Junge Menschen durch Corona-Pandemie belastet

Über zwei Jahre Pandemie haben ihre Spuren hinterlassen. Dass das auch auf die Gesundheit junger Menschen zutrifft, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag der AOK Baden-Württemberg.

Ein jugendliches Mädchen in einem senffarbenen T-Shirt sitzt auf einem braunen Teppich auf dem Boden. Dabei lehnt sie sich mit dem Rücken an einem Bett an, zieht die Beine an und stützt ihre Ellbogen auf ihren Knien ab. Ihr Blick wirkt nachdenklich.© iStock / diego_cervo

Hälfte der Familien stark belastet

Für den April 2022 konnten die Meinungsforscher von Civey unter 500 befragten Personen sowohl psychische als auch physische Auswirkungen der Corona-Pandemie nachweisen. So gab mit 43,9 Prozent fast die Hälfte aller befragten Versicherten an, dass ihre Familie "stark" oder "eher stark" durch die Pandemie belastet ist. Etwa ein Viertel (25,4 Prozent) berichtet von neu aufgetretener Antriebslosigkeit bei den eigenen Kindern und mehr als jeder Fünfte (21,1 Prozent) von Traurigkeit der Kinder.

Darüber hinaus haben sich während der Corona-Pandemie bei 15,3 Prozent der Kinder in den befragten Haushalten Schlafstörungen, und bei 14,7 Prozent depressive Phasen bemerkbar gemacht. Daneben wurde auch die Entwicklung von Ängsten (13,3 Prozent) und Zukunftsängsten (11,6 Prozent) beobachtet. Im Kontrast dazu gaben aber auch 44,6 Prozent der befragten Eltern an, dass ihre Kinder keine psychischen Beschwerden entwickelt haben.

"Die meisten Kinder und Jugendlichen werden aller Voraussicht nach Belastungen und Defizite, die durch die Pandemie verursacht wurden, überwinden können. Manche Kinder und Jugendliche werden hingegen kurz-, mittel- und wahrscheinlich auch langfristig von Belastungen und erlittenen Defiziten begleitet werden. Die Pandemie wirkt hier oft als Verstärker bereits zuvor bestehender Ungleichheiten und Entwicklungsrisiken", erklärt Jana Linsky, Geschäftsbereichsleitern Medizin bei der AOK Baden-Württemberg.

Die Ergebnisse der Umfrage sind repräsentativ für Eltern von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren aus Baden-Württemberg.

Freizeit und Mediennutzung besonders beeinflusst

Die größten Einschnitte im Leben von Kindern und Jugendlichen hat die Pandemie wohl im Bereich sozialer Kontakte, Freizeitaktivitäten und Mediennutzung verursacht. Der Umfrage zufolge treibt etwa die Hälfte (48,7 Prozent) der jungen Menschen in Baden-Württemberg weniger Sport als noch vor der Pandemie. In vielen Fällen die Folge: Gewichtszunahme. Fast ein Viertel (24,7 Prozent) der Kinder hat den Eltern zufolge an Gewicht gewonnen.

Ganze 57,4 Prozent berichteten, dass sich die sozialen Kontakte ihrer Kinder verändert haben. Besonders stark beeinflusst sei davon der Schulalltag (59,5 Prozent), das Treffen mit Freunden (50,1 Prozent) und der Freizeitsport im Verein (50,8 Prozent).Die Mediennutzung ist in der Pandemie dagegen bei einem Großteil aller Kinder und Jugendlichen gestiegen.

So beunruhigend diese Ergebnisse sein mögen, zieht Medizin-Expertin Jana Linsky auch positive Schlüsse: "Viele Kinder sind selbstständiger geworden, haben sich im Bereich der Digitalisierung weiterentwickelt und konnten insgesamt mehr Familienzeit genießen." Mehr als ein Drittel (38,7 Prozent) fühlen sich von der Pandemie nur schwach belastet und immerhin 10,3 Prozent gaben an, dass ihre Kinder seit Ausbruch des Coronavirus eher mehr Sport treiben als vorher.

Laut Umfrage veränderten sich die sozialen Kontakte von Kindern und Jugendlichen stark.© Civey
Laut Umfrage veränderten sich die sozialen Kontakte von Kindern und Jugendlichen stark.

AOK Baden-Württemberg hilft Kindern und Jugendlichen

Die AOK Baden-Württemberg hält vielfältige Angebote für Kitas und Schulen bereit und unterstützt junge Menschen im Südwesten so, ein gesundes und aktives Leben zu führen. Außerdem helfen Präventionsfachkräfte der AOK in den regionalen Institutionen dabei, die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen gesünder zu gestalten – vor Ort und ganz individuell.

Zu den Angeboten der AOK Baden-Württemberg für Kitas und Schulen zählen:

  • JolinchenKIDS – fit und gesund in der Kita – aktuell etwa 400 aktive Kindergärten in Baden Württemberg (circa 25.000 Kinder)
  • KITA aktiv
  • ScienceKids – vor Corona nutzen bereits etwa 1.000 Schulen aktiv die Materialen des Programms
  • NachhaltICHkeitsarena – läuft seit Mai 2022
  • Grund- und Weiterführende Schulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt (GSB- und WSB-Schulen) – rund 1.000 GSB-Schulen und 100 WSB-Schulen erhöhen mit diesem Programm den Bewegungsanteil in der Schule auf mindestens 200 Minuten pro Woche
Aktualisiert: 08.06.2022

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Kontakt zu Ihrer AOK Baden-Württemberg

Onlineportal „Meine AOK“

Zum Onlineportal

Online Kontakt aufnehmen

Zum Kontaktformular