Pflegeunterstützung Bei Pflegestufe II

Liebes Expertenteam,

meine Tochter ist 5 Jahre alt und hat Trisomie 21, Pflegestufe II.

Jetzt wird sie an beiden Knien gleichzeitig operiert, 2 Wochen Krankenhausaufenthalt, 6 Wochen Gips bis zu den Füßen. Es heißt, sie erhält bei Krankenhausentlassung einen Leihrollstuhl mit Beinausleger.

1) Wie ist nach der Entlassung der Transport sichergestellt? Wird sie mit einem Krankenwagen nach Hause transportiert?

2) Bekomme ich den Leihrollstuhl automatisch vom Krankenhaus oder muss ich diesen am besten schon jetzt bei der Krankenkasse beantragen, damit ich ihn dann rechtzeitig habe?

3)Sie wird im Annastift  in Hannover operiert. Dort heißt es, dass sie nach der Entlassung auf jeden Fall wieder in den Kindergarten gehen darf. Wie wird hier der Transport von zu Hause zum Kindergarten sichergestellt? Ich kann sie mit diesen beiden Gipsbeinen in keiner Weise transportieren. Ich denke, dass das nur mit einem Krankentransportwagen möglich sein wird. Wer übernimmt die Kosten dafür täglich hin + zurück 30 km zum Kindergarten??? Es kann doch nicht erwartet werden, dass ich die ganzen Wochen mit  ihr zu Hause bleibe.

4)Für mich das größte Problem: Wie soll ich zu Hause die Pflege sicherstellen??? Ich bin körperlich nicht in der Lage, sie von A nach B zu tragen, da ich mittlerweile 3 Bandscheibenvorfälle habe. Bislang hole ich sie nach meinem Dienst mittags aus dem Kindergarten ab, d. h. ich bräuchte zu Hause eine tatkräftige Unterstützung. Muss ich diese Unterstützung über einen Pflegedienst suchen und dieser wird dann über Verhinderungspflege bezahlt? 4 Wochen wäre dies vielleicht möglich, aber was ist danach? Meine Tochter wird nach Gipsabnahme nicht gleich wieder laufen können, d. h. sie muss weiterhin getragen werden.

Bin momentan ziemlich überfordert mit diesen ganzen Fragen.

Meine KK vor Ort war mit diesen Fragen übrigens ebenso überfordert. Dort hieß es, wenn meine Bandscheibenvorfälle "akut" wären, wäre dies etwas anderes. Wie kann dies sein? Muss ich erst daneben liegen?

Ich bin dankbar für eine bevorzugte schnelle Antwort, da wir am 31.10.13 ins Krankenhaus fahren müssen und am 01.11.13 ist die Op.

Vielen Dank!

Malisa 

Guten Morgen Malisa,

gerne beantworten wir die von Ihnen gestellten Fragen.

 

1)

Die Krankenkasse übernimmt im Rahmen der stationären Behandlung die medizinisch erforderlichen Fahrkosten zum Krankenhaus und wieder zurück. Für den Rücktransport nach Hause stellt der behandelnde Artz im Krankenhaus eine Transportverordnung aus, auf der dann auch das erforderliche Transportmittel angegeben wird. Bei der Organisation eines Rücktransports wird Ihnen der soziale Dienst im Krankenhaus sicherlich behilflich sein.

 

2)

 Ein Rollstuhl - auch wenn dieser leihweise zur Verfügung gestellt werden soll - muss grundsätzlich ärztlich verordnet und durch die Krankenkasse genehmigt werden. Das bedeutet, dass Sie sich an den behandelnden Arzt Ihrer Tochter wenden, der auch die OP angeordnet hat. Dieser wird Ihnen eine Hilfsmittelverordnung ausstellen. Diese legen Sie am besten direkt in einem Sanitätshaus vor. Das Sanitätshaus wird sich dann um die Genehmigung durch die Krankenkasse kümmern und den Rollstuhl für ihre Tochter anpassen. Da es unter Umständen erforderlich sein kann, für die Anpassung vorweg Maße zu nehmen, wäre es sinnvoll, die Verordnung so früh wie möglich ausstellen zu lassen.

 

3)

Die Krankenkasse darf Fahrkosten nur im Zusammenhang mit einer anderen - von der Krankenkasse zu übernehmenden Leistung - übernehmen. Fahrkosten sind grundsätzlich immer eine Nebenleistung zur Hauptleistung. Das bedeutet, dass Fahrten von der Wohnung zum Kindergarten und zurück leider nicht in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen fallen und somit von der AOK nicht übernommen werden können.

Wir möchten Ihnen aber empfehlen, sich bezüglich der Fahrkosten zum Kindergarten mit ihrem örtlichen Sozialhilfeträger in Verbindung zu setzen, da es sich hierbei - wenn eine Kostenübernahme möglich ist - um eine Leistung zur Integration handelt.

 

4)

Bezüglich der Pflege zu Hause entnehmen wir Ihrem Text, dass Sie zur Zeit Pflegegeld für Ihre Tochter erhalten. Für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt bestünde z.B. die Möglichkeit, das Pflegegeld auf eine sogenannte Kombinationsleistung umzustellen. Das bedeutet, Sie würden eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegedienst erhalten. Dabei dürfen beide Leistungen zusammen nicht mehr als 100% betragen.

Das bedeutet, dass der Pflegedienst zunächst die von ihm erbrachte Leistung mit der Krankenkasse abrechnet. Daraufhin wird dann festgestellt, wie viel Prozent des Maximalbetrages der Pflegedienst abgerechnet hat. Die Differenz dieses Prozentsatzes zu 100 wird dann als anteiliges Pflegegeld berechnet.

 

Hierzu ein Beispiel:

Ihre Tochter erhält Pflegegeld der Stufe II: 100% = 1.100,- €

Wenn der Pflegedienst im Monat z.B. einen Betrag in Höhe von 600,- € abrechnet, sind das 54,5 %.

Demnach würden Ihnen dann noch 45,5% Pflegegeld gezahlt werden (45,5% von 440,- € = 200,20 €)

 

Selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, die Leistungsart komplett auf Pflegesachleistungen umzustellen. In diesem Fall würden Ihnen dann 1.100,- € im Monat für einen Pflegedienst zur Verfügung stehen.

 

Wir hoffen, dass wir Ihre Fragen beantworten konnten.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in einem bundesweiten Forum nur grundsätzliche Antworten geben können.

Da in den nächsten Wochen eine Ausnahmesituation auf Sie zukommen wird, möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch empfehlen, sich mit einem Pflegeberater Ihrer AOK vor Ort in Verbindung zu setzen. Diese Pflegeberater können in der Regel situationsbezogene Beratungen durchführen und einen individuellen versorgungsplan mit Ihnen erarbeiten.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie für die kommende Zeit alles Gute.

 

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen ebenfalls gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

Liebes Expertenteam,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Sie haben mir mit Ihren detaillierten Ausführungen schon sehr geholfen!

Schade, dass mir der zuständige Sachbearbeiter in Sachen Pflegestufe vor Ort nicht in der Weise weiterhelfen konnte. 

Jetzt fühle ich mich sicherer und weiß, was ich wo erfragen und beantragen muss.

Vielen Dank!!!

Viele Grüße

Malisa08

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