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Dem Nikotin entsagen ist kein Gewaltmarsch

Nichtraucher kann jeder werden: Verschiedene Methoden stehen zur Auswahl

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, daran zweifelt längst niemand mehr. Aber es schadet auch der Gesundheitswirtschaft. 13 Prozent der Behandlungsausgaben für Schlaganfall, Krebs und Herzgefäßkrankheiten gehen auf Tabakkonsum zurück. Das sind etwa 14 Mrd. Euro jährlich. Hinzu kommen die Kosten für Produktionsausfälle. Auch wenn jede Zigarette besteuert wird, so stellt man bei der Gegenrechnung fest: Jeder Raucher macht nicht nur sich, sondern auch den Staat etwas ärmer. Doch wer aufhören will, dem kann geholfen werden.

Da wären zunächst die Nikotinersatzpräparate, die dem Körper immer geringere Dosen an Nikotin zuführen, so dass sich eine allmähliche Entwöhnung einstellt. Das können Pflaster sein, die einmal pro Tag gewechselt werden, oder Kaugummi, der flexibler eingesetzt werden kann. Bei letzteren ist es wichtig, sie mit Pausen und über eine halbe Stunde lang zu kauen, denn sonst wird zu viel Nikotin verschluckt, Rachen und Speiseröhre unnötig gereizt. Die Lutschtablette setzt in der Regel sehr viel Nikotin und ist deshalb für Ketten-raucher geeignet. Ein anderer Weg wäre die medikamentöse Tabakentwöhnung, wobei man hier an einer ausführlichen Beratung durch den Arzt nicht vorbei kommt. Inwiefern Akupunktur und Hypnose helfen, dazu fehlen aussagekräftige Untersuchungsergebnisse.

Schlusspunkt definieren
Nach Auffassung von Ursula Kohlmann, Diplompsychologin bei der AOK Hessen, sind verhaltensbezogene Methoden am wirksamsten, bei denen ein Schlusspunkt definiert wird: „Nach der Vorbereitungsphase, die eine Beobachtung des eigenen Rauchverhaltens einschließt, wird ein fixer Zeitpunkt für das Aufhören gesetzt. Nach unserer Erfahrung verspricht das mehr Erfolg, als wenn man Schritt für Schritt den Rauchstopp einleitet.“ Das Internettraining für AOK-Versicherte „Ich werde Nichtraucher“ basiert deshalb auf dieser Methode, aber auch zahlreiche Gruppenkurse gehen von diesem Prinzip aus und werden in der Regel von der AOK Hessen bis zu einer Höhe von 100.80 Euro erstattet.

Vorbereitungen treffen
Schon vor dem Rauchstopp lohnt es sich, das eigene Verhalten zu analysieren. Wann greift man zur Zigarette? An welchen Orten? „Empfehlenswert ist auch, seinen Vorsatz möglichst vielen Menschen in seiner Umgebung mitzuteilen. Außerdem muss die eigene Wohnung zur rauchfreien Zone erklärt werden. Dazu gehört auch, sämtliche Kleidungsstücke zu waschen, um sie vom Rauchgeruch zu befreien“, meint Kohlmann. Ein bewährter Ersatz zur Beschäftigung des Mundes sind zuckerfreie Bonbons, noch besser Rohkost oder Obst. Die Entzugssymptome verschwinden in den meisten Fällen nach zwei bis drei Wochen ganz und lassen schon nach zwei bis drei Tagen deutlich nach. Ablenkung schafft Bewegung wie Radfahren, Walken oder Joggen. Außerdem sollte man sehr viel trinken, um den Heißhunger zu kompensieren.

Wie man daran zieht
Statt sich zu entwöhnen reicht es nicht, auf Light-Zigaretten umzusteigen. „So leicht sind die auch gar nicht. Meistens werden sie sogar unbewusst intensiver inhaliert, was auf die selbe Gesundheitsgefährdung hinaus läuft“, erklärt Kohlmann. Sogar die Reduktion von zwanzig auf drei Zigaretten täglich richtet relativ wenig aus. Untersuchungen zeigen auch hier, dass durch einen stärkeren Zug immer noch zu viele Schadstoffe aufgenommen werden. Doch der Verzicht – in diesem Beispiel auf immerhin 17 Zigaretten – ist ein erster wichtiger Schritt, völlig ohne Tabak auszukommen.

Linktipp: www.ich-werde-nichtraucher.de

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de