„Identitätsstörung“

Gelöscht

Hallo TheLionKIng,

ihr Beitrag ist zwar leider nicht mehr lesbar, aber wir möchten Ihnen und auch anderen Usern, die sich mit der Thematik „Geschlechtsidentitätsstörungen“ beschäftigen, dennoch einige Informationen vermitteln.

Kurz vorweg: bei einer „Identitätsstörung“ handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung; man spricht auch von einer dissoziativen Identitätsstörung. Dabei handelt es sich um eine seltene chronische psychische Störung, bei der Betroffene ungewollt mehrere Persönlichkeitszustände mit verschiedenen Identitäten annehmen.

Wir vermuten Sie meinen eine sogenannte „Geschlechtsidentitätsstörung“ (GIS) auch „Geschlechtsdysphorie“ (GD). Darunter versteht man das starke und dauerhaft anhaltende Gefühl, dass das eigene anatomische Geschlecht und das eigene Selbstverständnis als männlich, weiblich, gemischt, neutral oder sonstiges (Geschlechtsidentität) nicht miteinander übereinstimmen. Dieses Gefühl der Unstimmigkeit kann erhebliches Leid verursachen und die Lebensweise der betroffenen Person stark beeinträchtigen. Die extremste Form der Geschlechtsidentitätsstörung, die früher Transsexualität genannt wurde, umfasst oft das Verlangen nach Behandlungen und Verfahren, um das eigene Erscheinungsbild zu ändern, damit es mit der Geschlechtsidentität übereinstimmt.

Angesichts der weitestgehend irreversiblen Konsequenzen einer medikamentösen und chirurgischen Angleichung des Körpers an das empfundene Geschlecht ist eine gesicherte Indikationsstellung unumgänglich. Dabei ist es wichtig im Vorfeld solcher Maßnahmen herauszufinden, ob das persönliche Leiden dauerhaft gelindert werden kann. Eine ausführliche Anamnese durch einen erfahrenen Sexualmediziner / Sexualmedizinerin ist unbedingt nötig. Des Weiteren wichtig sind eine eingehende körperliche Untersuchung (gynäkologisch bzw. andrologisch-urologisch) sowie eine endokrinologische Befunderhebung.

Da viele Patienten mit Störungen der Geschlechtsidentität erhebliche psychopathologische Auffälligkeiten aufweisen, die der GIS vorausgegangen oder reaktiv sind oder auch gleichzeitig bestehen können, ist eine differenzierte psychopathologische Befunderhebung unumgänglich.

Die Diagnose einer irreversiblen GIS, die hormonell und ggf. operativ behandelt wird, kann nur in einem längerwährenden diagnostisch-therapeutischen Prozess gestellt werden. Wesentlicher Teil dieses Prozesses ist der sogenannte mindestens einjährige Alltagstest bzw. die Alltags-Erprobung. D.h. der Patient erprobt den Alltag, indem er kontinuierlich und in allen Bereichen das gewünschte Geschlecht lebt und dabei therapeutisch begleitet wird. So kann herausgefunden werden, wie das Denken, Fühlen, Erleben und Verhalten in der Rolle des Identitätsgeschlechts gangbar ist.

Die Indikation zu irreversiblen körperverändernden Maßnahmen kann nur im Ergebnis des oben geschilderten diagnostisch-therapeutischen Prozesses gestellt werden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen hiermit einige hilfreiche Informationen vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

Hallo und danke für die Antwort.

Ja, ich meine GIS.

Zuallererst würde ich gern wissen, wohin ich als erstes gehen muss, an welcher Stelle/ an wen muss ich mich wenden? Also wie bzw. wo fange ich an?

Als Nächstes habe ich bereits gelesen, dass man einen Alltagstest bestehen muss. Aber ist dies, wenn man noch im komplett falschen Körper lebt, überhaupt realistisch? Als Frau sich wie einen Mann zu kleiden, mag ja gehen. Aber als Mann ist es extrem schwer wie eine Frau auszusehen, wenn man komplett noch ein Mann ist: das maskuline Gesicht, die Stimme, Kehlkopf, keine körperliche Rundungen, ...

Ich habe bereits als Kind darüber nachgedacht, aber ich möchte jetzt nicht noch mehr Zeit verlieren, um endlich ein Leben zu führen, wie ich es mir schon immer gewünscht und vorgestellt habe.

Viele Grüße 

 

Hallo TheLionKing,

als ersten Schritt raten wir Ihnen, einen Urologen oder Andrologen aufzusuchen, der Sie körperlich untersucht. Ideal wäre jemand mit sexualmedizinischer Zusatzausbildung. Ansprechpartner finden Sie z.B. auf der Website der Dt. Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft e.V. (DGSMTW), http://www.dgsmtw.de. Dort finden Sie auch Kooperationspartner.

Und ja, ein Alltagstest ist eine sehr wichtige Erfahrung. Denn die hormonelle und chirurgische Umwandlung sind bei einer GIS nur die äußerliche Vollendung eines innerlich wesentlich länger währenden Prozesses. GIS bedeutet, dass der Betreffende sich bereits vor der Umwandlungsbehandlung als Angehöriger des anderen biologischen Geschlechts empfindet. Wer erst durch Hormone und OP zur Frau bzw. zum Mann werden will, ist möglicherweise nicht transsexuell. 

Es gibt zudem diverse Untersuchungen die belegen, dass bei fehlendem Alltagstest bzw. Ablehnung desselben sich das Risiko des Scheiterns im Wunschgeschlecht erhöht.

Wir hoffen wir konnten Ihnen etwas weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

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