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AOK-Diabetesatlas: Bremer sind seltener „zuckerkrank“ – Bremerhaven mit höherer Quote

Soziales Umfeld beeinflusst das Erkrankungsrisiko

Erkrankungsrate Typ-2-Diabetes im Gesundheitsatlas Bremen veröffentlicht

Bremen, 12. November 2019. Im Bundesland Bremen leben weniger Menschen mit Typ-2-Diabetes als im Bundesdurchschnitt. Rund 53.000 Menschen, davon sind mehr als die Hälfte ältere Menschen über 70 Jahre, leiden in Bremen und Bremerhaven an dem sogenannten Altersdiabetes, einem krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Erkrankungsrate im Vergleich zur Einwohnerzahl liegt mit 7,8 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent, ermittelte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WiDO) in einem erstmals herausgegebenen „Gesundheitsatlas Diabetes“. Dabei wurden Daten aus über 400 Landkreisen und Städten Deutschlands erhoben und hochgerechnet – auch für das Land Bremen.

Zwischen Bremen und Bremerhaven gibt es nach den Zahlen des WiDO allerdings deutliche Unterschiede: Bremen liegt mit einem Diabetikeranteil von 7,4 Prozent unter den Großstädten über 500.000 Einwohnern im Durchschnitt – Großstädte wie Hamburg, Frankfurt und München schneiden besser ab, Düsseldorf liegt gleichauf. Bremerhaven zählt dagegen mit einem Diabetikeranteil von 10,1 Prozent zu den Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern, die deutlich über den Bundesdurchschnitt rangieren. Dazu gehören zum Beispiel Magdeburg (11,5 Prozent), Bottrop (11,1 Prozent) oder Halle (10,6 Prozent). Zum Vergleich: In Oldenburg sind nur 5,8 Prozent der Einwohner von der Volkskrankheit betroffen, in Osnabrück nur 6,7 Prozent.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache dieser Ergebnisse sind zunächst Unterschiede im Durchschnittsalter der Einwohner. Von den insgesamt 7,1 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland sind mehr als die Hälfte über 70 Jahre alt. In den Altersgruppen zwischen 80 und 90 Jahren sind mehr als ein Drittel der Männer und Frauen von der Krankheit betroffen. Entsprechend ist die Häufigkeit von Diabetes in relativ jungen Städten wie Bremen geringer als etwa in Ostdeutschland. Aber auch Faktoren wie soziale Lage, Bildung, Einkommen und Berufe spielen eine Rolle – denn das bestimmt mit, wie das Konsum- und Ernährungsverhalten ist und ob Bewegungs- und Sportmöglichkeiten vor Ort genutzt werden. Der Lebensstil beeinflusst entsprechend auch, wie häufig Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung vorkommen – Faktoren, die die Entstehung von Typ-2-Diabetes maßgeblich mitbestimmen.

Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an diabetesbedingten Komplikationen wie Nierenschäden, Erblindungen oder Nervenschäden mit Amputationsrisiko zu erkranken. Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zählen zu den Folgeerkrankungen mit dem Risiko, früh zu versterben. Auch deshalb rät die AOK Bremen/Bremerhaven ihren diabeteskranken Versicherten dazu, spezielle Versorgungsprogramme für Diabetiker in Anspruch zu nehmen. An dem „Disease- Management-Programm“ nehmen im Land Bremen rund 14.200 Diabetiker teil – sie werden hier regelmäßig von den behandelnden Ärzten auf Nervenschäden, Durchblutungsstörungen oder Nierenschäden untersucht.

Prävention mit der Bremen/Bremerhaven

Außerdem bietet die AOK Bremen/Bremerhaven diverse Präventionsangeboten, um das Risiko für Diabetes zu verringern. Sie reichen von individueller Ernährungsberatung bis zu Ernährungskursen wie „Jolinchen-Kids“ oder „Gemüse-Akademie“ in Kindergärten und Schulen, außerdem gibt es diverse Bewegungsangebote wie „Keep on running“ oder „Ausdauer auf Dauer“ und zum Beispiel die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ – jedes Jahr mit vielen tausend Teilnehmern. Ziel ist dabei, die Menschen in Bremen und Bremerhaven in Bewegung zu bringen und damit ungesunden Lebensstilen vorzubeugen. „Je besser wir ungesunde Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten verändern können, desto größer ist die Chance, die Zahl der Typ-2-Diabetiker künftig deutlich zu verringern“, betonte der AOK-Vorstandsvorsitzende Olaf Woggan. Für ihn ist steht aber auch die Lebensmittelindustrie in der Verantwortung: „Eine Möglichkeit ist, Zucker und Fett in vielen Lebensmitteln schrittweise zu senken – das würde schon kurzfristig wirken“.

Pressekontakt

Jörn Hons
AOK Bremen/Bremerhaven
Bürgermeister-Smidt-Straße 95
28195 Bremen
Telefon (0421) 1761-549
Telefax (0421) 1761-540
E-Mail: joern.hons@hb.aok.de