Angebot anzeigen für:

Innovativer Wirkstoff ausgeschrieben

Arzneimittel: AOK Hessen will Wirtschaftlichkeitsreserven bei qualitativ hochwertiger Therapie realisieren

05.03.2011

Drei AOKs haben erstmalig einen Rabattvertrag für eine innovative Therapie ausgeschrieben. Beim Ausschreibungsgegenstand handelt es sich um Interferon beta-1b, ein wichtiger Wirkstoff zur Behandlung von Multipler Sklerose. Die Therapie ist sehr kostenintensiv. Die AOK Hessen erhofft sich durch diesen Vertrag jährliche Einsparungen im sechsstelligen Bereich.

Die größte Krankenkasse in Hessen mit insgesamt ca. 1,5 Mio. Versicherten gaben in 2010 für die Versorgung mit Interferon beta-Präparaten über 13 Mio. Euro aus. Diese Therapeutika sind gentechnologisch hergestellte Wirkstoffe biologischen Ursprungs (sog. Biologika). Die Moleküle ähneln sehr stark dem körpereigenen, physiologischen Interferon beta. Daher entschlossen sich die AOKs Plus, Hessen und Sachsen-Anhalt zur gemeinsamen europaweiten Wirkstoffausschreibung von Interferon beta-1b. Von den beiden potenziellen Bietern, Bayer Health Care GmbH und Novartis Pharma GmbH, die seit Anfang 2009 konkurrierend die Arzneimittel Betaferon® und Extavia® mit dem genannten Wirkstoff vertreiben, erhielt nun letzterer für sein Produkt den Zuschlag. Das bedeutet, dass die AOK-Patienten seit dem 1. März 2011 exklusiv mit Extavia® versorgt werden.

Die Produkte Extavia® und Betaferon® weisen die Besonderheit auf, dass sie absolut identisch sind. Beide entstammen der selben Herstellungslinie und unterliegen dem selben Herstellungsprozess. Sie sind damit „bioidentisch“. Lediglich der Vertrieb erfolgt über zwei verschiedene Unternehmen. Dieser Parallelvertrieb bringt mit sich, dass die Unternehmen jeweils eigene Applikationshilfen, sog. Autoinjektoren oder Injektomaten anbieten. Diese dienen der vereinfachten Handhabung beim Setzen der Fertigspritzen und werden als Serviceleistung der Unternehmen zur Verfügung gestellt. Nach kürzlich erfolgter Neuentwicklung der Injektomaten stehen den Patienten bei der MS-Therapie wirksame Arzneimittel mit modernen Hilfsservices zur Verfügung.

Im Ergebnis können mit der erfolgreichen Zuschlagserteilung nun seit dem 1. März 2011 deutliche Wirtschaftlichkeitspotenziale realisiert werden, bei gleichzeitiger Sicherstellung einer gleich bleibenden und hochqualitativen Arzneitherapie. Auch für die Versicherten soll der Vertrag einen Vorteil bieten, deshalb hat die AOK Hessen die Zuzahlung vollständig erlassen.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de