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Portalklinik im Bürgerpark oder St. Joseph-Hospital?

Für die AOK Bremen/Bremerhaven ist die Entscheidung über die künftige Krankenhausstruktur in Bremerhaven nach wie vor offen. AOK: Über Alternativen muss man jetzt diskutieren.

Bremerhaven, 31. März 2014. Der AOK-Vorstandsvorsitzende Olaf Woggan betonte, dass es zwischen der von ihm ins Spiel gebrachten Schließung der beiden DRK-Kliniken und dem unverantwortlichen „Weiter so“ der vergangenen 15 Jahre einige Alternativmodelle gebe. „Man kann zum Beispiel über eine sogenannte Portalklinik nachdenken, die unselbstständig im Verbund mit dem Klinikum Reinkenheide arbeitet.“ Patienten würden dann bei Notfällen und leichteren Krankheiten beispielweise im Bürgerpark oder im St. Joseph-Hospital behandelt. Für einen längeren Klinikaufenthalt kämen sie nach Reinkenheide.  

Der AOK-Chef äußerte zugleich Verständnis für die Sorgen der Beschäftigten der DRK-Kliniken, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. „Für diese Angst um den eigenen Arbeitsplatz habe ich großes Verständnis.“ Er habe keinen Zweifel, dass alle Mitarbeiter in den DRK-Kliniken ihr Bestes geben würden, um für eine optimale Versorgung der Patienten zu sorgen. Nur: An dem Fakt der Unwirtschaftlichkeit der Bremerhavener Kliniken ändere diese persönliche Leistung leider nichts.  

Die Arbeitsplätze seien vor allem gefährdet durch „die Realität einer zu groß dimensionierten Krankenhauslandschaft, für die es zu wenig Patienten gibt.“ Die Auslastung einer Klinik sei nicht allein an voll belegten Klinikzimmern zu messen, sondern auch am medizinischen Angebot, an der Auslastung von Operationssälen, an geringen Wartezeiten und dem effektiven Einsatz des Personals. Nicht zuletzt komme es auf die einweisenden ambulanten Ärzte an, die überzeugt sein müssten, dass ihre Patienten dort am besten versorgt seien. Dass der Eigentümer, die Stiftung DRK-Krankenanstalten Wesermünde, die Kliniken nun so schnell wie möglich an einen Investor verkaufen wolle, zeige, dass die Stiftung selbst nicht an die Zukunftsfähigkeit ihrer Krankenhäuser glaube. Woggan warnte zugleich davor, mit den Hoffnungen der Beschäftigten zu spielen. Alle bisherigen Arbeitsplätze zu garantieren, mache vor diesem Hintergrund überhaupt keinen Sinn. Ein Investor würde vor allem die Rendite im Blick haben.      

Woggan wies auch die massive Kritik der vergangenen Tage an dem Vorschlag zurück, beide DRK-Kliniken in Bremerhaven schließen zu wollen und die Investitionen auf das Klinikum Reinkenheide zu konzentrieren. „Die Krankenhauslandschaft in Bremerhaven ist seit langer Zeit ein großer, ungelöster Problemfall“, betonte er. „Wir haben mit unserer Wortmeldung deutlich gemacht, dass dringend gehandelt werden muss, bevor ein neuer Eigentümer mit dem Kauf der DRK-Kliniken neue, unveränderliche Fakten für viele Jahre oder Jahrzehnte schafft.“ Die AOK habe als größte Krankenkasse im Land Bremen eine hohe Verantwortung, für die Menschen in der Region eine qualitativ gute und vor allem zukunftsfähige Krankenhausversorgung sicherzustellen.