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Behandlungsfehler – so hilft die AOK

Die AOK bietet ein professionelles Behandlungsfehlermanagement. Sie prüft den Verdacht auf Behandlungs- oder Pflegefehler sowie Schäden, die durch Arzneimittel oder Medizinprodukte entstanden sein könnten.

So unterstützt Sie die AOK

Spezialisierte und erfahrene Mitarbeiter in unseren Serviceteams helfen Ihnen vertraulich, einen Verdacht auf mögliche Behandlungsfehler oder Pflegefehler zu klären. Haben Sie Fragen oder vermuten Sie einen Behandlungsfehler? Nutzen Sie zur Kontaktaufnahme gerne unser AOK-MedTelefon unter der 0800 1050501 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an behandlungsfehler@bw.aok.de.

Unsere Unterstützung garantieren wir Ihnen unabhängig von möglichen Regressansprüchen der AOK. Wir gehen dabei grundsätzlich wie folgt vor:

1. Schritt: Beratung

Das Behandlungsfehlermanagement der AOK unterstützt Sie mit medizinischer und juristischer Fachkompetenz. Wir helfen Ihnen, Behandlungsabläufe richtig einzuschätzen und zu bewerten. Auch bei der Suche nach Beratungsalternativen, zum Beispiel nach Rechtsanwälten, Selbsthilfegruppen oder Patientenvereinigungen sind wir Ihnen behilflich.

2. Schritt: Anforderung der Behandlungsunterlagen

Wenn die AOK Ihren Verdacht prüfen soll, fordern wir auf Ihren Wunsch hin die notwendigen Behandlungsunterlagen an. Dafür müssen Sie der AOK eine Schweigepflichtentbindungs-/Abtretungserklärung erteilen. Die Formulare dafür erhalten Sie von uns. Mit der Anforderung der Behandlungsunterlagen übernehmen wir außerdem den kompletten Schriftverkehr mit den betreffenden Behandlern, zum Beispiel Ärzten, Krankenhäusern oder Therapeuten. Auf Wunsch können Sie diese Unterlagen bei Ihrer AOK vor Ort einsehen.

Darüber hinaus sind auch Ihre Angaben zum Behandlungsverlauf ein wichtiger Faktor für die medizinische und juristische Bewertung. Für die Erstellung eines Gedächtnisprotokolls stellen wir Ihnen auf Wunsch ein Formular zur Verfügung. Das Protokoll können Sie aber auch formlos erstellen. Es sollte folgende Angaben enthalten:

  • Wann, wo und von wem wurden Sie behandelt?
  • Im Rahmen welcher Behandlung sind welchem Behandler Ihrer Ansicht nach Fehler unterlaufen?
  • Seit wann vermuten Sie einen Behandlungsfehler und was war Anlass für diese Vermutung?
  • Gibt es Zeugen, zum Beispiel für Arztgespräche, Sorgfaltspflichtverletzungen oder Hygienemängel? Wenn ja, listen Sie diese bitte mit Namen und Adresse auf.
  • Welche Gesundheitsschäden sind aufgetreten?
  • Welche Beschwerden haben Sie aktuell noch?
  • Werden Sie wegen dieser Beschwerden ärztlich behandelt?
  • Sind Sie bereits im Besitz von Gutachten, zum Beispiel von der Schlichtungsstelle?
  • Sind sie im Besitz von Behandlungsunterlagen?
  • Werden Sie bereits anwaltlich vertreten? Wenn ja, notieren Sie bitte den Name und die Adresse des Anwalts oder der Anwaltskanzlei.

3. Schritt: Medizinische Bewertung

Unsere Fachleute prüfen alle Unterlagen, die mit Ihrem Verdacht auf einen Behandlungsfehler im Zusammenhang stehen. Wir gehen auf Ihre individuellen Fragen ein und prüfen auch, ob es im Rahmen der Behandlung noch weitere Standardverstöße gab, zum Beispiel bei der Vor- und Nachbehandlung. Erhärtet sich der Verdacht auf einen Behandlungs- oder Pflegefehler, werden die Unterlagen unter Zugrundelegung konkreter, einzelfallbezogener Fragestellungen medizinisch bewertet. Dabei unterstützt uns unter anderem der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit medizinischen Stellungnahmen und Gutachten. Hierbei wird geprüft, ob sich aus der Behandlungsdokumentation ein Hinweis auf einen Behandlungs- oder Pflegefehler ergibt und wo gegebenenfalls der Schwerpunkt eines möglichen Standardverstoßes liegt. Die AOK übernimmt die Kosten für die von ihr veranlassten Stellungnahmen und Gutachten.

4. Schritt: Prüfung des Gutachtens und juristische Bewertung

Liegt das Ergebnis der gutachterlichen Bewertung des MDK vor, wird es von unseren Fachleuten noch einmal eingehend auf Vollständigkeit, Schlüssigkeit und Widerspruchsfreiheit geprüft. Unstimmigkeiten klären wir direkt mit dem MDK und fordern gegebenenfalls eine Nachbesserung oder Neubewertung an. Das Ergebnis der medizinischen Bewertung stellen wir Ihnen kostenfrei zur Verfügung. Abhängig vom Ergebnis geben wir Ihnen außerdem Hinweise zu weiteren Handlungsoptionen.

5. Schritt: Durchsetzung von Schadensansprüchen

Wir unterstützen Sie im Rahmen der außergerichtlichen und gerichtlichen Geltendmachung und Durchsetzung von berechtigten Schadensersatzansprüchen und geben Ihnen allgemeine Hinweise (zum Beispiel zu Verjährungsregelungen). Anwalts- und/oder Prozesskosten kann die AOK nicht für Sie übernehmen. Wir unterstützen Sie aber auf Ihrem Weg der Verhandlungen mit Schädigern, Haftpflichtversicherern und auch dann, wenn Sie sich für eine Klage entschieden haben:

  • Wir helfen Ihnen bei der Suche nach einem Fachanwalt für Medizinrecht.
  • Wir arbeiten mit Ihrem Rechtsbeistand zusammen.
  • Wir prüfen im Einzelfall andere Gutachten (zum Beispiel von der Schlichtungsstelle) auf medizinische Richtigkeit und Plausibilität.
  • Auf Wunsch informieren wir Sie über den Sachstand und das Ergebnis der Verhandlungen der AOK zur Durchsetzung der auf die AOK übergegangenen Schadenersatzansprüche.

Gesetzliche Grundlage

Unsere Mitarbeiter des Behandlungsfehlermanagements beraten Sie auf Grundlage von § 66 SGB V (Behandlungsfehler) und § 115 Abs. 3 SGB XI (Pflegefehler).

Weitere Leistungen der AOK

In der AOK-PatientenQuittung sehen Sie, welche medizinischen Leistungen für Sie abgerechnet werden.
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