Welche Schritte Bis Zur Entziehungskur

Hallo in die Runde,

wir haben im Dezember 2012 eine nette Chinesin kennengelernt, die mit ihrem deutschen Mann viele Jahre in China gelebt hat. Der Mann ist 50 Jahre alt und schon seit seiner Militärzeit alkoholkrank. Die Beiden haben zwei kleine Kinder. Aufgrund der Situation leben sie seit ihrer Rückkehr nach Deutschland bis heute als Sozialhilfeempfänger in einem Übergangshotel, das die Stadt anmietet. Aufgrund seines Zustandes findet er keine Arbeit und damit auch keine Wohnung. Die vierköpfige Familie bewohnt ein 35 qm großes Zimmer; natürlich bleiben unter diesen Bedingungen Streitigkeiten auch nicht aus.

Der Mann hat immer hart gearbeitet und will auch wirklich arbeiten, um für seine Familie zu sorgen. Ich konnte ihm aber in vielen Gesprächen verständlich machen, dass er zuerst sein Alkoholproblem angehen muss, bevor er an Arbeit denken kann. Als ich ihn entsprechend aufgebaut hatte, hat er sich einen Ruck gegeben und bei einem Profilgespräch bei einer Arbeitsvermittlung seine Alkoholabhängigkeit öffentlich gemacht. Er ist anschleißend zu einem Allgemeinmediziner gegangen und hat gehofft, dass er nach gründlicher Untersuchung eine Entziehungskur beantragen könnte. Stattdessen hat er Adressen für Alkoholikertreffen bei diversen kirchlichen Einrichtungen bekommen. Er war nun schon bei diversen Treffen, aber ich habe das Empfinden, dass es ihn zermürbt, weil er nicht das Gefühl hat, seinem Ziel irgendwie näher zu kommen. Er hat jedesmal das Gefühl, man will ihn dazu bringen, sich seine Alkoholabhängigkeit einzugestehen (was bei manchen sicher der Fall ist), obwohl das bei ihm gar nicht erforderlich ist. Das mag natürlich sein subjektives Empfinden sein.

Da ich aber dennoch das Gefühl habe, dass da irgendetwas entweder umständlich oder zumindest nicht rund läuft, wollte ich mal wissen, wie denn der direkteste Weg zu einer Entziehungskur aussieht - soll heißen, wo muss er mindestens in welcher Reihenfolge hingehen? Was braucht er für Unterlagen? Wie läuft die Finanzierung solch einer Behandlung/Kur?

Da wir momentan hauptsächlich damit beschäftigt sind, die Frau weiterhin bei Laune zu halten und die Familie so vor dem Zerfall zu bewahren, interessiert uns natürlich auch, wielange das noch so laufen soll.

Danke im Voraus.

Hallo,

 

dieses Forum behandelt zwar keine Suchtfragen, jedoch wollen wir versuchen, zumindest kurz auf Ihre Anfrage einzugehen.

 

Es gäbe die Möglichkeit einer stationären Einweisung zur Entgiftung. Voraussetzung ist jedoch eine Krankheitseinsicht, die sich insbesondere auf einen anschließenden stationären Aufenthalt bezieht, um auch verhaltenstherapeutisch das abstinente Leben zu erlernen. Wir empfehlen Ihnen daher, bzw. Ihrem Bekannten, Kontakt zu einer lokalen Suchtberatungsstelle aufzunehmen, idealer Weise gemeinsam mit seiner Ehefrau, um sich näher zu informieren, wie im Detail konkret bei ihm vorgegangen werden kann.

 

Wichtig scheint uns, dass Ihr Bekannter tatsächlich motiviert ist, sich seinem Suchtproblem zu stellen. Möglicherweise war dies dem Allgemeinmediziner, bei dem er sich vorgestellt hatte, nicht deutlich geworden, so dass er erst einmal die Kontaktaufnahme zu entsprechenden Beratungsstellen oder Gesprächsgruppen vorgeschlagen hat, um die Krankheitseinsicht zu fördern.

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

Hallo,

ich denke, dass er sich zu erst mal wirlich überzeugen lassen muss, dass er Alkoholiker ist und vermutlich erst dann kann er auch selbst reagieren.

Wenn die Kinder schon im Kindergarten- oder Schulalter sind, können sogar die vielleicht eine gute Wirkung bringen, wenn er zu Hause genauso tankt; der Sohn eines Mitarbeiters brachte den Vater zum Ende mit der Raucherei, weil er ihm wohl gesagt hat, dass er das Rauchen aufhören soll und der Bub geht noch nicht in die Schule!

Vielleicht könnte seine Frau auch mal zielorjentiert eine Alkoholkasse aufstellen, die dann für den Alkohol entsprechend gefüllt wird und einen Urlaub- oder eine Fahrt in's Blaue mit der ganzen Familie ermöglicht? - Vielleicht kannst Du- und Deine Frau ihn aber auch "bearbeiten" und überzeugen, dass es so nicht weiter gehen kann und ob er seiner Familie bald einen Platz unter der Brücke spendieren möchte? - Vielleicht sollte man mal am Abend so einen Platz mit ihm aufsuchen, wo sie sich eben auch bei Regen über die Nacht durch schlagen, so dass er sieht, wie dann möglicherweise die Steigerung seines Zustandes aussieht. Und er muss auch wissen, dass das (s)eine Frau wohl nicht auf ewig mit machen wird und mit den Kindern eben schnell weg sein kann, wenn sie möglicherweise eben eine vernünftigere Person findet, die mehr Verstand und eben mehr Gefühl für seine Frau auf bringt und sich nicht jeden Tag voll laufen lässt. - Ich denke, dass da schon eine gewisse Härte da sein muss, dass man ihn zum Nachdenken bringt; danach kann er handeln, aber als Erstes muss er seine Situation erkennen und wissen, dass er eben ab drei, vier Bier- oder was Anderes in Abhängigkeit ist und nie einen Job bekommt und nie etwas Geld für seine Familie haben wird. Zudem werden sich seine Kinder später dann wohl nicht mehr so viel um ihn sorgen, wenn sie 20 Jahre diesen Zusatand erleben "durften" und dann kann er sich ruhig in's Grab hinein saufen, oder immer wieder mal die Ausnüchterungszelle besuchen. Nur wenn er sein Problem selbst erkennt und ein zu schätzen weiß, kann- und wird er erfolgreiche Hilfe bekommen und sonst geht es weiter, wie gehabt, abwärts bis in's Koma und dann kann er durchaus mal, schön gemütlich in Windeln eingepackt, im Krankenhaus aufwachen.

Ich wünsche Dir viel Stärke und Überzeugungskraft zur Mithilfe bei der Umkehr

Matthias

  • Seite 1

Weitere Informationen

AOK-Clarimedis ist ein exklusiver Service für AOK-Versicherte, die medizinische Fragen haben. Dort sind Experten und medizinische Fachkräfte jederzeit erreichbar: 24 Stunden an 365 Tage im Jahr. Bitte wählen Sie Ihre AOK aus, um die für Sie richtige Service-Telefonnummer zu erhalten.

Eine detaillierte Vorstellung der Experten finden Sie hier.

Teilnahme und Sperrung

Ziel unserer Community auf aok.de ist der Informationsaustausch mit Bezug auf sozialversicherungsrelevante Themen. Es dürfen daher keine Inhalte veröffentlicht werden, die der kommerziellen Werbung dienen, die technische Funktionsfähigkeit der Community beeinträchtigen oder das Copyright Dritter verletzen.

Jeder registrierte Nutzer kann im Expertenforum Fragen stellen. Zeigen Sie bitte Respekt gegenüber anderen Teilnehmern und Dritten und unterlassen Sie in Ihren Beiträgen Inhalte, die rechtswidrig, schädigend, missbräuchlich, belästigend, vulgär, hasserregend, rassistisch oder in sonstiger Weise zu beanstanden sind.

Die AOK – Die Gesundheitskasse ist berechtigt, Inhalte ganz oder teilweise ohne vorherige Mitteilung an den Verfasser zu löschen und seinen Zugriff auf das Expertenforum zu sperren.

Die AOK behält sich vor, Beiträge mit Verweisen auf andere Plattformen und Multimediainhalte (Audio, Video und andere) ohne vorherige Prüfung zu löschen. Die AOK kann zu jeder Zeit, aus welchem Grund auch immer, den Betrieb der Community ändern, beschränken oder einstellen.

Verantwortlichkeit und Gewährleistung

Die Verantwortung für den in die Community eingestellten Inhalt liegt ausschließlich bei den Teilnehmern. Die AOK kann die eingestellten Inhalte grundsätzlich keiner permanenten Kontrolle unterziehen, behält sich aber das Recht zu stichprobenartigen Untersuchungen vor. Gegebenenfalls können Inhalte ohne Begründung aus der Community entfernt werden. Die Nutzung der Community durch den Teilnehmer erfolgt auf eigenes Risiko.

Die AOK kann an dieser Stelle aus rechtlichen Gründen nicht gewährleisten, dass die Community zu jeder Zeit fehlerfrei zur Verfügung steht. Des Weiteren übernimmt die AOK keine Gewährleistung für die Richtigkeit, Nützlichkeit und Zuverlässigkeit der eingestellten Inhalte.

Freistellung und Rechtseinräumung

Jeder Teilnehmer stellt die AOK von Ansprüchen Dritter gleich welcher Art frei, die aufgrund seiner Inhalte in der Community erhoben werden. Der Teilnehmer erstattet der AOK die angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung. Die AOK erhält das gebührenfreie, unbefristete, unbeschränkte und unwiderrufliche Nutzungsrecht an den in die Community eingestellten Inhalten.

Bei Krankheit zum Arzt

Die AOK lässt die Inhalte ihres Internetauftritts von erfahrenen Autoren verfassen und von Experten gewissenhaft überprüfen. Wir verwenden große Sorgfalt darauf, dass sämtliche Informationen stets aktuell, vollständig und richtig sind. Medizinische Erkenntnisse und Sozialversicherungsrecht sowie alle weiteren Inhalte unterliegen jedoch einem steten Wandel und einer Weiterentwicklung. Die AOK übernimmt deshalb keine Haftung für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der auf diesen Seiten bereitgestellten Informationen.

Keinesfalls lassen sich aus den Informationen auf unseren Webseiten individuelle Diagnosen oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfälle ableiten. Die hier bereitgestellten Inhalte dienen nicht als Ersatz für das Gespräch mit dem Arzt oder für eine medizinische Behandlung. Nur ein ausgebildeter und anerkannter Mediziner kann eine individuelle Diagnose stellen und die auf dieser Grundlage erforderlichen Maßnahmen in die Wege leiten. Ebenso wenig sind die Informationen auf diesen Seiten dazu geeignet, eine Selbstdiagnose zu stellen oder ohne Gespräch mit dem Arzt mit einer Behandlung zu beginnen.

Leistungen der AOK individuell abklären

Unsere Webseiten geben Ihnen einen Überblick über die umfangreichen Leistungen der AOK. Wir bemühen uns darum, diese klar, verständlich, übersichtlich und vollständig darzustellen. Dennoch sind diese Informationen kein Ersatz für eine individuelle Beratung, die im Einzelfall notwendig sein kann. Auch der Anspruch auf eine bestimmte Leistung lässt sich daraus nicht ableiten. Wenn Sie Fragen zu den Leistungen der AOK haben oder weitere Informationen wünschen, suchen Sie am besten den persönlichen Kontakt zu unseren Kundenberatern, per E-Mail, telefonisch oder in Ihrer AOK vor Ort.

Kein Leistungsanspruch

Auf unseren Webseiten können Sie sich über unsere Leistungen informieren und erfahren Wissenswertes zu medizinischen Fragen, Krankheitsbildern, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung. Daraus ergibt sich jedoch kein Anspruch auf eine Leistung. Auch das Gespräch mit dem Arzt können die Informationen nicht ersetzen.

Verantwortlichkeit für Inhalte verlinkter Seiten

Die Informationen der AOK auf diesen Seiten enthalten Links zu externen Internetseiten. Deren Inhalte haben wir beim Einrichten der Links sorgfältig überprüft, ob sie gegen zivilrechtliche oder strafrechtliche Normen verstoßen. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass die Inhalte im Nachhinein verändert werden. Die AOK ist nicht für die Inhalte und die Verfügbarkeit der verlinkten externen Internetseiten verantwortlich. Sollten Sie der Ansicht sein, dass verlinkte externe Seiten gegen geltendes Recht verstoßen oder dass diese Seiten sonstige unangemessene Inhalte darstellen, so teilen Sie uns dies bitte mit. Wir werden Ihren Hinweis prüfen und den Link gegebenenfalls umgehend entfernen. Bitte beachten Sie, dass unsere Datenschutzerklärung nur für die Internetangebote der AOK gilt. Für die verlinkten externen Inhalte können andere Datenschutz- und Datensicherheits-Bestimmungen gelten. Wer dafür die Verantwortung trägt, erfahren Sie im Impressum der jeweiligen Seite. Die AOK kann die Nutzungsbedingungen für ihre Webseiten jederzeit ändern, gültig ist die jeweils aktuelle Fassung.

Schutz von personenbezogenen Daten

Alle Daten, die Rückschlüsse auf eine reale Person zulassen, sind vertraulich. Zum Schutz der Betroffenen dürfen persönliche Informationen wie z.B. Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen im Forum nicht veröffentlicht werden.