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Früherkennung von Darmkrebs

Bislang galt: Patienten ab 55 Jahren haben zur Früherkennung Anspruch auf eine Darmspiegelung. Diese Altersgrenze ist nun für Männer auf 50 Jahre gesenkt worden. Ebenfalls neu ist ein Einladungsverfahren für das Darmkrebsscreening.

Älterer Mann sitzt glücklich am Strand. – Fotolia 110851004 © WavebreakMediaMicro

Nutzen und Risiken der Früherkennung

Laut Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland circa 62.000 Menschen im Jahr an Darmkrebs. Ab dem Alter von 50 Jahren steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Seit Einführung der Darmspiegelung zur Früherkennung ist die Erkrankungsrate gesunken. Auch die Zahl der Betroffenen, die an Darmkrebs sterben, ist deutlich zurückgegangen. Durch die Vorsorge können bereits Vorstufen von Krebs entdeckt und entfernt werden, so dass Krebs gar nicht erst entstehen muss. Die AOK empfiehlt deshalb die Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung. 

Das ist Darmkrebs

Der Begriff Darmkrebs umfasst Krebserkrankungen aller Darmabschnitte. Er betrifft jedoch fast ausschließlich den Dick- und Enddarm. In den meisten Fällen handelt es sich um bösartige Tumoren, die aus Wucherungen in der Darmschleimhaut entstehen. Diese Wucherungen sind zunächst gutartige Vorstufen und werden auch als Darmpolypen bezeichnet. Bis aus einem gutartigen Polypen Darmkrebs entsteht, kann es viele Jahre dauern.

Untersuchungsmethoden zur Darmkrebs-Vorsorge

Ärzte wenden dabei zwei Methoden an: den Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und die Darmspiegelung. 

Diesen Test führen Sie in Absprache mit Ihrem Hausarzt durch. Da Polypen und Tumore manchmal bluten, können winzige Spuren von Blut im Stuhl ein Hinweis auf eine Darmerkrankung sein. Mithilfe von Antikörpern kann mit dem sogenannten immunologischen Test (iFOBT) ausschließlich menschliches Blut im Stuhl nachgewiesen werden. Fehldiagnosen aufgrund von tierischem Blut, das über die Nahrung in den Stuhl gelangt, werden damit ausgeschlossen. Bei auffälligen Stuhltests bringt eine Darmspiegelung Sicherheit.

Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode zur Früherkennung. Sie wird entweder von einem Gastroenterologen oder ambulant im Krankenhaus durchgeführt. Mithilfe einer kleinen Kamera, einem sogenannten Endoskop, werden das Innere des Dickdarms und die Darmschleimhaut auf Auffälligkeiten untersucht. Entdeckt der Arzt dabei Polypen, kann er diese sofort entfernen und so verhindern, dass daraus Krebs entsteht. Die Untersuchung dauert ungefähr 20 Minuten. 

Das übernimmt die AOK

Die neuen Empfehlungen für Darmkrebs-Früherkennung passen das Lebensalter für die erste Darmspiegelung bei Männern auf 50 Jahre an:

  • Männer und Frauen im Alter von 50 bis einschließlich 54 Jahren können einmal jährlich ihren Stuhl auf verborgenes Blut untersuchen lassen. Bei auffälligem Stuhltest haben Sie Anspruch auf eine Koloskopie zur Abklärung.
  • Männer haben von 50 Jahren an, Frauen von 55 Jahren an Anspruch auf eine Darmspiegelung. Wird nichts Auffälliges gefunden, steht die nächste Untersuchung nach zehn Jahren an. Wenn Sie bei Ihrer ersten Darmspiegelung 65 Jahre oder älter sind, dann haben Sie nur Anspruch auf eine Koloskopie.

Die Früherkennungsuntersuchungen richten sich an Männer und Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren ohne erkennbares Darmkrebsrisiko. Menschen mit einem familiär erhöhten Risiko oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sollten häufigere Untersuchungen durchführen lassen.

Einladung zur Darmkrebsvorsorge

Damit Sie künftig keine Darmkrebsfrüherkennung verpassen, wird die AOK Sie schriftlich dazu einladen. Das erste Schreiben zum Darmkrebsscreening erhalten Männer und Frauen im Alter von 50 Jahren. Danach kommen alle fünf Jahre weitere Einladungen bis zu Ihrem 65. Geburtstag.

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