist mehr. „Übertreiben macht nicht fit, sondern fertig“, meint Sedlmayr. Die meisten nehmen sich einfach zu viel vor und joggen gleich beim ersten Versuch 45 Minuten durch den Wald, nicht selten sogar in der falschen Lauftechnik. Der Körper reagiert mit Muskelkater, Zerrungen und Schlappheit. Vor allem Einsteiger sind nach einem solchen Startprogramm tagelang fix und fertig, die Turnschuhe landen in der Kellerecke. Statt dessen sollte man seinen Körper allmählich auf Touren bringen und nur so stark belasten, dass man glaubt, immer noch etwas zulegen zu können. Nach dem Sport sollte man sich bestenfalls angenehm müde, keinesfalls erschöpft fühlen. Stimmt der Einstieg, dann freut sich der Sportneuling mit Sicherheit auch auf den nächsten Fitness-Termin in seinem Planer.

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Pressekontakt

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Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de