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Bremen, lass dich impfen

Der Weg aus der Corona-Pandemie führt nach Meinung vieler Experten vor allem übers Impfen. Im Land Bremen haben sich bereits 80 Prozent gegen Corona impfen lassen. Aber 20 Prozent noch nicht. Warum die Impfung das Risiko minimiert, schwer an Covid-19 zu erkranken, und was die Impfung mit Solidarität zu tun hat, erfahren Sie hier.

Corona und die Folgen

Eine Corona-Infektion ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Davon zeugen viele Einzelschicksale, die auch in Bremen in erschreckenden Statistiken aufgehen. Seit Beginn der Pandemie sind im Land Bremen mehr als 500 Menschen verstorben. Alleine von den AOK-Versicherten mussten mehr als 2100 Frauen und Männer in einem Krankenhaus behandelt und zum Teil beatmet werden. Hinzu kommt, dass ein Teil der Patienten unter langanhaltenden Beschwerden leidet, nachdem die akute Covid-19-Infektion abgeklungen ist. In diesen Fällen spricht man vom Post- beziehungsweise Long-Covid-Syndrom.  Die Beschwerden können nach schweren, aber auch nach leichten Verläufen einer Corona-Infektion auftreten.

Long-Covid-Symptome

Wie hoch die Zahl derer ist, die an Symptomen leiden, die man Long Covid unterordnet, können nicht einmal die Experten heute mit Gewissheit sagen. Das Krankheitsbild ist noch zu neu, Langzeiterhebungen fehlen. International ist das Long-Covid-Syndrom nicht einmal definiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass zwölf Wochen nach einer Erkrankung jeder zehnte Patient an Erschöpfung, Geschmacksverlust oder Atembeschwerden leidet. Darunter sind auch Menschen, die während der eigentlichen Erkrankung nur geringe Symptome zeigten. 

Impfung als wichtiger Schutz

Der beste Schutz vor Long Covid ist also, gar nicht erst an Corona zu erkranken. Und dabei hilft – da sind sich die meisten Experten sicher – neben den AHA-Regeln am besten die Impfung. Deshalb hat sich die AOK Bremen/Bremerhaven seit Beginn der Pandemie dafür engagiert, dass ihre Versicherten gegen das Virus geimpft werden. So wurden in Kooperation mit der Bremer Gesundheitsbehörde gezielt jene Menschen zu einer Corona-Impfung eingeladen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen besonders gefährdet waren. Ein Erfolg des Engagements, vermeldet vom Robert Koch-Institut:  80 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner im Land Bremen sind mittlerweile zweimal geimpft, so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: 20 Prozent haben sich keine Spritze verabreichen lassen. Sie laufen Gefahr, sich selbst zu schaden und andere anzustecken, die sich nicht impfen lassen können oder bei denen der Impfschutz langsam nachlässt. So wie Menschen, die einer Risikogruppe angehören, nun zu einer Auffrischungsimpfung eingeladen werden, sollten Ungeimpfte ebenfalls zum Arzt oder Impfmobil gehen. Das hat mit Solidarität zu tun, meinen auch sieben Bremerinnen und Bremer, die sich den Piks schon abgeholt haben.

Studien zur Wirksamkeit

Wer vollständig geimpft ist, hat laut Robert Koch-Institut (RKI)  ein um etwa 90 Prozent geringeres Risiko, schwer an COVID-19 (Delta-Variante) zu erkranken als eine nicht geimpfte Person.

Mehr zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen: RKI - Impfen - Wirksamkeit (Stand: 18.10.2021)

Sich impfen lassen heißt solidarisch sein

Wer sich impfen lässt, schützt damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Das Land Bremen hat zwar bundesweit die höchste Impfquote, doch auch hier gibt es noch viele, die zögern. Sechs Personen erzählen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was das Impfen für sie mit Solidarität zu tun hat und was zu tun ist, um andere zum Mitmachen zu bewegen.

Boosterimpfung in Bremen

Hier erhalten Sie allgemeine Informationen der AOK zur Boosterimpfung (auch Auffrischungsimpfung). 

Aktuelle Informationen zur Boosterimpfung für das Bundesland Bremen erhalten Sie auf der Webseite der Senatorin für Gesundheit.

Vivien Kramer, Studentin an der Universität Bremen

„Im Dezember letzten Jahres habe ich mich mit Corona angesteckt und leide bis heute unter den Langzeitfolgen, also unter Long Covid. Die zwei Wochen in Quarantäne waren nicht schön. Ich hatte Fieber, durchgängig Kopfschmerzen, starken Husten und konnte schwer atmen, besonders im Liegen. Ich wohne noch bei meinen Eltern und war dort die ganze Zeit in meinem Schlafzimmer, außer wenn ich ins Bad musste. Mit meiner Familie und meinen Freunden habe ich nur per Videochat Kontakt gehabt. Doch damit nicht genug: Auch nach der Quarantäne gingen einige Symptome nicht weg, sondern wurden eher schlimmer, die Kopfschmerzen, die Müdigkeit, die Atemnot beim Treppensteigen. Im Studium musste ich kürzertreten, und ich musste mich damit abfinden, dass ich nicht mehr so belastbar bin. Nach all dem bin ich sehr froh, dass ich im Juni – sechs Monate nach der Genesung – endlich geimpft werden konnte. Man schützt damit ja nicht nur sich, sondern auch die anderen. Meine Schwester ist herztransplantiert, für sie wäre eine Ansteckung lebensgefährlich gewesen. Eine Zeit lang haben wir das Haus möglichst gar nicht verlassen.“

Peter Zeugträger, Leiter der Impfangebote des Deutschen Roten Kreuzes Bremen

„Impfen ist eine Frage der Solidarität – schon mit Blick auf die eigene Familie. Als Alleinverdiener zum Beispiel muss ich mich ihr zuliebe schützen. Aber das gilt auch grundsätzlich: Was tue ich meinen Nächsten, meinen Freunden an, wenn ich sie anstecke oder selbst schwer erkranke und womöglich Folgeschäden davontrage? Ich möchte alle aufrufen, die noch zögern, darüber mal nachzudenken – und dann zum Impfmobil zu kommen. Mit dem Impfmobil machen wir ein Angebot, das anders als die Impfzentren klein, überschaubar und persönlich ist und in die Nachbarschaft kommt, sodass lange Wege entfallen. Auch Sprachbarrieren bekommen wir gut in den Griff, weil unsere Mitarbeiter ebenso wie die Security-Leute viele verschiedene Sprachen sprechen. Und unser Ansatz funktioniert – pro Tag lassen sich 150 bis 170 Menschen im Impfmobil impfen. Um noch mehr Menschen zu erreichen, müssen wir noch intensiver aufklären – und dahin gelangen, wo die Menschen sind. Dafür müssen wir eingefahrene Gedankengleise verlassen. Wollen wir Fernfahrer ansprechen, sollten wir Rastplätze ansteuern. Und Bremer Jugendliche können wir im Sommer am Osterdeich antreffen – oder am Eingang zu einem Pop-Konzert.“

Dr. Stefan Trapp, Bremer Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte

„Als Kinder- und Jugendarzt begrüße ich es sehr, dass wir jetzt alle Kinder ab zwölf Jahren und alle Jugendlichen gegen Corona impfen können. Die Impfung ist gut wirksam und wird nach meiner Erfahrung recht gut vertragen. Es gibt die Myokarditis (Herzmuskelentzündung, d. Red.) als sehr seltene Nebenwirkung, die aber gut behandelbar ist. Da bei Jugendlichen und Kindern eine Covid-19-Erkrankung viel weniger gefährlich ist als vor allem für ältere Erwachsene, müssen sie trotzdem gut aufgeklärt werden. Ich finde es wichtig, dass der Zugang zur Schule und die soziale Teilhabe bei Jugendlichen nicht von der Impfung abhängig gemacht werden dürfen. Für die Gesellschaft ist es wichtiger, dass möglichst viele Erwachsene geimpft werden. Allerdings wünschen viele Jugendliche die Impfung, um endlich wieder ein normales Leben führen zu können.“

Claudia Bernhard, Bremer Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

„Die Corona-Pandemie hat uns allen in den vergangenen 18 Monaten viel abverlangt. Die Impfungen, mit denen wir im letzten Dezember beginnen konnten, waren und sind für viele Menschen ein Hoffnungsschimmer. Kinder und Jugendliche, aber auch Alte und Pflegebedürftige haben unter den Einschränkungen der vergangenen Monate am meisten gelitten. Die Impfungen geben gerade ihnen wieder mehr Möglichkeiten, am Leben teilzuhaben, aber häufig auch ganz einfach den Schutz davor, schwer zu erkranken oder gar zu versterben. Wir sehen bereits sehr große Erfolge: Es erkranken inzwischen deutlich weniger ältere Menschen, wir haben weniger Todesfälle. Wir müssen jedoch auch an diejenigen denken, die sich aktuell nicht impfen lassen können. Denn nur gemeinsam können wir diese Pandemie beenden. Hier zeigt sich die Solidarität innerhalb unserer Gesellschaft: Schaffen wir es, durch eine hohe Impfquote auch denen einen Schutz zu gewährleisten, die aktuell keine Impfung bekommen können? Schaffen wir es, auch über Bremen und Deutschland hinaus zu denken und der Pandemie auf der ganzen Welt etwas entgegenzusetzen? In Bremen haben wir bereits viel erreicht, eine tolle Impfquote. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam noch einen Schritt weitergehen können, noch mehr erreichen können. Wenn Sie noch nicht geimpft sind, achten Sie auf unsere Impfangebote in Impfpraxen oder bei unseren Impfmobilen. Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie mit Ihren Freunden und Ihrer Familie oder informieren Sie sich, zum Beispiel auf unserer Website.“

Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des SV Werder Bremen

„Die Pandemie ist ein weltumgreifendes Thema, das alle Gesellschaftsschichten und Branchen beeinflusst. Daher sind wir angehalten, auch im Sport Zeichen zu setzen, und wir haben ja auch bereits des Öfteren unsere Position klargemacht. So war es für uns selbstverständlich, auch Werder-Fans an Heimspieltagen die Möglichkeit zu geben, sich impfen zu lassen. Das konnten sie direkt auf dem Parkplatz vor dem Stadion tun, die Stadt Bremen hatte dort einen Impftruck des Deutschen Roten Kreuzes positioniert. Wir sind mit der Stadt Bremen im regelmäßigen Austausch und freuen uns, dass wir unseren Teil auf dem Weg aus der Pandemie beitragen können. Und wir können sie umso schneller überstehen, je öfter wir die Impfaktion wiederholen – darum sind wir sehr dafür. Wir hoffen natürlich auch, damit eine Vorbildfunktion einzunehmen. Letztlich ist die Entscheidung, ob ich mich impfen lasse oder nicht, aber eine sehr persönliche Angelegenheit. Dabei muss ich die jeweils möglichen Konsequenzen meiner Entscheidung sorgfältig abwägen. Wir können und wollen nur immer wieder appellieren, dass möglichst viele Menschen die Angebote annehmen. Und in diesem Sinne tauschen wir uns auch ständig mit unseren Spielerinnen und Spielern aus.“

Prof. Dr. Andreas Dotzauer, Virologe an der Universität Bremen

„Die Pandemie ist ein gesellschaftliches Ereignis, und wir müssen als Gesellschaft darauf reagieren. Um Covid in den Griff zu bekommen, ist die Impfung notwendig. Das ist eine Frage der Solidarität – vor allem gegenüber den Gruppen, die man nicht oder noch nicht impfen kann, weil unser Wissen dafür nicht ausreicht. Das gilt besonders für die Kinder, denn für sie ist Covid keineswegs völlig gefahrlos. Nicht wenige werden ernstlich krank oder entwickeln nach einer Infektion Long-Covid-Symptome. Deswegen ist die sogenannte Herdenimmunität so wichtig: Eine bestimmte Anzahl Menschen in einer Gesellschaft muss immun sein, um Nicht-Immune gegen Infizierte abzuschirmen. Berechnungen zufolge müssen bei der Wuhan-Variante 66 Prozent immun sein und bei der mittlerweile vorherrschenden Delta-Variante 80 Prozent, weil sie viel ansteckender ist. Wenn jemand etwa argumentiert, die Impfstoffe und ihre Folgen seien nicht genügend ausgetestet, lässt sich dagegenhalten, dass sehr wohl genug Daten vorliegen. Man kann auch darauf hinweisen, dass umso mehr Varianten entstehen, je mehr Menschen sich infizieren – ebenfalls ein Grund, weshalb Herdenimmunität nötig ist.“

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