AOK Nordost und Brandenburgische Krebsgesellschaft informieren gemeinsam zum „Tag der Krebsvorsorge“

Gemeinsame Presseinformation

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse

Brandenburgische Krebsgesellschaft e.V.

Wenige Menschen in Brandenburg gehen zur Krebsvorsorge

Potsdam, 23. November 2022. Vorsorge rettet Leben. Doch zu wenige Menschen nehmen das ärztliche Angebot wahr. Das war schon vor Covid-19 der Fall, hat sich aber mit der Pandemie weiter verschärft. Bei wichtigen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung gab es im zweiten Jahr der Corona-Pandemie 2021 bei den gesetzlich Versicherten erneut starke Rückgänge. Diese setzten sich auch in der Omikron-Welle im 1. Quartal 2022 fort. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), in der die Teilnahmezahlen gesetzlich Versicherter mit dem Vor-Pandemie-Zeitraum verglichen wurden. Die Auswertung belegt auch für das Land Brandenburg erhebliche Rückgänge von bis zu 19 Prozent.

Wie schon im ersten Pandemie-Jahr 2020 gab es auch im vergangenen Jahr die stärksten Rückgänge bei der Inanspruchnahme der Hautkrebs-Früherkennung – minus zwölf Prozent gegenüber 2019. Im ersten Quartal 2022 war der Einbruch mit rund minus 19 Prozent gegenüber dem Vergleichs-Zeitraum 2019 sogar noch größer. Die Zahl der Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen lag im vergangenen Jahr rund acht Prozent unter dem Wert von 2019, im ersten Quartal dieses Jahres lag der Rückgang bei rund 14 Prozent. Etwas geringer fiel die Differenz bei Männern bei der Prostatakrebs-Früherkennung aus: minus vier Prozent gegenüber 2019. Beim Mammographie-Screening gab es zuletzt in Brandenburg nur noch leichte Rückgänge.

„Die Zahlen sind besorgniserregend und deshalb wollen wir gemeinsam mit der Brandenburgischen Krebsgesellschaft die Aufmerksamkeit für das Thema steigern und die Menschen dazu motivieren, sich mit dem Thema der Krebs-Früherkennung inhaltlich auseinanderzusetzen. Dafür haben wir ein breites Informationsangebot geschaffen und mit dem Vorsorg-O-Mat erstmals auch eine einfache Möglichkeit, schnell und individuell über empfohlene Früherkennungsuntersuchungen aufzuklären“, sagt Hans-Joachim Fritzen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost.

Schon vor der Pandemie „Luft nach oben“ bei der Krebsvorsorge

Eine Langzeit-Auswertung auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten für die Jahre 2012 bis 2021 macht deutlich, dass es bei der regelmäßigen Teilnahme an den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen schon vor der Pandemie "Luft nach oben" gab. Sie zeigt, dass die Teilnahmeraten bei allen Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung erhöht werden sollten. So haben im oben genannten Vergleichszeitraum deutlich weniger als die Hälfte der anspruchsberechtigten Brandenburgerinnen und Brandenburger, die vergangenes Jahr 65 Jahre alt waren, die Darmkrebs-Früherkennung wahrgenommen. Auch bei der Prostatakrebs-Früherkennung wurden die anspruchsberechtigten Männer insgesamt zu selten oder zu spät erreicht: So nahmen in der Altersgruppe zwischen 54 und 70 nur gut ein Fünftel der Männer in mindestens drei der vergangenen zehn Jahre an der Früherkennung teil. Beim Hautkrebs-Screening nahmen rund 11 Prozent der Frauen und nur knapp neun Prozent der Männer zwischen 45 und 70 Jahren im betrachteten Zehn-Jahres-Zeitraum die Früherkennung mindestens vier Mal in Anspruch. Besser sieht es bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs aus: Mehr als 83 Prozent der Frauen zwischen 29 und 40 haben den Empfehlungen entsprechend in mindestens drei von zehn Jahren an der Vorsorge teilgenommen. Auch beim Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs, das in Deutschland schon seit 2009 flächendeckend umgesetzt wird, sind etwas höhere Teilnahmequoten zu verzeichnen: Etwas mehr als die Hälfte der anspruchsberechtigen Frauen nahm im betrachteten Zeitraum teil.

Vorsorge hilft in vielen Fällen, das Krebs- und Sterberisiko zu verringern

„Die Teilnahme am Mammographie-Screening ist wichtig, da die Heilungschancen von Brustkrebs im Frühstadium sehr gut sind. Auch beim Darmkrebs bietet die Früherkennung, zum Beispiel mittels einer Koloskopie, die Chance, durch Entfernung von Vorstufen die Entstehung eines Tumors bereits im Vorfeld zu verhindern,“ sagt Dr. Frank Rothmann, Vorstandsvorsitzender der Brandenburgischen Krebsgesellschaft, und konstatiert: „Die Vorsorgeprogramme in Anspruch zu nehmen, hilft in vielen Fällen, das individuelle Krebs- und Sterberisiko zu verringern.“

Informationsangebote „Vorsorg-O-Mat“ und Früherkennungs-Hotline

Um die Menschen stärker für das Thema zu sensibilisieren, haben die Deutsche Krebsgesellschaft und die AOK den „Tag der Krebsvorsorge“ am 28. November ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen sie ab sofort rund um diesen Tag eine Kommunikationsoffensive starten, bei der für eine Woche Inhalte zum Thema Krebsfrüherkennung und -vorsorge, beispielsweise Informationsfilme zum Ablauf und Nutzen der einzelnen Früherkennungsuntersuchungen, verbreitet werden.  Zudem startet die AOK Nordost eine Reihe von Informationsangeboten: Ein neuer „Vorsorg-O-Mat“ beantwortet den Nutzerinnen und Nutzern nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht die Frage, welche Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen anstehen und was die jeweilige Vorsorge genau beinhaltet. Das neue Online-Angebot ist für alle Interessierten unabhängig von der Krankenversicherung nutzbar. Für ihre Versicherten schaltet die AOK zusätzlich eine Vorsorge-Hotline: Unter der kostenfreien Nummer 0800 1 265 265 beantworten speziell geschulte Expertinnen und Experten des medizinischen Info-Telefons Clarimedis vom 28. November bis zum 2. Dezember alle Fragen rund um die Themen Krebs-Früherkennung und Vorsorge.

Anhang

Informationen zum Tag der Krebsvorsorge finden Sie unter www.aok.de/tagderkrebsvorsorge

Kontakte

Kontakt für Interviewanfragen zum „Tag der Krebsvorsorge“:

Brandenburgische Krebsgesellschaft
Raina Maria Lau
Geschäftsführerin
Tel. 0331 86 48 06
rm.lau@krebsgesellschaft-brandenburg.de


Kontakt für Rückfragen zur Presseinformation:

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Dirk Becker
Pressesprecher
Tel. 0800 265 080 22202
presse@nordost.aok.de