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Jod für den Schmetterling

AOK-Ärztin informiert zu Funktion und Erkrankungen der Schilddrüse

30.10.2008

Trotz ihrer geringen Größe hat die Schilddrüse eine große Bedeutung: Ihre Hormone nehmen unter anderem Einfluss auf den Stoffwechsel, wirken auf Magen und Darm, Herz und Kreislauf, Muskeln und Nervensystem. "Erkrankungen der Schilddrüse wie zum Beispiel eine Über- oder Unterfunktion können deshalb schwerwiegende Folgen haben", warnt Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Anzeichen für eine Schilddrüsen-Überfunktion können eine ungewollte Gewichtsabnahme, Herzklopfen, Unruhe, Schwitzen und Schlafstörungen sein. Eine Unterfunktion macht sich häufig durch eine Gewichtszunahme, Müdigkeit, eine depressive Stimmungslage, trockene Haut, stumpfe Haare und Verstopfung bemerkbar. Beide Funktionsstörungen können die Menstruation stören und zu Unfruchtbarkeit führen.

Die Schilddrüse hat die Form eines Schmetterlings. Aus Jod und Eiweißbausteinen erzeugt sie Hormone und gibt sie nach Bedarf ans Blut ab. Für den Aufbau des Schilddrüsenhormons Thyroxin benötigt die Schilddrüse täglich etwa 200 Mikrogramm des Spurenelements Jod, in der Schwangerschaft noch mehr. Da Jod in deutschen Böden in zu geringer Menge vorkommt, nehmen die meisten Menschen im Alltag zu wenig von dem Spurenelement auf. Dies führt bei vielen zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, dem sogenannten Kropf. Stärker bemerkbar machen sich Erkrankungen der Schilddrüse, die zu einer Über- oder Unterfunktion führen können und den Hormonstoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringe. "Eine solche Funktionsstörung muss schnell behandelt werden. Sonst kann im Extremfall sogar ein Organversagen die Folge sein", so Dr. Smith.

Zu viele Hormone
Häufige Ursache für eine Schilddrüsen-Überfunktion ist die Autoimmun-Krankheit Morbus Basedow. Dabei stellt das Immunsystem Antikörper her, die die Schilddrüse wachsen und zu viele Hormone herstellen lassen. Dadurch können neben anderen Symptomen die Augäpfel stark hervortreten. Eine Überfunktion kann allerdings auch daher rühren, dass bestimmte Bereiche der Drüse unkontrolliert Hormone herstellen. Solche "heißen Knoten" oder Adenome kann der Arzt durch Tasten und eine Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse erkennen. Ein Mangel an Schilddrüsen-Hormonen kann angeboren sein. Auch Entzündungen, eine Autoimmun-Erkrankung, Operationen oder Medikamente können zu einer Unterfunktion führen.

Gute Chancen auf Heilung
Um die Diagnose zu stellen, erhebt der Arzt die Krankengeschichte und tastet die Schilddrüse ab. So kann er erkennen, ob sie vergrößert ist oder knotig verändert ist. Aufschluss über eine Erkrankung können weiterhin eine Ultraschall- oder Blutuntersuchung geben. "Frühzeitig erkannt kann eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse in der Regel gut behandelt werden", sagt Dr. Smith. Die Therapie einer Überfunktion richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Die übermäßige Hormonproduktion lässt sich durch spezielle Medikamente drosseln. Möglich sind auch Operationen, bei denen Teile der Schilddrüse entfernt werden. Bei einer Unterfunktion müssen die Betroffenen lebenslang künstliche Schilddrüsen-Hormone in Form von Tabletten einnehmen. Haben sich die Hormonwerte im Blut normalisiert, müssen sich die Patienten regelmäßig bei ihrem Arzt vorstellen. "Wichtig ist auch, dass die Medikamente zuverlässig eingenommen werden und man den Arzt regelmäßig aufsucht", meint Dr. Smith.

Jodmangel vorbeugen
Wer einer Schilddrüsen-Erkrankung durch Jodmangel vorbeugen möchte, sollte auf eine ausreichende Jodversorgung über die Ernährung achten. Gute Quellen für das wichtige Spurenelement sind Seefische, Milch, Milchprodukte und Jodsalz. Empfehlenswert ist es, zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche zu essen, täglich Milch zu trinken und Milchprodukte zu verzehren sowie Jodsalz zu verwenden. Extrem viel Jod mit der Nahrung aufzunehmen, ist allerdings nicht sinnvoll, da sich dies auch negativ auf die Schilddrüse auswirken kann.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de