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Hessen: Brechen Knochen ungern am Wochenende?

09.01.2014

Bad Homburg. Winterzeit ist Knochenbruchzeit – denkt man gemeinhin. Schwierige Wegverhältnisse, Eis, schlechte Sicht. Eine aktuelle Analyse der AOK Hessen belegt allerdings das glatte Gegenteil: Im Jahresverlauf gab es 2013 insgesamt so gut wie keine saisonalen Auffälligkeiten unter ihren 1,5 Millionen Versicherten. Erst der Blick auf die verschiedenen Frakturtypen weist auf Unterschiede hin. Was allerdings deutlich wird: Bruchgeplagte scheinen sich häufiger über das Wochenende zu quälen.

Denn die Auswertung der hessischen Gesundheitskasse zeigt vor allem: Während im letzten Jahr an Samstagen und Sonntagen nur 1505 bzw. 1443 AOK-Versicherte stationär wegen eines Knochenbruches aufgenommen wurden, waren es an Montagen 2876 und an Dienstagen 2618. Die Vermutung liegt nahe, dass der ein oder andere Bruch über das Wochenende verschleppt wurde – was aus medizinischer Sicht allerdings nicht empfehlenswert ist. Frische Brüche sollten unbedingt sofort behandelt werden, weil es andernfalls zu Komplikationen kommen kann.

Unterschiedliche Verletzungsmuster

Wie aus den Ergebnissen außerdem deutlich wird, sind bei Knochenbrüchen am häufigsten Unterarme, Rippen, Unterschenkel, Becken, Hände und Oberschenkel betroffen. Sie sind meist eine Folge direkter oder indirekter Krafteinwirkung im Rahmen eines Unfalls bzw. Sturzes oder eines Schlages bzw. Stoßes, beispielsweise beim Sport. In den Wintermonaten zeigt sich ein etwas höheres Risiko für Brüche des Ober- und Unterschenkels, sodass oft eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wird. In den Sommermonaten kommen Knochenbrüche an Unterarmen, Handgelenken und Händen etwas häufiger vor – möglicherweise aufgrund verstärkter Aktivitäten in Sport und Freizeit.

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit einer Fraktur zu minimieren: Die Gefahr, sich in jungen Jahren einen Knochen zu brechen, ist vergleichsweise gering und kann hauptsächlich durch ein weniger risikoreiches Verhalten reduziert werden. Gleichwohl sind Bewegung und Sport langfristig essentiell für ein langes und gesundes Leben! Dies gilt nicht nur in Bezug auf Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und ihre Folgen, sondern auch für Knochenbrüche: Körperliche Aktivität führt zu einem Aufbau an Knochenmasse und damit zu stabileren Knochen.