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AOK Hessen meldet nur leicht steigenden Krankenstand

Aber: Zahl der Atemwegserkrankungen deutlich angestiegen / Mittelhessen am häufigsten krank

Bad Homburg. Eine aktuelle Auswertung der AOK Hessen bestätigt den bundesweiten Trend ansteigender Fehlzeiten, allerdings in abgeschwächter Form. Im Jahre 2007 waren die hessischen AOK-Mitglieder an 5,1% der Arbeitstage krank. Ein Jahr zuvor hatte der Wert noch bei 4,9% gelegen. Im Schnitt kam dabei jedes Mitglied auf 18,5 Arbeitsunfähigkeitstage, ein Plus von 4,3% zum Vorjahr. Besonders hoch war der Krankenstand im Regierungsbezirk Gießen. Dort betrug er 5,4%.

Achim Fleck, verantwortlich für Betriebliche Gesundheitsförderung bei der AOK Hessen, möchte aber noch nicht von einer Trendumkehr sprechen: „Dazu ist es viel zu früh. Wir müssen mindestens noch die Ergebnisse des laufenden Jahres betrachten, um seriöse Bewertungen abgeben zu können.“ Tatsächlich sei auch der Wert von 5,1% relativ niedrig, vor allem im Vergleich zu den Spitzenwerten Mitte der neunziger Jahre. Damals habe der Krankenstand noch bei 6% und mehr gelegen.

Fleck erklärt den leichten Anstieg im vergangenen Jahr vor allem mit der Zunahme von Erkrankungen im Bereich der Atemwege, insbesondere Infektionen. „Hier sind die Zahlen recht rasant nach oben gegangen. Von 21,9% aller Arbeitsunfähigkeitsfälle im Jahr 2006 zu 23,1% im letzten Jahr.“

Sorge bereitet Fleck auch der stetige Anstieg von psychischen Erkrankungen. Machte diese Diagnosegruppe im Jahre 2001 nur 6,1% aller Fehltage aus, so sind es mittlerweile bereits 8,1%. „Erkrankungen der Psyche sind besonders problematisch, weil sie in der Regel extrem langwierig sind; deshalb führt jeder Anstieg in diesem Bereich zu einer vergleichsweise starken Erhöhung der Fehltage,“ so der Präventionsexperte.

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet gab es erneut deutliche Unterschiede. Besonders hohe Ausfallzeiten waren in der Straßenreinigung bzw. Abfallbeseitigung (30,4 Tage), bei Wald- und Bauhilfsarbeitern (28,2 bzw. 25,9 Tage) oder im Straßenbau (25,5 Tage) zu verzeichnen. Ausgesprochen geringe Fehlzeiten hatten z.B. EDV-Fachleute (10,2 Tage) oder Sprechstundenhelfer (9,1 Tage). Auffällig: Auch Praktikanten und Volontäre mit noch nicht festste-hendem Beruf waren überdurchschnittlich selten arbeitsunfähig erkrankt (9,5 Tage).


Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Stephan Gill - 06172/272-144 oder Stephan.Gill@he.aok.de