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AOK Hessen informiert über Medikamentengebrauch für werdende Mütter

20.10.2008

Schwangerschaft ist keine Krankheit, aber auch eine werdende Mutter kann krank werden. Dann ist medizinisch zu klären, wie die Erkrankung ohne Schaden für das ungeborene Kind behandelt werden kann. Gerade Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft an chronischen Erkrankungen leiden, stehen vor der Frage, welche ihrer gewohnten Arzneimittel sie weiterhin einnehmen dürfen. In den Beipackzetteln der meisten Medikamente werden Schwangere von der Einnahme ausgeschlossen. Doch nicht immer muss mit Rücksicht auf das ungeborene Leben ganz auf Arzneimittel verzichtet werden.

„Schwerwiegende Grunderkrankungen wie Asthma und Diabetes oder schwere akute Leiden der werdenden Mutter müssen selbstverständlich behandelt werden“, erklärt Dr. Birgit Dresar-Mayert, Apothekerin bei der AOK Hessen. Besondere Vorsicht ist im ersten Trimester geboten. In dieser Phase bilden sich die Organe aus und der Fötus ist äußerst empfindlich. „Aber es gibt auch Arzneimittel, die gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht genommen werden dürfen, insbesondere einige rezeptfreie Schmerzmittel“, so Dresar-Mayert. Wer bereits vor einer geplanten Schwangerschaft medikamentös behandelt wird, muss eventuell zunächst auf Arzneimittel umgestellt werden, die dem Kind nicht schaden können. Dies betrifft in besonderem Maße Medikamente, von denen eine fruchtschädigende Wirkung bereits bekannt ist. Das gilt beispielsweise für Präparate mit Vitamin A ähnlichen Wirkstoffen, die zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt werden. „Ein Zuviel an Vitamin A kann vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft zu Schädigungen beim ungeborenen Kind führen“ erläutert Dresar-Mayert. Unbedenklich sind Vorstufen des Vitamins, wie sie in vielen Gemüsesorten, zum Beispiel Karotten, enthalten sind.

Die Umstellung der Medikation wird in der Regel in Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt und dem Gynäkologen erfolgen. Grundsätzlich rät die Apothekerin, leichte Beschwerden ohne Medikamente zu behandeln. Vor der Arzneimittel-Einnahme sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden, auch bei solchen, die ohne Rezept erhältlich sind. Was viele nicht wissen: Dies gilt auch für pflanzliche Arzneimittel, denn auch hier gibt es Produkte, die Schwangere nicht einnehmen dürfen. „Wer einer Schwangeren, die nicht selbst in die Apotheke gehen kann, ein Arzneimittel mitbringt, sollte in der Apotheke auf jeden Fall darauf hinweisen, dass das Medikament für eine werdende Mutter gedacht ist“, ergänzt Dresar-Mayert.

Magen- und Darmbeschwerden
Das erste Anzeichen einer Schwangerschaft ist bei vielen Frauen die morgendliche Übelkeit, die durch die vermehrte Hormonproduktion bedingt ist. In der Regel verliert sich dieses Unwohlsein von selbst. Vielen Frauen hilft es, vor dem Aufstehen noch im Bett eine Kleinigkeit zu essen. Hier eignen sich beispielsweise trockene Kekse oder Weißbrot. Auch bei Sodbrennen, das häufig in den letzten Schwangerschaftsmonaten auftritt, hilft eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten: Milch und Milchprodukte werden meist wegen ihrer säureneutralisierenden Wirkung besser vertragen, während Kaffee, Schokolade und Zitrusfrüchte zur vermehrten Säureproduktion beitragen können. Nach Rücksprache mit dem Arzt können auch Magensäure neutralisierende Medikamente (sog. Antacida) genommen werden. Bei Verstopfung ist ballaststoffreiche Nahrung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr die beste Prävention. Auch ein Spaziergang nach dem Essen kann die Verdauung anregen. Hilft das alles nicht, können Quellstoffe, beispielsweise Flohsamen, mit viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Schmerzen und Erkältungskrankheiten
Schmerzmittel sollten in der Schwangerschaft grundsätzlich nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden. Auch die rezeptfrei erhältlichen Wirkstoffe Acetylsalicylsäure und Ibuprofen können, vor allem wenn sie gegen Ende der Schwangerschaft gegeben werden, zu Komplikationen bei der Geburt führen. Aus diesem Grund sind auch Kombinationspräparate bei Schwangeren problematisch. Grippemittel enthalten häufig ebenfalls Schmerzmittel sowie weitere Substanzen, deren Einnahme ein Risiko darstellen kann. Auch Schnupfensprays dürfen nicht unbedenklich angewendet werden, da der Wirkstoff vom Körper aufgenommen wird und die Durchblutung der Gebärmutter vermindern kann.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de