Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Hessen
Ort/Kasse korrigieren
Beratungscenter werden geladen ...

AOK Hessen ohne Zusatzbeitrag

Haushaltsplan verabschiedet / Fusionsverhandlungen beschlossen

17.12.2009

Die AOK Hessen wird ohne Zusatzbeitrag ins neue Jahr starten. Das hat der Verwaltungsrat in seiner heutigen Sitzung in Gießen beschlossen. Bei einem Gesamtetat von 4,2 Mrd. Euro wird das Unternehmen dabei mit einem Minus von 13,4 Mio. Euro abschließen. Das ist ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis. Auf Grund der soliden und weitsichtigen Geschäftspolitik der vergangenen Jahre ist die AOK Hessen in der Lage, den Fehlbetrag aus vorhandenen Finanzmitteln zu decken. „Dass wir ohne Zusatzbeitrag ins Jahr 2010 starten, ist eine gute Nachricht für unsere Versicherten“, betonen die alternierenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates Dr. Werner Scherer und Herbert Schneider. „Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen aber auch, dass nach den hohen Ausgabensteigerungen der vergangenen Jahre die finanziellen Spielräume eng bleiben.“ Auf seiner Sitzung hat der AOK-Verwaltungsrat nicht nur den Haushaltsplan 2010 verabschiedet, sondern auch die Fusionsabsicht mit der AOK PLUS bekräftigt. So wurde die Aufnahme von Fusionsverhandlungen beschlossen.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen bewegen sich derzeit in einem sehr von Veränderungen geprägten Marktumfeld. Die Einführung des Gesundheitsfonds hat die Preisunterschiede 2009 zunächst ausgeglichen. Damit hat der Preis als Wettbewerbskomponente kurzfristig an Bedeutung verloren. Mit den zu erwartenden ersten Zusatzbeiträgen einzelner Krankenkassen wird er aber wieder erheblich an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig differenziert sich das Angebot der gesetzlichen Krankenversicherungen über Wahltarife und Versorgungsprodukte, während bei den Krankenkassen selbst ein Konzentrationsprozess hin zu weniger, aber größeren Versicherern stattfindet. In diesem Marktumfeld agiert die AOK Hessen aus einer Position der Stärke. „Mit einem wettbewerbsfähigen Preis, attraktiven Tarifen und jetzt in Fusionsverhandlungen mit einem starken Partner haben wir gute Zukunftsperspektiven“, erläutert Fritz Müller, Vorstandsvorsitzender der AOK Hessen die Situation des Unternehmens. Vieles hänge aber auch von den politischen Entscheidungen ab. Bei der angedachten Finanzreform bleibe die Politik gefordert, ein System zu etablieren, bei dem nicht Versichertenstrukturen – also deren Einkommen oder deren Gesundheitszustand – den Preis einer Krankenkasse bestimmen, sondern deren Managementleistung beispielsweise im Rahmen von speziellen Verträgen mit Arzneimittelherstellern und der internen Kostensteuerung.

Ausgaben steigen stärker als Einnahmen
Die Grundproblematik in der gesamten GKV bleibt, dass die Ausgaben stärker steigen als die Einnahmenbasis (Grundlöhne). So prognostiziert der GKV-Schätzerkreis für die Entwicklung der Grundlohnsumme eine Stagnation – minus 0,2 Prozent in der Allgemeinen Krankenversicherung (AKV), 1,2 Prozent in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) - während die Leistungsausgaben in der gesamten GKV um rd. 4 Prozent steigen. Die AOK Hessen geht von einer Steigerung der Leistungsausgaben von 2,9 Prozent je Mitglied aus. Deutlich überproportional steigen die Arzneimittelausgaben mit 4,2 Prozent je Mitglied. Damit ist dieser Ausgabenblock erneut einer der Hauptkostentreiber. Gründe sind u.a. neue hochpreisige Präparate und immer weiter spezialisierte Anwendungen. Ohne die Entlastungswirkungen der AOK-Arzneimittelverträge wäre die Steigerungsrate noch höher. Vor diesem Hintergrund schlägt die AOK einen Kostenkorridor vor, der die GKV-Leistungsausgaben an das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes koppelt.

Fusionsverhandlungen beschlossen
Der Beschluss für Fusionsverhandlungen mit der AOK PLUS stellt einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar. Der geplante Zusammenschluss stärkt die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen und wird sich spürbar positiv auf die Versicherten auswirken. Zielsetzung der AOK Hessen und der AOK PLUS ist es, ihren Versicherten eine hochwertige, qualitätsorientierte Versorgung zu einem günstigen Preis zur Verfügung zu stellen. Eine Fusion dient der langfristigen Sicherstellung dieses Angebots. Dabei werden Arbeitgeber und Versicherte auch weiterhin ihre gewohnten Leistungen schnell und zuverlässig erhalten. Mit einer Fusion kann zudem die finanzielle Stabilität der beiden Fusionspartner erhöht werden und die strategischen Handlungsspielräume für zielgruppenspezifische Tarife und Produkte steigen. Die Arbeitsplätze sollen in allen betroffenen Bundesländern erhalten bleiben. Durch die verbesserte Marktposition können auch neue, innovative Arbeitsplätze geschaffen werden. „Durch eine Fusion werden zwei starke Partner noch stär-ker. Bundesweit zählt die neue Kasse dann zu den Top Fünf in der GKV, was unsere Marktposition deutlich verbessern wird“, erklärt Fritz Müller. Eine endgültige Entscheidung über eine Fusion soll in den Verwaltungsräten der AOK Hessen und der AOK PLUS im April 2010 erfolgen.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Ralf Metzger - 06172/272-161 oder Ralf.Metzger@he.aok.de