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Nach einer Krebsdiagnose Hilfe finden

Für Krebspatienten und deren Angehörige gibt es im Land Bremen zahlreiche Beratungsangebote und Selbsthilfegruppen.

Angebote auch für Kinder kranker Eltern

Jeder Mensch braucht Unterstützung“, sagt Lydia Waldmann entschieden, wenn sie an Krebskranke und ihre Angehörigen denkt. Die Sozialpädagogin kümmert sich mit einer Kollegin bei der Bremer Krebsgesellschaft um Kinder von kranken Eltern. Pegasus – so heißt das Angebot für Kinder und Jugendliche von drei bis 18 Jahren. Die Jüngeren treffen sich wöchentlich, die Älteren alle 14 Tage. „Mit den Jüngsten spielen wir auch viel, für die Älteren steht das Reden im Vordergrund“, berichtet Lydia Waldmann. Was ihr zufolge viele Mädchen und Jungen eint: „Schuldgefühle“ – das Gefühl, sie hätten etwas mit der Krankheit zu tun, hätten vielleicht nicht genug dagegen getan. „Damit Kinder nicht spekulieren, was los ist, sollten Eltern sofort mit ihnen sprechen, sobald sie die Diagnose bekommen“, rät die Pädagogin und ergänzt: „Fühlen sich Betroffene damit überfordert, unterstützen wir sie gern dabei, die richtigen Worte zu finden, oder übernehmen auch das Gespräch für sie.“

Unterstützung für Erkrankte

Auch erwachsene Angehörige und natürlich die Erkrankten selbst können  im Land Bremen auf Zuspruch und Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und andere Institutionen zählen. Georg Bohlmann ist Betroffener und Helfer zugleich. „Ich habe das damals nicht tragisch genommen“, sagt der 81-Jährige, der seit mehr als 20 Jahren mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) lebt. Mit dem Blick nach vorn leitet er auch die Bremer und Bremerhavener Ilco-Gruppe, sie ist Teil der größten deutschen Selbsthilfevereinigung für Stoma-Betroffene und deren Angehörige. Einmal im Jahr spricht ein Chirurg  über neue Erkenntnisse, auch referiert  einmal jährlich ein Urologe.  Zudem bittet Bohlmann manchmal Pharmareferenten zu den Treffen, die neue Hilfsmittel vorstellen. „Wir versuchen, die Angst vor einem Stoma zu nehmen, denn man kann eigentlich alles machen“, erläutert der Pensionär und nennt ein Beispiel: Eine heute 90-Jährige erhielt ihr Stoma  mit 33 – was sie  unter anderem nicht daran hinderte, Kinder zu bekommen.

Auch beim Treffpunkt Prostatakrebs der Bremer Krebsgesellschaft legt man viel Wert auf informative Gruppenrunden. Sechsmal jährlich kommen Referenten, berichtet Mitorganisator Harald Riemann. Ärzte erläutern neueste Erkenntnisse und beantworten Fragen. „Wichtig ist uns auch, für Reha-Sport zu werben – Beckenbodentraining ist für Prostataoperierte ganz wichtig“, betont der 70-Jährige.

Über die eigenen Ängste reden

Erfahrungsaustausch und Zuspruch nehmen bei den Treffen ebenfalls viel Raum ein. Männer hätten häufig Probleme, über ihr Inneres zu sprechen, etwa über Unsicherheiten gegenüber Frauen, weiß Riemann. Nach der Behandlung, die oft die Erektion beeinträchtigt, müssten sie sich als Männer erst wieder neu finden. Das sei für viele nicht einfach, sagt der frühere Bremer Lehrer. Schließlich setzten sich Männer nach seiner Erfahrung häufig erst im höheren Alter intensiver mit den  eigenen seelischen Konflikten auseinander.

Guter Rat und viel Freizeit

Guter Rat und gemeinsame Freizeitaktivitäten bestimmen die Treffen von „Come together“ unter dem Dach der Bremer Krebsgesellschaft. Die Gruppe spricht Frauen mit und nach Brustkrebs an. Ansprechpartnerin ist Nicole Zander, die derzeit zum zweiten Mal einen Brustkrebs besiegen will. „Junge Brustkrebskranke haben andere Probleme als ältere“, weiß sie. Eine Altersgrenze gibt es bei „Come together“ aber nicht. Für die Mitglieder organisiert die 52-Jährige viele  Freizeitaktivitäten vom Kochen über Ausflüge bis zu Sportangeboten. Zu den Treffen kommen vor allem die Neuerkrankten: „Manchmal wird viel geweint“, so Nicole Zander. Die Frauen suchten Hilfe bei Entscheidungen etwa zu Behandlungsmöglichkeiten oder bei existenziellen Sorgen. „Lange Krankheit kann zur Kündigung führen“, weiß die Bremerin. Gut sei es dann zum Beispiel  zu wissen, dass man eine Schwerbehinderung  feststellen lassen kann und damit Kündigungsschutz genießt.

Anlaufstellen und Ansprechpartner

  • BREMER KREBSGESELLSCHAFT: Gesprächs- und Selbsthilfegruppen sowie Treffpunkte für Menschen mit Krebserkrankungen. Infos unter 0421 4919222 oder online auf krebsgesellschaft-hb.de
  • PEGASUS: Selbsthilfeangebot fürjugendliche Angehörige von Krebskranken. Kontakt unter 0421 4919222 oder per Mail unter waldmann@bremerkrebsgesellschaft.de
  • ILCO: Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörige. Infos unter 0421 6364144 oder online auf ilco.de
  • TREFFPUNKT PROSTATAKREBS: Monatlicher Informations- und Erfahrungsaustausch. Infos unter 0421 4919222 oder auf prostatakrebs-shg-hb.de 
  • LEBEN MIT KREBS BREMERHAVEN: Beratung, Gesprächskreise und Gruppen für an Krebs erkrankte Menschen. Infos unter 0471 9413407 der online auf leben-mit-krebs-bremerhaven.de
  • NETZWERK SELBSTHILFE BREMEN-NORDNIEDERSACHSEN: Der Verein unterstützt von Krankheit oder persönlichen Krisen betroffene Menschen und deren Angehörige bei der Suche nach einem passenden Hilfsangebot oder auch bei der Gründung einer eigenen Selbsthilfegruppe. In der zugehörigen Online-Datenbank selbsthilfe- wegweiser.de kann man unter dem Stichwort Krebs nach Selbsthilfegruppen, Beratungsangeboten und Vereinen im Bundesland Bremen suchen. Infos unter 0421 704581 oder online auf netzwerk-selbsthilfe.com 

HINWEIS: Corona schränkt die Arbeit mancher Gruppen ein. Informieren Sie sich bitte direkt bei den Anbietern.

Kein Anspruch auf Vollständigkeit

Text: Imke Zimmermann

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