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Kinder brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel

AOK Hessen bestätigt Erkenntnisse der Verbraucherzentrale

Bad Homburg. Nahrungsergänzungsmittel für Kinder sind überflüssig. Das meldete vor wenigen Wochen die Verbraucherzentrale Hessen. Im besten Falle seien die Produkte nutzlos, vereinzelt gehe von ihnen sogar eine Gefahr aus. Diese Auffassung bekräftigt jetzt die AOK Hessen. „Die Verbraucherschützer haben völlig Recht: Ein normal ernährtes Kind benötigt keine künstlichen Supplemente“, sagt AOK-Ärztin Dr. Angela Smith.

Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Infektanfälligkeit: „Wer Anlass hat, an eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen zu glauben, sollte immer erst zum Arzt gehen“, so Smith. Der könne genau feststellen, was der Grund für die gesundheitlichen Probleme sei und ob überhaupt ein echter Mangel vorliegt. Denn nur dann sei eine gezielte Nahrungsergänzung notwendig. Die Medizinerin warnt davor, Kinder aus bloßem Verdacht mit derartigen Produkten zu konfrontieren: „In einem aktuellen Test aus dem Juni hat die Stiftung Warentest herausgefunden, dass zwei Drittel aller untersuchten Mittel für Kinder völlig ungeeignet sind. Teilweise überschreite z.B. der Gehalt an Vitamin A die von der Bundesanstalt für Risikobewertung empfohlenen Menge dramatisch.“ Deshalb gelte: Finger weg von freiverkäuflicher Nahrungsergänzung.

Nahrungsergänzung kann sinnvoll sein
Gleichwohl gebe es einige Ausnahmen. So sollte Säuglingen zur Rachitisprophylaxe ein Jahr lang täglich Vitamin D gegeben werden. Fachgesellschaften empfehlen darüber hinaus, dreimal 2 mg Vitamin K am ersten und fünften Lebenstag sowie in der vierten bis sechsten Lebenswoche zu verabreichen. Das beuge Blutungen vor. Auch eine in kurzen Abständen immer wieder auftretende Infektion könne Anlass sein, über die Gabe bestimmter Nährstoffe nachzudenken. Grund: Durch Krankheit geschwächte Kinder essen häufig kaum und nehmen daher nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe auf. „Das muss aber immer in enger Abstimmung mit dem Arzt geschehen“, sagt Dr. Smith. Niemals solle man sich auf eigen Faust in der Apotheke eindecken. „Das richtet im Zweifelsfall mehr Schaden an, als es nutzt“, so die Medizinerin.

Verwechselung mit Süßigkeiten?
Besonders bedenklich: Nahrungsergänzung für Kinder wird zunehmend in Form von Gummibärchen, süßem Trinkpulver oder quietschbunten Drops angeboten. Die Verwechslungsgefahr mit Süßigkeiten liegt da auf der Hand. Hinzu kommt, dass derartige Produkte aus rechtlicher Sicht Lebensmittel sind. Sie unterliegen also – im Gegensatz zu zugelassenen Arzneimitteln - keinerlei Kontrolle, was ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit, Dosierung oder Qualität angeht. Ein Grund mehr, die Hinweise von Verbraucherschützern und Krankenkassen ernst zu nehmen.

Weitere Informationen unter: www.verbraucher.de/ernaehrung

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Stephan Gill - 06172/272-144 oder Stephan.Gill@he.aok.de