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Seil- und Ballspiele bringen Kinder auf Trab

AOK Hessen: Schulpausen eignen sich für Spiel und Spaß

18.08.2008

Nach 45 Minuten Mathe brummt der Kopf. Langes Stillsit-zen, konzentriertes Arbeiten und abgestandene Luft im Klassenzimmer lassen die ermüdeten Schüler das Klingeln zur großen Pause auf dem Schulhof herbeisehnen. "Die Schulpausen sollten die Kinder nutzen, um ihren Akku wieder aufzuladen", sagt Harald Sedlmayr, Diplomsportlehrer bei der AOK Hessen. Bewegung, zum Beispiel Seilspringen, Basketball-spielen oder Fangen bringt den Kreislauf in Schwung. Das steigert das Wohlbefinden und nebenbei auch die Lern- und Konzentrationsfähigkeit auf spielerische Weise.

"Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang – diesen sollten Eltern und Lehrer fördern und auf keinen Fall unterdrücken", rät Sedlmayr. Bereits in der Kindheit werden Bewegungsgewohnheiten geprägt. Dadurch wird der Grundstein gelegt, welchen Stellenwert körperlichsportliche Aktivitäten im weiteren Leben der Kinder haben werden. Der Sportunterricht reicht hierfür nicht aus. Auch die große Pause sollten sie möglichst mit viel Bewegung an der frischen Luft verbringen. Dadurch können Gesundheitsrisiken wie Übergewicht, Haltungsschwächen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes vorgebeugt werden. Deshalb ist es wichtig, dass sich Kinder täglich mindestens insgesamt 60 bis 90 Minuten moderat bewegen, sind sich Experten einig. "Aber nicht einmal ein Drittel der Jungen und Mädchen erreicht dieses Mindestmaß", so Sedlmayr. Denn sportliche Betätigung ist nicht nur gut für die Fitness und die Gesundheit, sondern fördert zudem die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit der Schüler. Darum sollten Eltern und Lehrer darauf achten, dass der Schulhof ausreichende und zugleich spannende Möglichkeiten für die Kinder zur Bewegung bereit hält.

Double Dutch beim Rope-Skipping
Neben Fußballtoren, Basketball-Körben und Tischtennis-Platten können auch Balken zum Balancieren oder Klettergerüste zur Bewegung animieren. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Spielen und Bewegungsmöglichkeiten, die sich gut für die große Pause eignen. Viel Spaß macht zum Beispiel das sogenannte Rope-Skipping, eine moderne Form des Seilspringens mit speziellen Kunststoffseilen, das sogar als Wettkampf betrieben wird. In verschiedenen Varianten dieser Sportart müssen entweder in 30 Sekunden so viele Sprünge wie möglich gemacht oder in einer Choreografie möglichst viele und schwierige Tricks vorgeführt werden. Der Fantasie der Schüler sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eine Variante ist auch der sogenannte Double Dutch, der Doppelschlag. Dabei schwingen zwei sich gegenüberstehende Schüler zwei lange Springseile. In der Mitte können dann ein oder mehrere Mitschüler verschiedene Figuren im Takt des Seilschwingens springen.

Alternativen zu „Himmel und Hölle“
Für die klassischen Hüpfspiele wie "Himmel und Hölle" oder "Schnecke" kann man Kinder heutzutage nur noch schwer begeistern. Anders sieht es aus, wenn aus "Himmel und Hölle" das "Handy-Hüpfen" wird. Bei der neuen Variante des Hüpfkästchen-Klassikers werden mit bunter Kreide Zahlen- und Buchstabenfelder einer Handytastatur auf den Schulhof gezeichnet. Die Spieler müssen dann vorgegebene Wörter richtig schreiben beziehungsweise hüpfen. Nebenbei können sie so auch die Rechtschreibung trainieren. Bei der Pausengestaltung können sich Lehrer und Schüler auch einiges aus der Zir-kuswelt abschauen. So können Jonglierbälle oder -tücher zur Verfügung gestellt werden, die für viele Kinder einen hohen Aufforderungscharakter haben.

Aber auch während des Unterrichts können die Lehrerinnen und Lehrer zwischendurch immer mal wieder kurze Bewegungspausen einstreuen und ge-meinsam mit den Kindern gestalten. Des Weiteren kann auch die Vermittlung vieler Unterrichtsinhalte mit entsprechenden Bewegungsaufgaben verknüpft werden. So kann im Fach Deutsch das Umstellen von Satzteilen durch Schüler mit verschiedenen Bewegungen dargestellt werden, im Mathe-Unterricht lässt sich das Zweiersystem über eine Bewegungsübung mit Aufstehen und Hinsetzen einführen.

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Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de