Häh? Wie bitte? – Ich bin Schwerhörig!

Ich war 12 Jahre alt, als mir aufgrund einer Mittelohrentzündung im weit fortgeschrittenem Stadium, die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel sowie ein Teil des umliegenden Knochens entfernt wurden. Seitdem gehört die Schwerhörigkeit zu meinem Alltag.

27.04.2022Autor/in: Jenny FüstingRubrik: Allgemein, Versorgung und Innovation 0

Hörgeräte auf Platz 1

Die Zahl der Menschen, die bei der AOK PLUS ein Hörgerät beantragen, steigt jährlich. Sie erhöhte sich zwischen 2018 und 2020 um rund 3.000 auf über 38.000 jährlich. Erste Auswertungen für das vergangene Jahr bestätigen diesen Trend. Die Ausgaben für Hörgeräte stehen auf Platz 1 der gesamten Hilfsmittelkosten.

Ursachen für Schwerhörigkeit

Für Schwerhörigkeit gibt es verschiedene Ursachen. Lärm ist eine davon. Der Tag gegen Lärm am 27. April macht auf diese gesundheitsbelastenden Folgen aufmerksam. Auch, dass die Menschen immer älter werden und mit steigendem Alter das Hörvermögen abnimmt, führt dazu, dass immer mehr Menschen ein Hörgerät benötigen. Aber Schwerhörigkeit ist nicht nur eine Frage des Alters.

Ein Hörgerät – juhu!

Nach der Operation erhielt ich ein Hörgerät, um die entstandene Schwerhörigkeit auszugleichen. Im besten vorpubertären Alter, als Äußerlichkeiten von zunehmender Bedeutung waren und ich gefallen wollte. Ich empfand das Tragen eines Hörgerätes als peinlich. Das brauchen doch nur Alte, war meine Auffassung. Meine Eltern achteten darauf, dass ich es trug – in der Schule landete es im Ranzen. Es wird schon irgendwie gehen. Ich entwickelte eine „Strategie“ mit meiner „Einhörigkeit“ umzugehen: Ich platzierte mich wenn möglich so, dass mein rechtes, gesundes Ohr, zur Gruppe gewandt war. Und irgendwie funktionierte es.

Auch Tauchen war passé

Die radikale Operation in meiner Kindheit hatte auch zur Folge, dass ich von da an nie mehr tauchen konnte. Ich erhielt eine sogenannte Wasserschutzotoplastik, die mein Ohr vor Spritzwasser schützen sollte. Die AOK PLUS übernimmt für Kinder die Kosten für dieses Hilfsmittel. MIt dem Kopf nicht unter Wasser tauchen zu können war ein großer Einschnitt in meiner Teenager-Zeit. Während andere im Freibad sich gegenseitig „neckender Weise“ ins Wasser warfen, schaute ich zu oder musste penibel darauf achten, dass es nicht doch passierte. Die Gefahr besteht darin, dass ich mit dem Eindringen von viel Wasser mein Gleichgewicht verliere und somit selbst in der Badewanne nicht mehr wüsste, wo oben und unten ist.

Titan im Ohr

Knapp 25 Jahre später wurde ich um drei Titan-Gehörknöchelchen aufgestockt, die meine Hörleistung etwas verbesserten. Ich werde jedoch ohne Hörhilfe nie wieder über die 45 Prozent-Hörvermögen-Schwelle kommen. Ich bin froh, dass die AOK PLUS als gesetzliche Krankenversicherung Menschen wie mich darin unterstützt, ein Stück mehr Lebensqualität und Teilnahme durch das Hören zu erhalten und die Kosten für Hörgeräte übernimmt.

Was es bei der Auswahl einer Hörhilfe zu beachten gilt, gibt es hier zusammengefasst.

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