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SARS-CoV-2: Wichtige Informationen für Arbeitnehmer

Im Zuge der SARS-CoV-2-Krisensituation verändert sich für viele Arbeitnehmer ihre berufliche Situation. Krankschreibung, Kurzarbeit und Lohnfortzahlung – die AOK gibt eine Übersicht.

Angestellte arbeiten im Büro mit Mund-Nasen-Schutz. Was Sie während der Corona-Pandemie beachten sollten, erfahren Sie hier.© iStock / Boris Jovanovic

Inhalte im Überblick

    Krankmeldung telefonisch möglich

    Bis zum 30. Mai 2022 müssen Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nicht persönlich zum Arzt gehen – eine telefonische Krankschreibung ist aufgrund der Gefahr einer SARS-CoV-2-Infektion möglich. Die Sonderregelung sieht eine eingehende telefonische Befragung des Patienten durch den Arzt vor. Er kann den Patienten bis zu sieben Kalendertage telefonisch krankschreiben. Eine einmalige Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit für bis zu sieben weitere Kalendertage ist ebenfalls telefonisch möglich.

    Kurzarbeitergeld in der Coronavirus-Pandemie

    Während der Corona-Pandemie sind einige Betriebe darauf angewiesen, ihre Mitarbeiter auf Kurzarbeit umzustellen. Seit März 2020 haben Arbeitgeber deshalb einen einfacheren Zugang zu Kurzarbeitergeld, welches sie für maximal 24 Monaten beantragen konnten. Die Bezugsdauer wurde nun auf 28 Monate verlängert. Diese Regelung ist bis zum 30. Juni 2022 befristet. Bis dahin können Unternehmen Kurzarbeitergeld unter den folgenden erleichterten Bedingungen beziehen:

    • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Diese Schwelle lag bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.
    • Auch Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
      Die Beiträge zur Sozialversicherung wurden bis Dezember 2021 von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet. Ab 1. Januar 2022 werden pauschal 50 Prozent erstattet.

    Darüber hinaus erhalten Beschäftigte ein erhöhtes Kurzarbeitergeld, wenn mindestens 50 Prozent der regulären Arbeitszeit entfällt:

    Beschäftigte ohne Kind:

    • Stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 80 Prozent
    • bis 3. Monat 60 Prozent
    • ab 4. Monat 70 Prozent
    • ab 7. Monat 80 Prozent

    Beschäftigte mit Kind:

    • Stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 87 Prozent
    • 1. bis 3. Monat 67 Prozent
    • ab 4. Monat 77 Prozent
    • ab 7. Monat 87 Prozent

    Mehr Informationen finden Sie im AOK-Fachportal und auf den Seiten der Arbeitsagentur.

    Kinderkrankengeld während der SARS-CoV-2-Pandemie

    Die Bundesregierung hat beschlossen, den Anspruch auf Kinderkrankentage auch im Jahr 2022 wegen der andauernden Pandemie auszuweiten. Demnach erhalten:

    • Elternpaare pro Elternteil und Kind 30 Tage
    • Alleinerziehenden 60 Tage pro Kind 
    • Paare und Alleinerziehende mit zwei Kindern können maximal 120 Tage beantragen.
    • Bei mehr als zwei Kindern erhöht sich der Anspruch auf höchstens 130 Tage pro Elternpaar oder Alleinerziehendem.

    Der erweiterte zeitliche Anspruch gilt für das gesamte Kalenderjahr 2022.

    Mit der Sonderregelung haben Eltern zunächst auch weiterhin einen Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn das Kind pandemiebedingt zu Hause betreut werden muss, weil

    • Schulen, Einrichtungen zur Betreuung von Kindern oder für Menschen mit Behinderung geschlossen sind,
    • Schul- oder Betriebsferien behördlich angeordnet oder verlängert werden,
    • das Kind in Quarantäne muss,
    • die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben ist,
    • der Zugang zu Kinderbetreuungsangeboten eingeschränkt ist,
    • die Eltern behördlich dazu aufgefordert sind, ihr Kind zu Hause zu betreuen.

    Der erweiterte Anspruch auf Kinderkrankengeld aus den oben genannten pandemiebedingten Gründen gilt vorerst bis zum 23. September 2022.

    Ist das Kind erkrankt, reichen Eltern eine ärztliche Bescheinigung als Nachweis bei der AOK ein. Muss Ihr Kind pandemiebedingt zu Hause betreut werden, können Sie die Leistung direkt bei Ihrer AOK beantragen.

    Wenn wegen des Coronavirus‘ Geschäfte schließen müssen

    Einige Arbeitgeber müssen aufgrund der aktuellen Lage ihre Niederlassungen schließen, oder entscheiden sich freiwillig dafür, um die Ansteckungsgefahr für COVID-19 zu senken.

    Kommt es zu einer solchen Schließung, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Gehälter weiterzuzahlen. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) spricht man von einem sogenannten Annahmeverzug, wenn der Arbeitgeber die Arbeitskraft seiner Angestellten nicht abruft. Wenn dem so ist, dürfen Sie als Arbeitnehmer der Arbeit fernbleiben, ohne Konsequenzen zu fürchten.

    Mehr Informationen finden Sie im AOK-Fachportal

    Erhalte ich als Arbeitnehmer in Quarantäne weiter meinen Lohn?

    Ja. Kann ein Arbeitnehmer wegen Quarantänemaßnahmen nicht am Arbeitsplatz erscheinen, greift das Infektionsschutzgesetz. Dieses regelt, dass Arbeitgeber die Betroffenen bis zu sechs Wochen lang in voller Höhe weiterbezahlen müssen.

    Das gilt jedoch nicht mehr für Beschäftigte, die ungeimpft sind, obwohl für sie eine allgemeine Impfempfehlung vorliegt. Für sie besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn sie zum Beispiel vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt werden oder aus einem Risikogebiet zurückkehren. Weiterhin Anspruch haben hingegen Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können und dies nachweisen.

    Wer zahlt in der COVID-19-Pandemie mein Gehalt weiter?

    Im Fall einer angeordneten Quarantäne wegen einer COVID-19-Infektion oder eines Infektionsverdachts erhält der Arbeitnehmer maximal sechs Wochen lang eine Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Anschließend zahlt die Krankenkasse nach entsprechender Prüfung Krankengeld.

    Bitte beachten Sie, dass ungeimpfte Beschäftigte keinen Anspruch mehr auf Entgeltfortzahlung haben.

    Zuhause arbeiten: So gelingt das Homeoffice während der Corona-Pandemie

    Viele Menschen arbeiten während der Corona-Pandemie von Zuhause aus. Für viele ist das ungewohnt. Dennoch sollten Sie sich auf die neue Arbeitssituation einstellen, damit Sie auch in den eigenen vier Wänden möglichst stressfrei und gut konzentriert arbeiten können. Wie das am besten gelingt, lesen Sie hier:

    AOK-Online-Programm: „Gesund im Homeoffice“

    Im Homeoffice zu arbeiten, erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit. Es gibt aber auch zahlreiche Herausforderungen bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden. Mit dem kostenfreien AOK-Programm „Gesund im Homeoffice“ lernen Sie, wie Sie den Job zu Hause organisieren und dabei gesund und motiviert bleiben.

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    Aktualisiert: 18.08.2021

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