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Bei Sekundenschlaf hilft keine Frischluft

AOK Hessen: Wer müde ist, gehört nicht ans Lenkrad

11.12.2008

Nach zwei, spätestens drei Stunden Autofahrt eine Pause machen – daran halten sich zum Glück die meisten. Doch der Sekundenschlaf kann schon früher einsetzen. Schwer werdende Augenlider, ein kaum unterdrückbares Gähnen, leichtes Frösteln, Augenbrennen, ein trockener Mund und das Bedürfnis, die Nasenwurzel massieren zu müs-sen sind deutliche Warnsignale. „Wer diese Symptome verspürt, muss sofort eine Pause machen, auch wenn man erst eine halbe Stunde vorher losgefahren ist“, sagt Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Doch der Sekundenschlaf hat nicht zwangsläufig mit Übermüdung zu tun.

Der Sekundenschlaf ist die häufigste Unfallursache am Steuer – noch vor Alkohol- und Drogenmissbrauch. 25 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr sind auf ihn zurückzuführen. Das belegen Zahlen der Deutschen Verkehrs-wacht. Ein Autofahrer legt bei einer Fahrt mit Tempo 100 in einer Sekunde rund 28 Meter zurück. "Autofahrer, die nur ganz kurz hinter dem Steuer einnicken, rasen quasi im Blindflug über die Autobahn", so Smith. Dass er auch im ausgeruhten Zustand auftreten kann, wissen die wenigsten. So kann in einer bequemen Sitzhaltung dem Körper ein Ruhezustand signalisiert werden, der – gepaart mit monotonen Bildeindrücken – die Aktivität des Weckzentrums im Gehirn herunterfährt. Diese Gefahr droht besonders auf langen, eintönigen Autobahnfahrten. Die Aufmerksamkeit lässt nach, das Gehirn wird zunehmend inaktiv, die Reaktionszeit verlängert sich um mehrere Sekunden, das Unfallri-siko steigt extrem.

Bemerkt der Autofahrer, dass der gefährliche Sekundenschlaf droht, hilft nur, eines: Runter von der Straße und den nächsten Park- oder Rastplatz ansteuern. Und dann ist es auch mit einer kurzen Pause und leichten Streckübungen nicht getan. "Erst nach einer richtigen Schlafpause wird man wieder munter und fit für die Weiterfahrt", so Smith. Auf keinen Fall sollten sich müde Autofahrer ihrer Experimentierlaune hingeben. Ein starker, koffeinhaltiger Kaffee ist ebenso ungeeignet, wieder fahrtüchtig zu werden wie das Lauterstellen der Musik, die Frischluftzufuhr durch das geöffnete Fenster oder ein Gespräch mit dem Beifahrer.

Der Sekundenschlaf kann aber nicht nur aufgrund eines Defizites an Schlaf auftreten, er kann auch tiefer liegende Ursachen haben. "So kann er in einer Schlafstörung begründet sein wie etwa der Schlafapnoe", erklärt Smith. Bei der Schlafapnoe bringen nächtliche Atemaussetzer den Menschen um den gesunden, erholsamen Schlaf, weil der Körper dem drohenden Ersticken mit einer Aufweckphase begegnet. Wer nachts nicht richtig schläft, ist tagsüber müde und erschöpft, neigt dann auch zum rascheren Einnicken. Menschen, die unter dieser Erkrankung leiden, sollten sich unbedingt untersuchen und behandeln lassen. Erster Ansprechpartner ist dabei ein Facharzt bzw. eine Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Fahren sollte man erst dann wieder, wenn man sicher sein kann, dass man nicht mehr kurzfristig einnickt. Ansonsten gefährdet man sich und andere.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de