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Hessens Studenten stark gestresst

Während bundesweit rund 53 Prozent der Studierenden angeben, unter einem hohen Stresslevel zu leiden, sind es in Hessen 56 Prozent. Umgekehrt sagen hier nur 4,4 Prozent, dass ihr Stresslevel niedrig sei. Bundesweit sind das 5,3 Prozent. Auffällig: Der Stresslevel von männlichen Studierenden ist in Hessen deutlich höher als jener ihrer weiblichen Kommilitoninnen. Nimmt man den durchschnittlichen bundesweiten Stresslevel als Vergleichsgröße, so kommen zukünftige hessische Akademiker auf knapp 104 Prozent dieses Wertes, Akademikerinnen erreichen hingegen ziemlich genau den Durchschnitt. Bundesweit ist das Verhältnis umgekehrt (Frauen 102 Prozent, Männer 98 Prozent).

Ursula Kohlmann, Diplompsychologin bei der AOK Hessen, erklärt: „Besonders häufig als Stresstreiber genannt werden das Anfertigen der Abschlussarbeit, die Vorbereitung auf Prüfungen sowie die Studien- und Semesterorganisation insgesamt. Vergleichsweise wenig Stress verursachen dagegen das Verhältnis zu den Mitstudierenden, die Pflege von sozialen Kontakten sowie die oft zitierte ständige Erreichbarkeit durch Smartphone und Co.“ Ein Grund für das insgesamt hohe Belastungsgefühl sieht Kohlmann auch in den Folgen der so genannten Bologna-Reform. Im Jahr 1999 hatten sich insgesamt 29 europäische Staaten auf die Schaffung eines einheitlichen Hochschulraumes verständigt. Dies hatte unter anderem eine stärkere Reglementierung und eine erhöhte Prüfungs­belastung zur Folge.

Interessant ist ein Blick auf die von den Befragten angegebenen Stressbewältigungsstrategien. Die Priorisierung von Aufgaben und das Anfertigen von To-Do-Listen stehen hier ganz oben. Gesunde Ernährung, Sport und bewusst eingesetzte Entspannungsmethoden wie etwa Yoga rangieren dagegen sehr weit unten. Für Kohlmann ist das der falsche Ansatz: „Natürlich kann eine bessere Selbstorganisation helfen. Man kann sich aber auch in noch mehr Stress hineinorganisieren und dann am Ende gar kein Land mehr sehen. Gezielt geschaffene Freiräume für Bewegung, einen Yoga-Kurs oder das Zusammensein mit Freunden können das subjektiv empfundene Stressgefühl dagegen deutlich senken.“ Die AOK Hessen unterstützt ihre Versicherten genau dabei, etwa durch spezielle Yoga-Kurse für Studierende in Prüfungssituationen. Mehr dazu unter www.aok.de/hessen

Hessens Studenten stark gestresst

Studierende in Hessen sind überdurchschnittlich stark gestresst. Das geht aus einer reprä­sentativen Online-Befragung des Lehrstuhls für Marketing der Universität Potsdam und des Lehr­stuhls für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim unter mehr als 18.000 Hochschülern hervor.