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„Wir fordern die Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes ein“

Wolfgang Schraut und Stefanie Stoll-Föttinger, Gleichstellungsbeauftragte der AOK Bayern vor AOK-Leinwand

Wussten Sie, dass bei der AOK Bayern zwei Gleichstellungsbeauftragte arbeiten – eine Frau und ein Mann? Anlässlich des internationalen Frauentags haben sie über ihren Einsatz für berufliche Chancengleichheit gesprochen. Und darüber, was sie sich für die Zukunft wünschen.

12.03.2020Autor/in: Nina Moreno BehrRubrik: regional & nah 0

Frau Stoll-Föttinger, Herr Schraut, was machen eigentlich Gleichstellungsbeauftragte bei der AOK Bayern? Gehören Gleichstellungsbeauftragte nicht in die Politik?

Stoll-Föttinger: Nein, ganz im Gegenteil. Die Politik macht zwar die Gesetze für Gleichstellung. Als Gleichstellungsbeauftragte vertreten wir aber keine politische Position, sondern wir fordern die konsequente Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes in der AOK Bayern ein.

Schraut: Konkret heißt das: Wir kümmern uns darum, dass Bayerns größte Krankenkasse als Arbeitgeber die Chancengleichheit von Mann und Frau lebt. Wir werden also immer dann eingebunden, wenn Prozesse im Unternehmen relevant sind für Gender-Gerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Herr Schraut, fordern Sie dann die Rechte der männlichen Mitarbeiter ein?

Schraut: Ich setze mich für das Bayerische Gleichstellungsgesetz ein – und das gilt nun mal für Männer und Frauen. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich nur um die männlichen Belange und meine Kollegin sich stattdessen um die Anliegen der weiblichen Beschäftigten kümmert. Das wäre auch eine ungerechte Arbeitsverteilung: Schließlich arbeiten bei der AOK Bayern mehr als zwei Drittel Frauen.

Stoll-Föttinger: …aber es ist schon richtig, dass wir uns gleichermaßen für die männlichen Kollegen einsetzen. Unsere Erfahrung zeigt, dass es in gemischten Teams in der Regel eine höhere Flexibilität, mehr Ausgeglichenheit und weniger Konflikte als in reinen Frauen- oder Männergruppen gibt. Genauso wie für Frauen in Führung engagieren wir uns daher auch für eine Steigerung der Zahl männlicher Auszubildender. Im Moment wünschen wir uns deutlich mehr männliche Bewerber auf einen Ausbildungsplatz bei der AOK. Um das zu ändern, hat die AOK Bayern zum Beispiel einen Boys Day eingeführt.

Sie begleiten die AOK Bayern bald seit einem Jahrzehnt. Welche Entwicklungen beobachten Sie?

Schraut: Es gehört mittlerweile selbstverständlich zum Führungsverständnis, gender-gerechte Karrierewege zu ermöglichen. Die AOK Bayern hat heute ein umfangreiches Elternzeitkonzept, über 1.200 Arbeitszeitmodelle, einen Kindermitbringtag und einen Kinderbetreuungsservice. Dafür ist die Gesundheitskasse als Arbeitgeber mehrfach ausgezeichnet worden: So ist die AOK Bayern seit 2010 als familienfreundlicher Arbeitgeber mit dem audit berufundfamilie zertifiziert.

Stoll-Föttinger: Wir sehen auch, dass Frauen nach der Elternzeit schneller ins Arbeitsleben zurückkehren. Frauen sind zunehmend in Führungspositionen bei der AOK Bayern zu finden, auch im Top Management. Mittlerweile liegt der weibliche Führungsanteil insgesamt bei rund 27 Prozent. Und seit 2018 führt erstmals eine Vorstandsvorsitzende die AOK Bayern: Dr. Irmgard Stippler.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Stoll-Föttinger: Die AOK Bayern bietet ihren Beschäftigten heute viele Maßnahmen an. Für die Zukunft geht es uns darum, Kontinuität im Veränderungsprozess zu erreichen und die geschaffenen Möglichkeiten abzurufen. Das heißt: Wir wollen noch mehr Frauen in Führungspositionen bringen und sie ermutigen, Aufgaben im Management einzunehmen. Und wir arbeiten daran, mehr männliche Schulabgänger für eine Ausbildung bei der AOK Bayern zu gewinnen.

Schraut: Schön wäre auch, wenn mehr Männer die Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Anspruch nehmen würden. Wen es also nicht mehr die Ausnahme wäre, dass auch Väter länger als die üblichen zwei Monate in Elternzeit gehen. Zur Gleichstellung gehört auch eine gerechte Rollenverteilung von Erwerbs- und Familienarbeit.

Beschreibung Titelbild: Sie kümmern sich darum, dass die AOK als Arbeitgeber die Chancengleichheit von Mann und Frau lebt: Wolfgang Schraut, Stefanie Stoll-Föttinger

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