Lebensretter sein

Neben der Organspende rettet auch die Spende von Stammzellen leben. Unser Kollege Sebastian Reichenbach hat gespendet und seine Erfahrung hier festgehalten.

27.05.2022Autor/in: Matthias GottschalkRubrik: Grüner Kosmos und AOK-Welt 0

Ein unerwarteter Brief

Vor ca. fünf Jahren habe ich mich bei DKMS registriert und typisieren lassen. Eigentlich habe ich all das nach dieser langen Zeit wieder vergessen, bis dann ein Schreiben von der DKMS kam.
Darin stand, dass ich ein geeigneter Spender bin und nun musste alles schnell gehen. Nach einigen Terminen bei meinem Hausarzt und bei CCC Cellex Collection Center in Dresden wurde klar, dass ich fit genug bin, um zu spenden und somit Leben zu retten.

Vorbereitung

Fünf Tage vor der Spende müssen die Stammzellen mobilisiert werden. Foto: Sebastian Reichenbach/privat

Nachdem der Spendetermin klar war, bekam ich einen ganzen Beutel voller Spritzen und einige Schmerztabletten. Denn fünf Tage vor der Spende müssen die Stammzellen mobilisiert werden und dafür habe ich mir morgens und Abends ein Medikament in den Bauch injiziert.
Dies konnte ich vorher bei Cellex üben, überwinden musste ich mich aber vor allem am ersten Tag sehr. Mit Nebenwirkungen wie Rückenschmerzen und Grippegefühl konnte ich leben, schließlich waren meine Beschwerden im Vergleich zum Gesundheitszustand „meines Empfängers“ nicht der Rede wert.

Die Spende

Morgens um 8 war es dann endlich so weit, meine liebe Frau fuhr mich ins Entnahmezentrum, wo das freundliche Personal bereits auf mich wartete. Nach einem kurzen Briefing nahm ich dann auf der gemütlichen Spenderliege Platz und wurde an die Apherese-Maschine angeschlossen. Das war offenbar nicht ganz leicht, aber nach fünf Stichen saßen die Kanülen für die nächsten viereinhalb Stunden und beförderte mein gesamtes Blut über drei Mal durch die Maschine. In dieser Zeit war eine sehr freundliche Krankenschwester für mich da und ich habe mich wirklich wohl gefühlt. Etwas geschafft und mit einem guten Gefühl fuhren wir wieder nach Hause.

Selbst Spender werden

Natürlich gab in der Zeit vom Erhalt der Nachricht bis zur Spende den einen oder anderen schwachen Moment, in dem ich alles hinterfragte, und Respekt vor der Spende hatte ich auch. Mit den Erfahrungen von heute würde ich es aber immer wieder machen.

Für mich war es so eine einfache Sache, aber die Wirkung ist riesig. Die Chance, einem anderen Menschen mit meinen Stammzellen das Leben retten zu können, erfüllt mich sehr und ich hoffe nun, dass sich der Empfänger oder die Empfängerin schnell erholt, gesund wird und ein langes und gesundes Leben hat.

Kleine Karte, große Wirkung: Die Registrierung ist einfach und geht schnell. Foto: Matthias Gottschalk/privat

Allen, die bis hierhin gelesen haben, empfehle ich, sich ebenfalls (wenn noch nicht geschehen) bei der DKMS zu registrieren. Aus meiner Sicht gibt es wenig Möglichkeiten im Leben, mit einer so einfachen Sache so Großes zu bewirken.

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