So beugen Sie Depressionen vor

Leider gibt es keinen Trick, mit dem Sie eine Depression sicher verhindern können. Doch wer sein Leben positiv gestaltet, kann das Erkrankungsrisiko verringern. Freunde, Sport oder ein erfüllendes Hobby können außerdem dazu beitragen, mit einer depressiven Störung besser umzugehen.

Rechtzeitige Prävention

Depressionen können unvermittelt auftreten – bei jedem Menschen. Wer bereits erkrankt ist, kann guten Ratschlägen oft nicht mehr folgen. Also beugen Sie schon vor, solange es Ihnen gut geht oder wenn Sie spüren, dass Ihr Seelenleben ins Wanken gerät. Einem Stimmungstief, das jeden Menschen ab und zu trifft, sind Sie nicht einfach ausgeliefert. Sie können es aktiv beeinflussen, mildern oder sogar vermeiden. So tragen Sie dazu bei, dass sich aus psychischen Beschwerden keine Krankheit entwickelt.

Zehn Maßnahmen für mehr Balance und Kraft

Expertin Dr. Julia Petmecky ist Diplom-Psychologin und Teil des Fachärzteteams von AOK-Clarimedis.
Julia Petmecky ist Diplom-Psychologin und Verhaltenstherapeutin.

Dr. Julia Petmecky vom Clarimedis-Fachärzteteam der AOK empfiehlt zur Prävention diese zehn Maßnahmen, die sich einfach in den Alltag einbauen lassen:

  1. Bleiben Sie in Bewegung – am besten regelmäßig, möglichst täglich. Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Spaß macht.
  2. Sorgen Sie gezielt für Entspannung, zum Beispiel durch autogenes Training, Yoga oder auch Lesen.
  3. Ernähren Sie sich gesund, abwechslungsreich und vollwertig. Empfehlenswerte Lebensmittel sind beispielsweise Gemüse, Obst und ungesalzene Nüsse.
  4. Trinken Sie wenig Alkohol oder koffeinhaltige Getränke, verzichten Sie auf Nikotin.
  5. Schlafen Sie ausreichend lange.
  6. Folgen Sie Ihrer inneren biologischen Uhr. Zum Beispiel sollten Morgenmenschen nicht die Nacht zum Tag machen. Und falls Ihr Körper im Winter mehr Schlaf braucht, akzeptieren Sie es einfach.
  7. Sorgen Sie für positive Begegnungen und pflegen Sie Kontakte zu Menschen, die Sie mögen. Ein soziales Netz, Freunde und Familie geben Ihnen Kraft und Selbstbewusstsein.
  8. Etwas hat Ihnen die Laune verdorben? Dann grübeln Sie nicht endlos, sondern versuchen Sie, sich Klarheit über die Lage zu verschaffen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen.
  9. Ein kleiner Durchhänger ist normal. Ob beruflich oder privat – „gönnen“ Sie sich ruhig einen schlecht gelaunten Tag. Sie brauchen nicht immer gute Stimmung vermitteln.
  10. Besonders wichtig: Falls Sie sich über längere Zeit depressiv fühlen, suchen Sie ärztlichen Rat.

Selbsthilfegruppen besuchen

Auch das Gespräch mit vertrauten Personen oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann sinnvoll sein, um sich auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Allein zu erfahren, dass andere Menschen mit ähnlichen Belastungen zu kämpfen haben, schenkt vielen Kraft und Erleichterung.

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